Swiss verbietet Samsung Galaxy Note 7 auf gewissen Flügen

(Meldung ergänzt mit der Haltung der EU-Behörde: Kein komplettes Verbot des Galaxy Note 7 in Flugzeugen)
17.10.2016 17:53

Zürich (awp/sda) - Die Fluggesellschaft Swiss hat wegen Brandgefahr das Smartphone Samsung Galaxy Note 7 an Bord ihrer Flugzeuge in die USA, Kanada und Hongkong verboten. Zuvor hatten die US-Behörden das Handy als "gefährliches Material" eingestuft und Passagieren verboten, das Gerät an Bord zu nehmen.

"Das Verbot wurde am Samstag in Kraft gesetzt", sagte eine Swiss-Sprecherin am Montag gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Es gelte bis auf weiteres.

Die US-Behörden hatten das Verbot des Smartphones auf Flügen nach oder aus den Vereinigten Staaten und innerhalb des Landes am Freitag angekündigt und am Samstagmittag (Ortszeit) in Kraft gesetzt. Bei Verstössen könnten Reisende bestraft oder die Smartphones beschlagnahmt werden. Die Sicherheit an Bord stehe an erster Stelle.

Im Anschluss an die Regelung der US-Behörden untersagten zahlreiche weitere Airlines den Passagieren, Handys persönlich im Handgepäck oder in aufgegebenen Koffern zu transportieren.

EU will kein Komplett-Verbot

Die Europäische Flugsicherheitsbehörde sieht dagegen keinen Bedarf an einem Komplett-Verbot des Pannen-Smartphones in Flugzeugen nach US-Vorbild. Stattdessen hält die EASA an ihrer bisherigen Linie fest, wie sie am Montag mitteilte.

Das Gerät müsse während des Fluges ausgeschaltet sein, nicht geladen werden und sich nicht im aufgegebenen Gepäck befinden. Die Rahmenbedingungen seien anders als in den USA, erklärte die EASA. In Europa waren die Geräte gar nicht erst in den breiten Verkauf gekommen, weil es den ersten Rückruf wegen der Überhitzungs-Probleme gab.

Man glaube, dass die derzeitigen Empfehlungen die Gefahr entschärften - angesichts der geringen Anzahl der in Europa verfügbaren Geräte und des sehr geringen Risikos, dass eines dieser wenigen Smartphones im Flugzeug Feuer fange.

Vollständiger Rückruf

Vor einer Woche hatte Samsung erklärt, das Note 7 werde vom Markt genommen. Zuvor waren einige der erst im August auf den Markt gekommenen Geräte in Brand geraten.

In den USA wurde rund eine Million Geräte verkauft. Es wurden knapp 100 Fälle von Überhitzung und Feuer gemeldet.

Samsung hatte zunächst einen Austausch der ausgelieferten Handys auf den Weg gebracht. Allerdings fing kurz darauf auch ein bereits getauschtes Gerät in einem Flugzeug Feuer. Daraufhin beschloss Samsung das Aus für das Gerät. Die Ursache für die Brände sollen defekte Akkus sein.

(AWP)