Swatch- und Richemont-Aktien zu Wochenbeginn unter Druck

Die Aktien der Uhren- und Schmuckkonzerne Richemont und Swatch steigen am Dienstag mit Kursverlusten in die neue Börsenwoche. Anleger nehmen Gewinne mit. Der Uhrenmarkt wachse derzeit im Vergleich zu anderen Luxusgütern deutlich langsamer, hält die Bank Vontobel in einer Studie fest. An dieser Tendenz dürfte sich 2019 kaum etwas ändern, so der Bericht weiter.
23.04.2019 10:54

Für die Richemont-Aktie bekräftigte Vontobel-Analyst René Weber jedoch die "Kaufempfehlung". Die Genfer profitierten von ihrer marktführenden Position im Schmuckgeschäft mit der Vorzeigemarke Cartier und auch vom Turnaround bei Uhren und anderen Marken, begründete er. Allerdings werde die Konsolidierung in der Sparte Online Distributors, den Online-Verkäufern von Richemont, aufs Ergebnis drücken.

An der leicht tiefer tendierenden Schweizer Börse verlieren Richemont am Dienstag bis 10.40 Uhr 0,9 Prozent auf 75,38 Franken. Damit nehmen die Anleger einen Teil der zuletzt erzielten Gewinne mit. Seit Jahresbeginn kletterten die Papiere nämlich um rund einen Fünftel in die Höhe. Unter Druck stehen am Berichtstag auch Swatch. Die Aktie büsst aktuell 1,0 Prozent auf 315,50 Franken ein. Sie weisen seit Anfang Jahr ein Plus von gut 10 Prozent aus.

Für Swatch gibt sich René Weber zurückhaltender als für Konkurrent Richemont. Er belässt das Rating auf "Hold". Swatch sei 2018 mit knapp 5,7 Prozent verglichen mit den grossen französischen Luxusgütergruppen Kering (+29%), LVMH (+11%) und Hermés (+10%) deutlich langsamer gewachsen. An eine Wachstumsbeschleunigung glaubt der Weber vorerst nicht. Er geht im ersten Halbjahr 2019 lediglich von einem niedrigen einstelligen Wachstum aus.

Swatch bleibt Marktführer

Kering, LVMH oder Hermés wachsen jedoch in erster Linie nicht im Uhrengeschäft, sondern vielmehr mit Mode, Schmuck oder etwa der Parfümerie. Am weltweiten Uhrenmarkt bleibt die Swatch Group laut Weber mit einem Marktanteil von 18,5 Prozent die Nummer 1. Swatch konnte seinen Anteil seit 2010 aber nur leicht um gut einen Prozentpunkt steigern. Demgegenüber wuchs der Marktanteil der nicht kotierten Rolex um über 3 Punkte auf 14,5 Prozent, während jener von Richemont von 15,2 Prozent auf 13,5 Prozent zurückgefallen ist.

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wuchsen die Exporte von Schweizer Uhren um 3 Prozent. Der Auftakt in das neue Jahr der Schweizer Uhrenindustrie könne man gleichwohl als geglückt bezeichnen, kommentierte ein Marktbeobachter. Zumal das Vorjahresquartal mit einem Plus von 10 Prozent eine hohe Vorjahresbasis geliefert habe. Mit Blick auf den weiteren Jahresverlauf sei aber mit einem eher "moderaten" Plus zu rechnen.

Swatch-Chef Nick Hayek gab sich derweil in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "Le Temps" gewohnt optimistisch. Er geht trotz geopolitischen Unsicherheiten und Konjunktursorgen weiterhin davon aus, dass die Gruppe die Umsatzmarke von 10 Milliarden Franken in den kommenden Jahren übertreffen könnte. Im letzten Jahr erzielte Swatch einen Umsatz in Höhe von 8,48 Milliarden. Marken wie Omega, Longines, Tissot oder auch teurere Uhren von Harry Winston oder Blancpain hätten nach wie vor grosses Potenzial, so Hayek.

mk/rw

(AWP)

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