SMI dreht deutlicher ab ins Minus - Franken verstärkt gesucht

Viele Marktteilnehmer hatten nach den Kursgewinnen an den vorangegangenen beiden Handelstagen schon geunkt, dass Investoren weiterhin anfällig seien für politische Störfeuer. Und prompt kochen die beherrschenden Themen wieder auf und sorgen am Dienstagmittag dafür, dass die Risikobereitschaft wieder merklich abnimmt.
08.10.2019 13:53

Hierzulande baut der SMI seine zunächst moderaten Abgaben bis 13.20 Uhr auf 0,82 Prozent aus bei rund 9'833 Punkten. Noch deutlicher geht es für den SLI abwärts, in dem die Gewichtung der drei Schwergewichte gekappt ist. Er verliert mittlerweile 1,0 Prozent. Auch in Europa sind wichtige Indizes wie der deutsche Dax oder der Cac40 in Paris mittlerweile klar im Abwärtsmodus. An der Wall Street wird der Dow Jones mit einem Minus von etwa 200 Punkten erwartet.

Die Risikoscheu zeigt sich aber nicht nur an den Aktienmärkten. So rückt der Franken bis Dienstagmittag wieder einmal als sicherer Hafen in den Fokus der Investoren. Entsprechend notiert das Euro/Franken-Paar denn auch wieder unterhalb der 1,09er Marke und auch der US-Dollar neigt zur Schwäche und nähert sich der 0,99er Marke an.

Händler führen verschiedene Punkte ins Feld, um die erhöhte Verkaufsbereitschaft zu erklären. So steht für Donnerstag die Wiederaufnahme der Handelsgespräche zwischen den USA und China auf der Agenda. Im Vorfeld nun haben beide Seiten einmal mehr ihre Muskeln spielen lassen.

So hat die US-Regierung neue Massnahmen gegen zahlreiche chinesische Regierungs- und Handelsorganisationen verkündet. Mit dem Vorwurf der Unterdrückung einer religiösen Minderheit wurden diese auf eine schwarze Liste gesetzt. China hat bereits auf den Vorstoss der USA reagiert und sich mögliche Gegenmassen vorbehalten. Ausserdem hatte Peking die Themen, über die man bereit sei zu reden, eingegrenzt.

Aber auch die Sorge vor einem chaotischen Brexit ohne ein Abkommen zur Regelung des Austritts Grossbritanniens aus der Europäischen Union ist wieder gestiegen. Laut jüngsten Medienberichten glaubt die britische Regierung nicht mehr an einen Erfolg der Gespräche über ein Austrittsabkommen. Das geht aus einer Mitteilung hervor, die der britische Sender Sky News am Dienstag aus Regierungskreisen erhalten haben will - und deren Echtheit der Deutschen Presse-Agentur vom Regierungssitz Downing Street bestätigt wurde. Die Mitteilung nimmt Bezug auf ein Telefonat der Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) mit Premierminister Boris Johnson am Morgen.

hr/tt

(AWP)