SNB Stabilitätsbericht: Ungleichgewichte im Hypothekarmarkt etwas verringert

Die Ungleichgewichte im Schweizer Hypothekar- und Immobilienmarkt haben sich nach Ansicht der Schweizerischen Nationalbank (SNB) im vergangenen Jahr etwas verringert. Zwar sei das Hypothekarvolumen weiterhin stark gewachsen, während die Zinsrisiken auf hohem Niveau geblieben seien. Allerdings hätten die inlandorientierten Banken ihre Kapitalisierung im Gleichschritt mit risikogewichteten Aktiven und ihren Bilanzsummen verbessert, stellt die SNB in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Bericht zur Finanzstabilität fest.
15.06.2017 07:06

Die Stresstests hätten gezeigt, dass bei den meisten Inlandbanken das Überschusskapital gross genug sei, um Verluste unter den relevanten Negativszenarien aufzufangen. Dabei spielten der antizyklische Puffer, die Vorschriften für systemrelevante Banken, aber auch die vorsichtige Haltung vieler Banken eine wichtige Rolle, so die Nationalbank.

Im vergangenen Jahr wuchsen die Hypothekarvolumen um 2,7%. Die Preisentwicklung im Immobilienmarkt deute zudem auf eine Verlangsamung dieses Marktes hin. Dennoch blieben die Risiken vergleichbar mit dem Niveau im Jahr 2014, als die SNB den antizyklischen Puffer bei 2% angesetzt hatte.

Sollten die Zinsen auch in Zukunft ausserordentlich tief blieben, gebe es weiterhin Anreize, im Kreditmarkt hohe Risiken einzugehen, warnt die SNB. So könnten die Banken versucht sein, mit einem Wachstum bei den Ausleihungen den Druck auf Margen und Profitabilität aufzufangen. Das gelte umso mehr, je länger die Tiefzinsphase anhalte. Ein solches Verhalten könnte zu neuen Ungleichgewichten auf dem Hypothekar- und Immobilienmarkt führen.

Die SNB werde entsprechend die Entwicklung in den Märkten und insbesondere auch die von den Banken eingegangenen Risiken weiter verfolgen, heisst es in dem Bericht. Gleichzeitig werde der Bedarf für eine Anpassung des antizyklischen Puffers "regelmässig überprüft".

tp/uh

(AWP)