Tagesüberblick Wirtschaft

Mittwoch, 15. Februar 2017
15.02.2017 17:54

MEHR UMSATZ UND GEWINN: (Luzern) Trotz dem Gegenwind in den grossen Absatzmärkten China und Indien ist es mit dem Lift- und Rolltreppenhersteller Schindler aufwärts gegangen. Der Umsatz erreichte im vergangenen Jahr einen neuen Rekord, der Gewinn den zweithöchsten Stand der Firmengeschichte. Der Umsatz stieg um 3,1 Prozent auf 9,68 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) kletterte gar um 13,1 Prozent auf 1,13 Milliarden Franken. Unter dem Strich verdiente Schindler 823 Millionen Franken. Das ist ein Plus von 10,2 Prozent. Dazu trugen auch Sondereffekte bei. So spülte der Verkauf des Geschäfts in Japan oder die Reduktion der Beteiligung am IT-Grosshändler Also ausserordentliche Gewinne in die Kasse. Schindler konnte auf allen Kontinenten wachsen, am stärksten in Europa. Auch in Asien legte der Konzern leicht zu, obwohl die Bedingungen in China und Indien hart waren.

VALIANT MIT GEWINNPLUS: (Bern) Die Valiant Bank hat 2016 den Konzerngewinn um 2,7 Prozent auf 117,5 Millionen Franken steigern können. Grund für diese Steigerung ist jedoch vor allem tiefere Abschreibungen und Wertberichtigungen. Geschäftlich dagegen spürte die Bank im vergangenen Jahr Gegenwind. So haben sich die Erträge um 0,9 Prozent auf 378,5 Millionen Franken reduziert, weil die Einnahmen aus dem Handels-, Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft rückläufig waren. Gleichzeitig sind aufgrund der Expansionsstrategie die Ausgaben um 3,7 Prozent auf 220,9 Millionen Franken gestiegen. So hat Valiant 21 zusätzliche Stellen geschaffen und in die Erneuerung der Filialen und in die Digitalisierung investiert. Für das laufende Jahr geht die Bank davon aus, dass sie das Gewinnniveau des Vorjahres halten kann.

MEHR GEWINN: (Neuenburg) Die Neuenburger Kantonalbank (BCN) hat ihren Reingewinn 2016 um 5,1 Prozent auf 36,7 Millionen Franken gesteigert. Dem Kanton Neuenburg als alleinigem Eigentümer fliessen dadurch 24,5 Millionen Franken zu. Das sind 1 Million Franken mehr als im Vorjahr. Die BCN habe dieses solide Resultat in einem von Unsicherheiten geprägten Umfeld realisiert, stellte BCV-Generaldirektor Pierre-Alain Leuenberger vor den Medien in Neuenburg fest. Er nannte unter anderem die schwierige Wirtschaftslage vieler Branchen, die in Neuenburg ansässig seien, aber auch die Negativzinsen der Schweizerischen Nationalbank. Das operative Ergebnis der Kantonalbank sank 2016 um 7,7 Prozent auf 52,2 Millionen Franken. Die Einnahmen aus dem wichtigen Zinsengeschäft stiegen dabei um 0,6 Prozent auf 94,1 Millionen Franken.

STABILER IMMOBILIENMARKT: (Zürich) Der Immobilienmarkt präsentiert sich laut einer Studie von Moneypark weiterhin stabil und gesund. Der Real Estate Risk Index habe im vierten Quartal 2016 bei 3,3 Punkten verharrt, heisst es in einer Mitteilung der Hypothekenvermittlerin. Insgesamt sehen die Experten keine erhöhten Risiken im Markt: Zwar stagniere die Arbeitslosigkeit für Schweizer Verhältnisse auf hohen 3,3 Prozent. Die Verschuldung der Haushalte nehme jedoch weiter ab und erreiche einen neuen Tiefstand. Von Tendenzen einer Überhitzung sei nichts zu spüren weder preisseitig noch bei der Vergabe von Krediten. Dank attraktiver Margen im Geschäft mit Hypotheken werde der Markt von neuen Anbietern aufgemischt und das Anbieterfeld werde noch heterogener. Kunden könnten so ihre Verhandlungsmacht für eine günstige Finanzierung nutzen.

EUROWINGS-PLÄNE: (Genf) Die Präsenz der Fluggesellschaft Swiss am Flughafen Genf steht seit Monaten auf dem Prüfstand. Es gebe derzeit keine Pläne der Lufthansa, eine Eurowings-Basis in Genf zu eröffnen, erklärte nun Lufthansa-Vorstand Karl Ulrich Garnadt gegenüber dem Online-Portal aerotelegraph.com. In der Schweiz sei man mit den Airlines der Lufthansa Group klar Marktführer und über die erfolgreiche Swiss entsprechend bestens vertreten, betonte Garnadt, der seit Januar 2016 verantwortlich für die österreichische Billigtochter der Lufthansa ist. Eurowings baue jeweils dort aus, wo eine starke Nachfrage nach preisgünstigen Direktflügen vorhanden sei. Dass ein möglicher Einsatz von Eurowings in Genf innerhalb der Lufthansa-Gruppe evaluiert werde, hatte eine Swiss-Sprecherin im Sommer 2016 auf einen entsprechenden Medienbericht hin bestätigt. Gleichzeitig hiess es aber auch, die Swiss sei sehr zuversichtlich, dass sie mit dem jetzigen Setup in Genf gut aufgestellt sei.

HOCHFLIEGENDE PLÄNE: (Basel) Der britische Billigflieger Easyjet will seinen Höhenflug am Flughafen Basel-Mülhausen fortsetzen: Für das laufende Jahr strebt die Airline am EuroAirport ein Wachstum um fünf Prozent auf rund 4,8 Millionen Fluggäste an. Neben höheren Frequenzen auf bestehenden Strecken und mehr Sitzen in einem Teil der Flugzeuge sollen auch neue Destinationen für weiteren Schub sorgen. Die Zahl der Strecken ab Basel-Mülhausen steigt mit Biarritz in Frankreich und Dubrovnik in Kroatien auf 56, wie der für die Schweiz zuständige Easyjet-Manager Thomas Haagensen vor den Medien sagte.

SCHWARZE ZAHLEN: (Amerdam/Chiasso) Der Online-Reiseanbieter Lastminute.com hat im Geschäftsjahr 2016 nach einem Verlust im Vorjahr operativ wieder schwarze Zahlen geschrieben. Der Umsatz stieg gemäss vorläufigen Zahlen um rund 5 Prozent auf 262 Millionen Euro. Das bereinigte Betriebsergebnis (EBITDA) erreichte 28,5 Millionen Euro, nach einem Fehlbetrag von 10,9 Millionen Euro im Jahr zuvor. Der Wertverlust des britischen Pfunds habe den Umsatz im zweiten Halbjahr um rund 6,5 Millionen Euro geschmälert und den operativen Gewinn um 1,8 Millionen Euro, schreibt Lastminute.com. Dennoch seien die finanziellen Ziele vollständig erreicht worden.

NEUER HAUPTSITZ: (Basel) Die Helvetia Versicherung leistet sich einen neuen und grösseren Hauptsitz. Die Stararchitekten Herzog&de Meuron sind mit dem Projekt beauftragt, das bis Ende 2023 fertig sein soll. In den sogenannten Helvetia Campus Basel in der St. Alban Anlage will die Versicherung insgesamt 200 Millionen Franken investieren. Helvetia werde in den nächsten Tagen das Baugesuch einreichen, teilte die Versicherung mit. Mit den Bauarbeiten wolle man nach den diesjährigen Sommerferien beginnen. Geplant ist, dass bis 2020 parallel zum bestehenden Hauptgebäude ein Zwillingsbau entstehen soll. Beide Hochhäuser sollen durch einen Zwischenbau miteinander verbunden werden. Im Anschluss an den Neubau soll der jetzige Hauptsitz aus den 1950-er Jahren umfassend erneuert werden. Bis 2023 soll das Projekt abgeschlossen sein.

STABILER UMSATZ: (Arlesheim BL) Die auf Naturkosmetik und anthroposophische Arzneimittel spezialisierte Weleda AG hat ihren Umsatz gehalten: Rund 390 Millionen Euro hat die Firma mit Sitz in Arlesheim 2016 umgesetzt, gegenüber 389,5 Millionen Euro im Vorjahr. Gemäss den am Mittwoch publizierten provisorischen Zahlen legte die Kosmetiksparte weltweit zwei Prozent zu auf 281 Millionen Euro. Hingegen sank der Pharma-Umsatz um fünf Prozent auf 109 Millionen. Dieser Rückgang liege vor allem am Wegfall des Krebsmittels Iscador in Deutschland.

ÖFFNUNG FÜR PRIVATANLEGER: (Genf/Bern) Die Anlagestiftung Ethos kann ihre Anlagefonds, wie geplant, auch privaten Anlegern anbieten. Die Finanzmarktaufsichtsbehörde Finma habe die Genehmigung dazu erteilt, teilte Ethos mit. Ethos hatte die Absicht dazu vor zwei Wochen im Zusammenhang mit ihrem 20-Jahr-Jubiläum angekündigt. Privatinvestoren können damit ab sofort Anteile dieser Fonds zu den gleichen Konditionen zeichnen wie qualifizierte Anleger. Die angebotenen Fonds werden gemäss den Nachhaltigkeitsrichtlinien der Stiftung geführt. So enthalten sie keine Wertpapiere aus sensiblen Wirtschaftsbereichen wie der Rüstung, der Gentechnik, der Erdöl- oder Nukleartechnik.

FLUCH UND SEGEN: (Genf) Auf dem Sofa, im Café, im Zug: Dank mobilen Endgeräten und Informationstechnologie arbeiten immer mehr Menschen unabhängig von einem festen Arbeitsplatz. Auf der einen Seite können Mitarbeiter von Zuhause oder unterwegs arbeiten und dadurch viel Zeit sparen, auf der anderen Seite verschwimmen die Grenzen zwischen Arbeit und Freizeit, wie einer gemeinsamen Studie der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) und Eurofound zu entnehmen ist. Das könne mehr Stress bedeuten, warnt die Studie. Das Fazit: Bei guter Regulierung überwiegen aber die Vorteile.

JA ZU CETA: (Strassburg) Die EU-Abgeordneten haben sich mehrheitlich für das Freihandelsabkommen CETA mit Kanada ausgesprochen. Mit der Zustimmung gelten die Teile des Vertrags, für die die Europäische Union (EU) alleine zuständig ist, voraussichtlich ab April vorläufig. Für ein endgültiges Inkrafttreten müssen noch die nationalen Parlamente der Mitgliedstaaten zustimmen. Vor dem Gebäude des Europaparlaments in Strassburg kam kurz vor der Abstimmung ein Demonstrationszug von CETA-Gegnern an. Sie befürchten, dass das Abkommen negative Folgen für den Konsumentenschutz sowie Sozial- und Umweltstandards haben wird.

KRÄFTIGER HANDELSÜBERSCHUSS: (Luxemburg) Die Eurozone bleibt im Welthandel eine Macht. 2016 steigerten die 19 Länder der Währungsunion ihre Warenverkäufe an Abnehmer ausserhalb der Eurozone zwar nur minimal auf 2,05 (Vorjahr: 2,04) Billionen Euro. Weil zugleich die Einfuhren um rund 2 Prozent auf 1,77 Billionen Euro zurückgingen, kletterte der Handelsüberschuss der Eurozone indes auf 273,9 (238,7) Milliarden Euro. Dies teilte die Statistikbehörde Eurostat aufgrund vorläufiger Berechnungen mit. Die Zahlen könnten Vorwürfe der neuen US-Regierung nähren, der die starke Position der Europäer im Welthandel ein Dorn im Auge ist. Im Zentrum der Kritik steht unter anderem Deutschland, dem mit Abstand wichtigsten Exporteur im Euroland. Der Handelsbeauftragte von US-Präsident Donald Trump, Peter Navarro, hatte unlängst gerügt, der schwache Euro mache deutsche Exportwaren im Ausland billiger. Damit beute Deutschland seine Handelspartner aus.

MOSCOVICI IN ATHEN: (Athen) EU-Währungskommissar Pierre Moscovici hat am Mittwoch in Athen für eine zügige Lösung des Schuldenstreits zwischen Griechenland und seinen internationalen Gläubigern geworben. Er und auch Eurogruppenchef Jeroen Dijsselbloem hätten den Auftrag, die Gespräche voranzubringen, und Griechenland stehe besser da als erwartet. Dabei mahnte Moscovici beide Seiten zur Vernunft: Athen müsse weiter reformieren, aber die Griechen müssten in Sachen Sparmassnahmen auch endlich ein Licht am Ende des Tunnels sehen. Der hoch verschuldete griechische Staat überlebt seit 2010 nur dank internationaler Finanzhilfen. Im Gegenzug zu den Hilfen musste sich das Land immer wieder zu schmerzhaften Kürzungen und Einschnitten verpflichten. Aktuell läuft ein drittes Hilfsprogramm mit einem Gesamtvolumen von bis zu 86 Milliarden Euro bis 2018. Auszahlungen aus dem Programm werden jeweils davon abhängig gemacht, ob Athen die zugesagten Reformschritte auch umsetzt.

FAULE KREDITE: (Frankfurt) Die Europäische Zentralbank (EZB) droht Geldhäusern mit schärferen Instrumenten, sollten sie die Richtlinien zum Abbau fauler Kredite nicht ausreichend umsetzen. Dann würden weitere Schritte im Einzelfall erwogen, hiess es in am Mittwoch veröffentlichten Aussagen von Sharon Donnery, die bei der EZB ein Team zum Abbau fauler Kredite leitet. "Zum Beispiel könnten Erwartungen in bindende Aufforderungen umgewandelt werden." Dabei würden die Forderungen in die jährliche Bankenprüfung (SREP) aufgenommen. Rechtlich sei dies der EZB möglich. Europäische Banken sitzen noch immer auf faulen Krediten in Billionenhöhe. Allein italienische Institute haben im Zuge der jahrelangen Wirtschaftsflaute einen Berg an Problemdarlehen von rund 360 Milliarden Euro aufgetürmt.

SOFTBANK KAUFT ZU: (Tokio) Der japanische Internet- und Mobilfunkkonzern SoftBank stärkt sich mit dem milliardenschweren Zukauf eines Investmentfonds in den USA. Der Kaufpreis für die Fortress Investment Group betrage 3,3 Milliarden Dollar, teilte SoftBank mit. Dies ist die erste grössere Investition der Japaner in einen Anlagefonds. Experten gehen davon aus, dass sich der Technologiekonzern Fachwissen einkaufen wollte.

GUTE GESCHÄFTE IN ASIEN: (Amsterdam) Der weltweit zweitgrösste Bierbrauer Heineken setzt nach starken Geschäften in Fernost auch im laufenden Jahr auf den Bierdurst der Asiaten. Unter anderem dank kräftig steigender Verkaufszahlen dort konnte der Konzern schwächer laufende Geschäfte in Afrika, im Mittleren Osten und Osteuropa ausgleichen. Der Umsatz des Bierbrauers stieg im zurückliegenden Geschäftsjahr um 1,4 Prozent auf 20,8 Milliarden Euro. Zwar verdienten die Niederländer mit gut 1,5 Milliarden Euro über 18 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. 2015 hatte allerdings der Verkauf der mexikanischen Verpackungstochter den Gewinn in die Höhe getrieben.

WEITERES SPARPROGRAMM: Der französische Lebensmittel-Konzern Danone hat sich ein weiteres Sparprogramm von einer Milliarde Euro in den nächsten drei Jahren auferlegt. Das eingesparte Geld soll in Wachstumsprojekte fliessen. Im vergangenen Jahr schwächte sich das Umsatzplus von zuvor 4,4 auf 2,9 Prozent ab. Mit knapp 22 Milliarden Euro lagen die Erlöse aber im Rahmen der Analystenerwartungen. Dennoch war das der geringste Anstieg seit 1997. Unter dem Strich stand mit 1,7 Milliarden Euro zwar ein deutlich höherer Gewinn als 2015. Damals hatten allerdings eine Reihe von Sonderfaktoren das Ergebnis belastet.

WENIG ARBEITSLOSE: (London) Trotz der Unsicherheiten rund um den angestrebten EU-Austritt ist die Arbeitslosigkeit in Grossbritannien auch bis zum Jahreswechsel auf dem tiefsten Stand seit mehr als elf Jahren geblieben. Zwischen Oktober und Dezember lag die Arbeitslosenquote stabil bei 4,8 Prozent. Das ist der niedrigste Stand seit Sommer 2005. Dies teilte die Statistikbehörde ONS am Mittwoch mit. Zwischen Oktober und Dezember waren den Angaben zufolge 1,6 Millionen Menschen ohne Arbeit. Das waren 97'000 weniger als im Vorjahreszeitraum. Die Zahl der Beschäftigten lag demnach bei 31,8 Millionen. Seit dem Referendum zum Brexit im Juni verharrt die Arbeitslosigkeit in Grossbritannien damit auf niedrigem Niveau.

INFLATION ZIEHT AN: (Washington) Die Inflation in den USA ist auf dem Vormarsch. Die gesamten Konsumentenpreise kletterten im Januar zum Vorjahr durchschnittlich um 2,5 Prozent, wie das Arbeitsministerium mitteilte. Dies ist der höchste Anstieg seit fast fünf Jahren. Im Dezember lag die Rate noch bei 2,1 Prozent. Die Notenbank Fed strebt zwei Prozent an. Angesichts der rund laufenden Konjunktur hat sie den Leitzins im Dezember auf 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben. Fed-Chefin Janet Yellen stellte jüngst eine baldige weitere Erhöhung in Aussicht, falls die Wirtschaft in der Spur bleiben sollte.

GUTER START: (Washington) Die US-Detailhändler sind mit einem überraschend hohen Umsatzplus in das Jahr gestartet. Die Einnahmen stiegen im Januar um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vormonat, wie das Handelsministerium mitteilte. Insbesondere an Tankstellen und in Elektronikgeschäften kam deutlich mehr Geld in die Kasse, während es in Autohäusern wegen nachlassender Nachfrage lange Gesichter gab. In dem vom umsatzstarken Weihnachtsgeschäft geprägten Dezember waren die Einnahmen nach revidierten Daten um 1,0 Prozent gestiegen. Die Konsumentinnen und Konsumenten bilden mit ihren Käufen das Rückgrat der US-Wirtschaft, wobei der Detailhandel etwa 30 Prozent des privaten Konsums ausmacht.

MEHR LOHN: (Frankfurt) Die Lufthansa und die Piloten legen ihren zähen Lohntarifkonflikt bei. Beide Seiten haben eine entsprechende Schlichterempfehlung angenommen, wie die Lufthansa mitteilte. Schlichter Gunter Pleuger hatte seit Mitte Januar mit den Tarifparteien Kompromisslinien ausgelotet und Ende voriger Woche seinen vertraulichen Lohnvorschlag vorgelegt. Auf Basis der Einigung erhalten die 5400 Lufthansa-Piloten nun 8,7 Prozent mehr Geld über sieben Jahre. Sie hatten rückwirkend ab 2012 rund 3,7 Prozent mehr Gehalt im Jahr gefordert. Die Lufthansa bot bei einer Laufzeit von sechs Jahren eine Lohnsteigerung von 0,7 Prozent pro Jahr.

ABN AMRO MIT GEWINNSPRUNG: (Amsterdam) Die niederländische Grossbank ABN Amro spürt die gute Konjunktur im Heimatmarkt. Im vierten Quartal stieg der Reingewinn um mehr als ein Fünftel auf 333 Millionen Euro. Die niederländische Wirtschaft wuchs 2016 um 2,1 Prozent und soll dieses Jahr noch einen Gang hochschalten. Dadurch verbessern sich die Zahlen im Kreditgeschäft - trotz anhaltend niedriger Zinsen. Die Risikovorsorge für faule Kredite sank bei ABN im Schlussquartal 2016 um fast drei Viertel. Erstmals seit 2010 vergrösserte sich bei der Bank der Hypothekenbereich wieder.

(AWP)