Strafuntersuchung gegen UBP-Beraterin wegen Spekulationen mit Kundengeldern

Zürich (awp) - Die Staatsanwaltschaft Zürich führt gegen eine Kundenberaterin der Genfer Privatbank UBP (Union Bancaire Privée) eine Strafuntersuchung. Die Bankerin soll mit den Geldern von vermögenden Kunden aus der Türkei unautorisierte Devisenoptionsgeschäfte durchgeführt haben, wie die "Neue Zürcher Zeitung" in ihrer Ausgabe vom Dienstag schreibt. Daraus sollen Verluste von rund 60 Mio USD entstanden sein.
16.08.2016 17:43

Eine Sprecherin der Zürcher Staatsanwaltschaft bestätigte am Dienstag die Untersuchung wegen der Vorwürfe der Veruntreuung, der ungetreuen Geschäftsbesorgung und Urkundenfälschung: Die Untersuchungen laufen gemäss ihren Angaben bereits seit dem Jahr 2014 und richten sich nur gegen die Beraterin und nicht gegen die Bank. Mit einer Anklageerhebung sei "spätestens im letzten Quartals 2016" zu rechnen.

Die fehlbare Mitarbeiterin wurde bereits Ende Januar 2014 entlassen, zwei Wochen nach der Entdeckung der Vorgänge, erklärte ein UBP-Sprecher gegenüber AWP. Dies belege, dass die internen Kontrollen gut funktionierten. Die Privatbank habe zudem gegen die frühere Mitarbeiterin eine Strafanzeige eingereicht. Mit Blick auf die genannte Schadenssumme meinte der Sprecher, diese sei "stark überschätzt".

Laut dem NZZ-Bericht hatte die Kundenberaterin mit den riskanten Devisengeschäften versucht, vorherige Handelsverluste auf den anvertrauten Vermögen wieder aufzuholen. Um die erneuten Verluste zu verbergen, habe sie in der Folge unerlaubt Gelder zwischen den Konti verschoben und Kontoauszüge gefälscht.

Gemäss dem Zeitungsartikel laufen parallel auch Zivilklagen der türkischen Kunden gegen die UBP. Die UBP wehre sich aber gegen die Forderungen und mache geltend, dass zumindest einige der Kunden über die Optionsgeschäfte informiert waren, so die NZZ.

Diese Vorwürfe wollte die UBP auf Anfrage von AWP nicht kommentieren. Das sei eine "alte Geschichte" und "ein Einzelfall."

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(AWP)