Tagesüberblick Wirtschaft

Montag, 6. Februar 2017
06.02.2017 17:35

DKSH AUF EXPANSIONSKURS: (Zürich) Der Handels- und Dienstleistungskonzern DKSH hat im Geschäftsjahr 2016 mit allen wesentlichen Kennziffern die Spitzenwerte vom Vorjahr übertroffen. So stieg der Umsatz um 4,5 Prozent auf 10,5 Milliarden Franken. Der Gewinn nahm um 6,7 Prozent auf 213 Millionen Franken zu. Dabei hatte der Konzern unter einer schwachen Nachfrage in den wichtigen Märkten Thailand und Hongkong gelitten. Zulegen konnte er jedoch in Vietnam, Myanmar, Laos und Kambodscha. Dabei ist das Unternehmen fast ausschliesslich aus eigenen Kräften gewachsen. Die Übernahme der Mehrheit am chinesischen Unternehmen eSweets erhöhte den Umsatz lediglich um 0,2 Prozent. Beim Ausblick zeigte sich DKSH optimistisch. Weil Asien die wachstumsstärkste Region bleibt, erwartete DKSH auch im laufenden Jahr ein weiteres Rekordergebnis.

WENIGER GEWINN: (Laufenburg AG) Der schweizerisch-deutsche Stromkonzern Energiedienst Holding mit Sitz im aargauischen Laufenburg vermeldet für 2016 wie schon 2015 deutlich weniger Gewinn und Ertrag. Der Jahresgewinn 2016 sank um 20,6 Prozent auf 31,2 Millionen Euro. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT reduzierte sich um 10,1 Prozent auf 45,3 Millionen Euro. Dennoch lag der EBIT 2016 über den Prognosen. Das Unternehmen hatte Mitte 2016 noch 30 bis 40 Millionen Euro in Aussicht gestellt. Der Stromabsatz insgesamt nahm um rund 7 Prozent ab auf 8,8 Milliarden Kilowattstunden, im Vergleich zu 9,4 Milliarden Kilowattstunden im Vorjahr. Die Energiedienst Holding befindet sich auf dem schwierigen Weg vom traditionellen Energieversorger zum Dienstleister für erneuerbare Energien.

SCHWACHER ARBEITSMARKT: (Zürich) Seit zweieinhalb Jahren halten sich die Unternehmen in der Schweiz mit dem Aufbau von Stellen zurück. Das wird sich gemäss dem Beschäftigungsindikator der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich voraussichtlich auch in den kommenden Monaten nicht ändern. Der Indikator bleibt nämlich mit dem Wert von -2,1 Punkte weiter im negativen Bereich. Besonders negativ ist die Beschäftigungseinschätzung in der Industrie, im Gastgewerbe und bei den Banken, den Versicherungen und im Detailhandel. Im Detailhandel hat sich zwar in den letzten Monaten die Geschäftslage verbessert. Trotzdem wird die Branche in nächster Zeit voraussichtlich weitere Stellen streichen.

GELDPOLITIK VERTEIDIGT: (Zürich) Der Chef der Schweizerischen Nationalbank hat erneut die Währungspolitik des Landes verteidigt. Ohne Negativzinsen von aktuell minus 0,75 Prozent könnte der Franken noch stärker aufwerten, sagte Thomas Jordan in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Für uns sind die Negativzinsen im Moment unverzichtbar, um zumindest teilweise die historische Zinsdifferenz zum Euro und anderen Währungen zu erhalten", sagte er. Die Schweizer Banken hätten die Strafzinsen von ebenfalls 0,75 Prozent bislang besser verkraftet als prognostiziert.

HYPOTHEKEN: (Zürich) Versicherungen offerieren ihren Kunden im Durchschnitt tiefere Hypothekarzinsen als Banken. Zwischen 2012 und 2016 hätten die Versicherer die Banken bei 10-jährigen Festhypotheken durchschnittlich um rund 20 Basispunkte unterboten, schreibt der Hypothekar- und Vorsorgeberater Moneypark. Auch bei den kürzeren Laufzeiten werden die Versicherungen laut Studie immer konkurrenzfähiger. Während die Banken im Jahresverlauf 2016 die Zinsen für Festhypotheken tendenziell konstant hielten, hätten die Versicherungen die Zinsen für 5-jährige und 2-jährige Festhypotheken gesenkt, heisst es in der Studie. Im letzten Quartal 2016 hätten die Versicherer damit erstmals auch bei den 5-jährigen Festhypotheken im Durchschnitt tiefere Zinsen angeboten als Banken.

ROCHE BEKOMMT ZULASSUNG: (Basel) Das Roche-Krebsmedikament Herceptin hat in der Schweiz eine erweiterte Zulassung erhalten: Das Präparat darf künftig bei Patientinnen mit HER2-positivem Brustkrebs auch in einer neuen subkutanen Darreichungsform eingesetzt werden. Die Schweizerische Zulassungs- und Aufsichtsbehörde für Heilmittel (Swissmedic) hat die Zulassung für die Therapie im Frühstadium erteilt, wie Roche mitteilte. Die Kosten der Therapie würden von den Krankenkassen übernommen. Die neue Darreichungsform reduziere die Verabreichungszeit auf zwei bis fünf Minuten. Das flüssige Medikament musste bisher mittels einer Infusion verabreicht werden, was gemäss einer Unternehmenssprecherin 30 bis 90 Minuten in Anspruch nimmt.

AUTOMOBILINDUSTRIE: (Zürich) Der Schweizer Autohändler Amag rüstet sich für die Zukunft. Ein neuer Geschäftsbereich soll zusammen mit Universitäten und Jungunternehmer neue Lösungen für Mobilität entwickeln. Der Abgasskandal führte dazu, dass der VW-Konzern vermehrt auch auf andere Formen der Mobilität setzt. Dies betrifft auch den Schweizer VW-Importeur Amag. Ein vom Tagesgeschäft losgelöster Geschäftsbereich soll deshalb an neuen Ideen forschen. Dafür sei man mit der ETH in Kontakt und Partner der Swiss Startup Factory, sagte Amag-Chef Morten Hannesbo in einem Interview mit der "Aargauer Zeitung". Bis im Jahr 2025 plant Amag rund ein Viertel der Autos mit Elektromotoren zu verkaufen.

BANKEN-KAPITALERHÖHUNG: (Mailand) Die italienische Grossbank UniCredit hat mit der grössten Kapitalerhöhung in der Geschichte des Landes begonnen. Feste Zusagen, bei dem 13 Milliarden Euro schweren Vorhaben mitzuziehen, hat die Bank zwar noch von keinem ihrer Grossaktionäre. UniCredit-Chef Jean-Pierre Mustier muss sich aber keine Sorgen machen, die neuen Aktien loszuschlagen. Die beteiligten Banken haben die Emission garantiert, sie würden also übrig bleibende Papiere in die eigenen Bücher nehmen. Die Kapitalerhöhung ist die grösste in Europa seit 2010. Der Investmentbanker Mustier will die kapitalschwache Bank damit wieder auf ein solides finanzielles Fundament stellen.

ZUSAMMENARBEIT: (Tokio) Die beiden japanischen Autobauer Toyota und Suzuki haben ihre geplante Partnerschaft festgezurrt. Die Unternehmen unterzeichneten eine entsprechende Vereinbarung, wie Toyota in Tokio mitteilte. Nun soll die Partnerschaft bei Entwicklung und Einkauf konkret ausgearbeitet werden. Eine beiderseitige Kapitalbeteiligung ist mit der Kooperation bislang nicht verbunden. Die beiden Konzerne hatten bereits im Oktober angekündigt, stärker zusammenarbeiten zu wollen. Toyota-Chef Akio Toyoda sagte damals, über eine Beteiligung sei noch nicht entschieden. Die Unternehmen wollten sich Zeit lassen, das zu prüfen. Toyota ist nach Volkswagen der zweitgrösste Autobauer der Welt. Suzuki ist vor allem auf Kleinwagen spezialisiert und im Export von Motorrädern stark.

SCHWIERIGES JAHR: (Dublin): Ryanair stimmt die europäische Luftfahrtbranche auf ein schwieriges Jahr ein. Das irische Unternehmen sagte anhaltenden Druck auf die Flugpreise voraus. "Die Preisgestaltung wird weiter herausfordernd sein", erklärte Konzernchef Michael O'Leary. O'Leary sprach von "widrigen Marktbedingungen". Ryanair werde darauf mit einem starken Wachstum des Flugverkehrs und mit Kostensenkungen reagieren. Für das abgelaufene, dritte Quartal gab der Billigflieger einen Rückgang der Flugpreise von durchschnittlich 17 Prozent bekannt. Der Gewinn sank um acht Prozent auf 95 Millionen Euro. Im Quartal bis Ende Dezember steigerte Ryanair die Zahl der Fluggäste zwar um 16 Prozent auf 28,8 Millionen. Der Umsatz legte wegen der gesunkenen Ticketpreise aber kaum zu auf gut 1,3 Milliarden Euro.

REKORDFLUG: (Wellington) Qatar Airways hat am Sonntag den längsten Linienflug der Welt unternommen - von der katarischen Hauptstadt Doha ins neuseeländische Auckland ohne Zwischenstopp. Der Flug über 14'535 Kilometer dauerte 16 Stunden und 23 Minuten. Die Maschine sei um 19.25 Uhr MEZ (Montag, 07.25 Uhr Ortszeit) in Auckland gelandet, wie die Fluggesellschaft des Golfemirats mitteilte. Gemäss der Sitte bei Jungfernflügen bespritzten die neuseeländischen Flughafen-Rettungskräfte das Flugzeug bei der Landung mit Wasser. Auf der Strecke durchquerte die Boeing 777-200LR zehn Zeitzonen und überflog fünf Länder.

ERHOLUNG IM EURORAUM: (München) Die Stimmung der Wirtschaft im Euroraum hat sich weiter aufgehellt. "Die konjunkturelle Erholung nimmt Fahrt auf", sagte der Präsident des Ifo-Instituts, Clemens Fuest. Die befragten Experten schätzen die aktuelle Lage im laufenden Quartal günstiger ein, und die Erwartungen für das kommende halbe Jahr seien sogar deutlich positiver als im Vorquartal. Der Wirtschaftsklima-Index für den Euroraum verbesserte sich im ersten Quartal von 8,2 auf 17,2 Saldenpunkte - der beste Wert seit Herbst 2015. Das Ifo-Institut hatte 340 Experten aus vielen Ländern zur Konjunkturentwicklung und den Wirtschaftsdaten in ihrem jeweiligen Beobachtungsgebiet befragt.

GORE-TEX OHNE PFC: (München) Nach einer langjährigen Greenpeace-Kampagne soll das in Freizeitkleidung weit verbreitete wasserabweisende Gore-Tex künftig ohne umweltschädliche per- und polyfluorierte Chemikalien hergestellt werden. Das kündigte der US-Kleider-Zulieferer W.L. Gore & Associates am Montag in München an. Die ersten Produkte mit PFC-freier Imprägnierung sollen in der Herbstsaison 2018 auf den Markt kommen. Bis Ende 2020 will Gore ökologisch bedenkliche PFCs aus 85 Prozent seiner Vorprodukte für die Textilindustrie verbannen, bis Ende 2023 komplett. Gore stellt selbst keine Textilien her, sondern ist Lieferant der Outdoor-Industrie. Zu den Kunden zählen viele europäische Outdoor-Hersteller wie Salewa oder Mammut.

TIFFANY-CHEF RÄUMT POSTEN: (New York) Der Chef des Edeljuweliers Tiffany & Co, Frederic Cumenal, ist von seinem Posten zurückgetreten. Wie das US-Unternehmen mitteilte, erfolge der Rückzug Cumenals als Chief Executive Officer (CEO) mit sofortiger Wirkung. Der Verwaltungsrat sei von den jüngsten finanziellen Ergebnissen enttäuscht. Während der Suche nach einem Nachfolger werde der Vorsitzende des Kontrollgremiums und frühere CEO, Michael J. Kowalski, das Unternehmen leiten. Tiffany hatte im Januar mitgeteilt, die Verkaufszahlen für November und Dezember seien schlechter als erwartet ausgefallen.

(AWP)