Sonova-Aktien aufgrund eines Zusammenspiels verschiedener Faktoren unter Druck

Die Aktien des Hörgeräteherstellers Sonova erreichen im Laufe des Mittwochnachmittags neue Tagestiefstkurse. Beobachter führen die Kursschwäche auf ein Zusammenspiel verschiedener Faktoren zurück. Die augenscheinlichste Erklärung ist der schwache Gesamtmarkt in Kombination mit dem seit Jahresbeginn überdurchschnittlich starken Abschneiden der Valoren des Weltmarktführers aus Stäfa. Doch auch auslaufende Leerverkäufe sowie leicht enttäuschende Absatzstatistiken für den Schlüsselmarkt USA werden als Gründe genannt.
15.11.2017 15:53

Um 15.42 Uhr tauchen Sonova Namen noch um 2,2% auf 162,80 CHF. Die kurz zuvor markierten Tagestiefstkurse liegen gar bei 162,40 CHF. Der Gesamtmarkt (SPI) verliert im Gegenzug 0,9%. In den Basiswerten sind überdurchschnittlich hohe Handelsaktivitäten zu verzeichnen, nicht aber in den Derivaten.

Für Gesprächsstoff sorgen im hiesigen Handel die jüngsten US-Absatzstatistiken. Diese zeigen für Oktober im Geschäft mit US-Kriegsveteranen gegenüber dem Vorjahr einen Volumenanstieg von 4%. Unter Ausklammerung des zusätzlichen Arbeitstages liege das effektive Wachstum jedoch darunter, so heisst es in Expertenkreisen. Nach den ersten 10 Monaten liegt das Wachstum in diesem Teilmarkt bei gerademal 1%. Trotz leichten Marktanteilsgewinnen für Sonova im Oktober werden die Statistiken als leicht negativ bezeichnet.

Erst am Montag wartete Sonova mit einem enttäuschenden Ergebnis für die erste Hälfte des Fiskaljahres 2017/18 auf. Sowohl beim Umsatz als auch beim Gewinn verfehlte der Hörgerätehersteller die Analystenerwartungen teilweise deutlich.

Nur die beibehaltenen Zielvorgaben für das Gesamtjahr verhinderten umfassendere Gewinnschätzungsreduktionen. Allerdings werden erste Zweifel an der Erreichbarkeit der firmeneigenen Zielvorgaben wach.

Nachdem die Aktien am Montag im frühen Handel vorübergehend auf 156,20 CHF kollabierten, setzten Deckungskäufe ein. Zu diesem Zeitpunkt wetteten Leerverkäufer mit geschätzten 4% der ausstehenden Titel auf tiefere Kurse. Händlern zufolge sind diese Deckungskäufe mittlerweile ausgelaufen, womit den Aktien in einem schwachen Gesamtmarkt eine wichtige Stütze wegfällt.

lb/tp

(AWP)