SMI legt zu - Roche hievt Schweizer Börse auf Jahreshoch

Die Schweizer Börse hat am Mittwoch fester tendiert. Vor allem ein kräftiger Kursgewinn des Index-Schwergewichts Roche hievte den Markt hoch.
03.05.2017 17:02

Der SMI steigt um knapp 0,3 Prozent auf 8891 Punkte. Vorübergehend erreichte der Leitindex bei 8899 Punkten den höchsten Stand seit Ende 2015.

Vor der Veröffentlichung der geldpolitischen Beschlüsse der US-Notenbank hielten sich die Anleger aber zurück. "Wir sind nahe den Höchstkursen. Die Luft ist allmählich dünn und es gibt politische Risiken, die Gewinnmitnahmen auslösen könnten", sagte ein Händler. So werfe etwa die zweite Runde der französischen Präsidentschaftswahlen ihren Schatten voraus. "Alles in allem sind die Anleger doch etwas zurückhaltender geworden", sagte ein Börsianer.

Eine Zinserhöhung der Fed gilt als praktisch ausgeschlossen, Experten erwarten aber ein Signal für einen solchen Schritt im Juni. Hinweise zum weiteren Vorgehen der US-Währungshüter erhoffen sich Börsianer auch von der monatlichen Jobstatistik der US-Regierung am Freitag. Einen ersten Vorgeschmack lieferten die Beschäftigtenzahlen der privaten US-Arbeitsagentur ADP: Demnach stellten die Firmen im April so wenig neues Personal ein wie seit einem halben Jahr nicht mehr. Es entstanden 177'000 neue Jobs.

Leicht getrübt wurde die von den meist guten Firmenergebnissen geprägte Stimmung durch den enttäuschenden Quartalsbericht des iPhone-Herstellers Apple. Die Apple-Aktien verloren knapp ein Prozent. Die Aktien des Schweizer Apple-Zulieferers AMS verloren 1,5 Prozent. "Die Anleger nehmen die Apple-Zahlen zum Anlass für Gewinnmitnahmen", sagte ein Händler. Der Wert Kurs der Chip- und Sensorfirma hat sich dieses Jahr mehr als verdoppelt.

Die Aktien von LafargeHolcim gaben trotz eines guten Quartalsergebnisses 2,3 Prozent nach. Der Zementkonzern erzielte dank Preiserhöhungen und Einsparungen in den ersten drei Monaten einen Gewinn von 226 Millionen Franken nach einem Verlust von 107 Millionen vor Jahresfrist. Der bereinigte Betriebsgewinn stieg um 14,5 Prozent auf 801 Millionen Franken und übertraf damit die Analystenschätzung von 783 Millionen Franken. LafargeHolcim peilt dieses Jahr weiterhin eine prozentual zweistellige Ergebnissteigerung an. Das Ergebnis sei wie erwartet, aber nicht stark genug, um die Bewertung zu rechtfertigen, kommentierte der Broker Kepler Cheuvreux.

Die Aktien von Swisscom legten 1,7 Prozent zu. Der Telekomkonzern hat im ersten Quartal bei einem um 1,9 Prozent tieferen Umsatz von 2,83 Milliarden Franken den Reingewinn um 2,5 Prozent auf 373 Millionen Franken gesteigert und damit die Analystenerwartungen von 355 Millionen Franken übertroffen.

Die Roche-Scheine rückten 1 Prozent auf 265,10 Franken vor und zeichneten damit für einen Gutteil des SMI-Anstiegs verantwortlich. Der Pharmakonzern hat von der US-Arzneimittelbehörde FDA grünes Licht für den Einsatz eines Biomarker-Tests bei Blasenkrebs erhalten. Zudem hat JPMorgan das Kursziel auf 290 von 265 Franken angehoben und die Kaufempfehlung bekräftigt.

Die Aktien von Rivale Novartis waren um 0,3 Prozent tiefer, die Anteile des Lebensmittelkonzerns Nestle notierten um 0,4 Prozent höher.

Die Aktien von Lonza büssten 1,2 Prozent ein. Der Pharmazulieferer ersetzt Actelion im SMI. Die Biotech-Firma ist wegen der Übernahme durch Johnson & Johnson aus dem Leitindex gefallen.

Die Anteile von zyklischen Firmen wie ABB oder Adecco rutschten ab. Die Aktie von Geberit legte 1,6 Prozent zu. Der Kurs war am Vortag abgerutscht, nachdem die Sanitärtechnikfirma mit ihrem Quartalsbericht die Markterwartungen verfehlt hatte.

Bankaktien waren gefragt. UBS stiegen um 0,8 Prozent und Credit Suisse rückten 0,7 Prozent vor. Bei den Versicherungen waren die Anteile von Swiss Re am Tag vor der Quartalsbilanz um 0,8 Prozent fester.

Am breiten Markt verloren die Anteile von Schmolz+Bickenbach ein Prozent. Das Quartalsergebnis des Stahlproduzenten sei besser als erwartet, der Ausblick allerdings verhalten, sagten Händler.

(Reuters)