Sichtguthaben bei SNB nach Brexit deutlich gestiegen

Zürich (awp) - Der Anstieg der Giroguthaben der Banken bei der Schweizerischen Nationalbank (SNB) ist ein Hinweis darauf, in welcher Grössenordnung die Schweizerische Nationalbank (SNB) nach dem Brexit am Devisenmarkt interveniert hat.
04.07.2016 10:29

Die Giroguthaben inländischer Banken nahmen in der letzten Woche um 6,8 Mrd auf 430,3 Mrd CHF zu, und das Total der Sichtguthaben bei der SNB stieg um 6,3 Mrd auf 507,5 Mrd CHF. Dies geht aus der von der SNB veröffentlichten wöchentlichen Aufstellung geldpolitischer Daten vom Montag hervor. Bereits in der "Brexit-Woche" waren die gesamten Sichtguthaben deutlich angestiegen. Allerdings waren in den Zahlen die Angaben für den Freitag nach dem Brexit nicht enthalten. Erst die am Berichtstag veröffentlichten Daten geben einen Hinweis auf die Grössenordnung der SNB-Interventionen nach dem Brexit-Votum.

Die SNB hatte nach dem Entscheid Grossbritanniens, aus der EU auszutreten, Interventionen am Devisenmarkt eingeräumt. Der Franken sei im Zuge des Brexit unter Aufwertungsdruck geraten. Man habe daher mit Interventionen auf dem Devisenmarkt stabilisierend eingegriffen und bleibe am Markt aktiv, so die Währungshüter seinerzeit.

Die Wertveränderungen bei der SNB können zwar nicht eins zu eins mit den Interventionen gleichgesetzt werden, weil es sich um wöchentliche Durchschnittswerte handelt. Die Entwicklung ist aber ein Indiz dafür, ob und wie stark die SNB im Devisenmarkt interveniert, um eine zu starke Franken-Aufwertung zu verhindern. Denn wenn die Notenbank Devisen kauft, wird der Gegenwert in Franken dem Konto der jeweiligen Bank gutgeschrieben.

cp/ra

(AWP)