Swatch-Aktien werden von Ergebnisängsten belastet

Die Inhaberaktien der Swatch Group fallen am frühen Mittwochnachmittag vorübergehend auf neue Tagestiefststände. Dem Uhrenkonzern aus Biel wird damit die undankbare Rolle des Schlusslichts unter den im SMI vertretenen Unternehmen zuteil. Händlern zufolge warnt ein viel beachteter Analyst vor enttäuschenden Halbjahreszahlen. Diese Warnung wecke Ergebnisängste, so heisst es weiter.
21.06.2017 13:38

Um 13.31 Uhr tauchen Swatch Inhaber um 1,8% auf 363,90 CHF. Der Gesamtmarkt (SMI) notiert im Gegenzug bei 8'964,10 Punkten und damit um 0,66% unter dem Schlussstand vom Vortag. Während die Derivataktivitäten als rege bezeichnet werden, sind jene in den Basiswerten eher dünn.

Die Lawine ins Rollen gebracht haben dürfte Jon Cox von Kepler Cheuvreux. Wie er in einem Kommentar schreibt, rechnet zwar auch er in der ersten Jahreshälfte mit einer Margenbelebung. Allerdings befürchtet der viel beachtete Analyst, dass diese nicht ausreichen wird, um ein Abrutschen der Konsensschätzungen für das Gesamtjahr verhindern zu können. Gleichzeitig äussert Cox seine Bedenken, was die hohen Warenlager der Swatch Group anbetrifft. Im Hinblick auf die Halbjahresergebnispräsentation von Mitte Juli erwartet der Analyst nun ein weiteres Abrutschen der Kursnotierungen. Folglich stuft er die Inhaberaktien mit "Reduce" und einem Kursziel von 300 CHF ein.

Erst vor wenigen Tagen wartete schon die für Morgan Stanley tätige Louise Singlehurst in einer Branchenstudie mit vorsichtigen Aussagen zur Swatch Group auf. Die Analystin hält die Aktien des Uhrenherstellers auf dem derzeitigen Kursniveau für verletzlich. Des weiteren befürchtet sie, dass das Geschäft mit Uhrwerken für Drittanbieter die Margen auf Dauer verwässern wird. Deshalb werden die Inhaberaktien bei der US-Investmentbank mit "Underweight" und einem Kursziel von 323 CHF zum Verkauf empfohlen.

Händlern zufolge durchlebten die Swatch-Valoren in der Zeit zwischen August letzten Jahres und Anfang Mai diesen Jahres eine grundlegende Neubewertung. Dabei habe sich die von Deckungskäufen angestachelte Kursentwicklung womöglich etwas sehr vom Tagesgeschäft abgekoppelt, so lautet der Tenor. Beobachter berichten in diesem Zusammenhang auch von auffälligen Umschichtungen aus den Aktien der Swatch Group in jene des besser aufgestellten Genfer Rivalen Richemont.

Morgen Donnerstag steht die Schweizer Aussenhandelsstatistik für den Mai zur Veröffentlichung an. Die Statistik umfasst auch die für die beiden Unternehmen wichtigen Schweizer Uhrenexporte.

lb/cp

(AWP)