Tagesüberblick Wirtschaft

Dienstag, 28. Februar 2017
28.02.2017 17:34

ZURÜCK IN GEWINNZONE I: (Zürich) Nach dem Verlust im Vorjahr ist die Kiosk- und Brezelstandbetreiberin Valora in die schwarzen Zahlen zurückgekehrt. 2016 erzielte das Unternehmen einen Reingewinn von 63,4 Millionen Franken. Im Vorjahr hatte ein Abschreiber aus dem Verkauf der Division Handel einen Verlust von 28,8 Millionen Franken eingebrockt. Nun hat Valora eine gute Geschäftsentwicklung erlebt. Der Umsatz stieg leicht um 0,8 Prozent auf 2,095 Milliarden Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) schoss gar um 31,1 Prozent auf 72,3 Millionen Franken in die Höhe. Die Reorganisationen des Vorjahrs und die Synergien durch die Integration der Westschweizer Kioskkette Naville liessen den Gewinn stark wachsen. Zudem profitierte Valora Ansturm der Kunden, die den Rekord-Lottojackpot im November und Dezember knacken wollten. Auch Brezelkönig wuchs. 2017 will der Konzern den Betriebsgewinn auf 79 Millionen Franken verbessern.

STRATEGIE FRUCHTET: (Schaffhausen) Der Industriekonzern Georg Fischer ist 2016 profitabel gewachsen. Ob Rohrsysteme zur Gebäudekühlung, leichte Teile für Elektrofahrzeuge oder Laser für die Oberflächenbearbeitung: Die Verlagerung auf Geschäftsfelder mit höheren Margen beginnt, sich auszuzahlen. Der Umsatz kletterte um 3 Prozent auf 3,744 Milliarden Franken. Der Gewinn stieg zugleich etwas kräftiger an. Unter dem Strich erhöhte sich der Gewinn um 14 Prozent auf 225 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) legte um 5 Prozent auf 311 Millionen Franken zu, wie der Hersteller von Rohrleitungssystemen, Autokomponenten und Maschinen mitteilte.

ZURÜCK IN GEWINNZONE II: (Pfäffikon SZ) Der Industriekonzern OC Oerlikon hat 2016 in die Gewinnzone zurückgefunden. Unter dem Strich blieben ein Gewinn von 388 Millionen Franken, nachdem in der Vorjahresperiode noch ein Verlust von 418 Millionen Franken angefallen war. Als Ursachen für die Verbesserungen 2016 gibt der Konzern zwei wesentliche Effekte an. So verbuchte OC Oerlikon einen Gewinn von 289 Millionen Franken aus dem Verkauf des Segments Vacuum. Zudem liefen die Geschäfte im wichtigsten Segment Oberflächenlösungen trotz anspruchsvoller Märkte gut. Von enormen Überkapazitäten im Markt sprach das Management dagegen in der Sparte mit Kunstfasern. Für den Gesamtkonzern sanken 2016 die Umsätze um 12,7 Prozent auf 2,3 Milliarden Franken. Für 2017 rechnet das Management dagegen mit Einnahmen von rund 2,5 Milliarden Franken. An der Börse kamen die Informationen insgesamt negativ an, obwohl der Generalversammlung eine konstante Dividende von 30 Rappen je Titel vorgeschlagen wird.

AUF KURS I: (Arbon TG) Der Bauzulieferer Arbonia kommt mit seinem Konzernumbau voran. Nach einem verlustreichen Vorjahr konnte der Konzern 2016 einen Reingewinn von 7,6 Millionen Franken erwirtschaften. Im Vorjahr hatten Kosten für die Produktionsverlagerung ins Ausland sowie Wertberichtigungen dem Unternehmen einen Verlust von 177,1 Millionen Franken eingebrockt. Die übernommene Firma Looser, die ab 2017 zum Ergebnis gezählt wird, erzielte einen Reingewinn von 8,8 Millionen Franken nach 23,7 Millionen Franken im Vorjahr. Damals hatte allerdings noch ein einmaliger Gewinn von 19,8 Millionen Franken das Ergebnis aufgepolstert.

VERZICHT AUF PARTNER: (Basel) Der Zahnimplantate-Hersteller Straumann verzichtet auf eine Kontrollübernahme des südkoreanischen Implantatanbieters MegaGen. Aufgrund der jüngsten Entwicklungen und eines langwierigen Schiedsverfahrens sei eine solche Partnerschaft "unattraktiv" geworden, begründete Straumann den Rückzug. Im Juli 2016 hatte Straumann angekündigt, das Wandlungsrecht und die Kaufoption einzulösen, um die Kontrolle über MegaGen zu erwerben. MegGen leitete im Anschluss ein Schiedsverfahren zur Bestimmung des Umwandlungspreises sowie der Berechnungsmethode ein und wollte somit den Fall nach den Regeln der Internationalen Handelskammer ICC beurteilen lassen, wie Straumann bekannt gab.

MEHR GEWINN I: (Genf) Die Werbevermarkterin APG hat im Geschäftsjahr 2016 mehr verdient. Dank dem Verkauf einer Liegenschaft in Basel stieg der Reingewinn um 32,3 Prozent auf 70,5 Millionen Franken. Der Betriebsgewinn (EBIT) erhöhte sich auf 88,8 Millionen Franken. Ohne den Verkauf wäre der Gewinn stabil geblieben. Der Betriebsgewinn wäre um 0,5 Prozent gesunken, der Reingewinn um 0,8 Prozent gestiegen, wie die Vermarkterin von Aussenwerbung in einem Aktionärsbrief mitteilte. Der Umsatz legte um 0,7 Prozent auf 315,4 Millionen Franken zu.

MEHR GEWINN II: (Zürich) Das Zürcher Immobilienunternehmen Allreal hat im Geschäftsjahr 2016 bei einer tieferen Gesamtleistung unter dem Strich etwas mehr verdient. Insbesondere von Stockwerkverkäufen hat die Immobiliengesellschaft mit eigener Generalunternehmung profitiert. Das Ergebnis auf Stufe EBIT kam insgesamt bei 180,6 Millionen Franken (+1,8 Prozent) zu liegen. Dabei legte die Generalunternehmung aufgrund der Stockwerkverkäufe einen Sprung um knapp 60 Prozent auf 34,4 Millionen Franken hin. Unter dem Strich verblieb mit 112,2 Millionen Franken 2,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Das Vermietungsgeschäft entwickelte sich in etwa stabil. Die Leerstandquote sank auf 5,1 Prozent nach 6,2 Prozent per Ende Juni und 7,5 Prozent per Ende 2015.

AUF KURS II: (Cham) Der Papierhersteller Cham Paper Group hat nach einer langen Phase der Restrukturierung im vergangenen Jahr wieder mehr Umsatz erwirtschaftet. Unter dem Strich erzielte die Gruppe 2016 einen Reingewinn von 8 Millionen Franken. Mit dem Ergebnis erreichte der Spezialpapierhersteller erstmals seit der Restrukturierung wieder das angestrebte Mindestziel bei der Rentabilität, wie das Unternehmen mitteilte. Besonders der Geschäftsbereich Papier habe sich dank einer effizienteren Produktion und tieferen Rohstoffpreisen gut entwickelt. So stieg das operative Ergebnis auf insgesamt 10 Millionen Franken. Im Vorjahr waren es lediglich 2,4 Millionen Franken. Damals hatten höhere Rohstoffkosten sowie Komplikationen bei der Produktionsverlagerung von der Schweiz nach Italien das Ergebnis belastet.

RÜCKGANG: (Interlaken) Die Jungfraubahn-Gruppe hat im vergangenen Geschäftsjahr einen Verkehrsertrag von 126 Millionen Franken erzielt. Das entspricht einem Rückgang von sechs Prozent gegenüber dem Vorjahr, ist aber immer noch das zweitbeste Ergebnis der Geschichte. Spürbar auf die Besucherzahlen ausgewirkt hätten sich die Terroranschläge in Europa, die Unruhen in der Türkei und die Flüchtlingsthematik, teilten die Jungfraubahnen mit. Insgesamt 916'500 Gäste reisten 2016 aufs Jungfraujoch. Die Bahnbetreiber intensivierten nochmals die Bearbeitung der asiatischen Märkte.

NEUER PRÄSIDENT: (Lausanne) Der Waadtländer Staatsrat hat Jacques de Watteville zum künftigen Verwaltungsratspräsidenten der Waadtländer Kantonalbank (BCV) ernannt. Er ersetzt zum 1. Januar 2018 Olivier Steimer, der das Amt seit 2002 inne hat. Jacques de Watteville ist seit 2015 als Chefunterhändler für die Verhandlungen mit der Europäischen Union zuständig. Zwischen 2013 und 2016 war der gebürtige Lausanner Staatssekretär des Staatssekretariats für internationale Finanzfragen (SIF). De Watteville sei am 18. Januar 2017 in Übereinstimmung mit dem Kantonalbankgesetz (LBCV) vom Waadtländer Staatsrat zum künftigen Verwaltungsratspräsidenten der BCV ernannt worden, schreibt die Bank in einer Mitteilung. Er werde als eines der vier vom Staatsrat ernannten Mitglieder dem BCV-Verwaltungsrat beitreten.

MEHR GEWINN III: (Genf) Wegen Investitionen in die Digitalisierung und die IT-Sicherheit hat die Genfer Kantonalbank (BCGE) im operativen Geschäft zwar weniger verdient. Dennoch steigerte sie den Reingewinn auf einen neuen Höchstwert von 79 Millionen Franken. Damit blieben unter dem Strich ein Prozent mehr als im Vorjahr, teilte die Bank mit. Gemessen an der Eigenkapitalrendite von 5,8 Prozent liege die Profitabilität im Branchenvergleich weiterhin auf einem "sehr hohen" Niveau. Ein besseres Ergebnis erzielte die Bank besonders im Zinsgeschäft. Der Geschäftsertrag stieg um 0,6 Prozent auf 349,5 Millionen Franken. Wegen Investitionen in die Digitalisierung und höherer Sicherheitskosten (physisch und IT) sei der Geschäftsaufwand aber ebenfalls gestiegen. So entwickelte sich das operative Ergebnis im Gegensatz zum Gewinn rückläufig (-15 Prozent) auf 110,8 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr 2017 rechnet die Bank mit einer Rentabilität auf dem Niveau des Vorjahres.

KAPITAL BESCHAFFT: (Genf) Das Genfer Biotechunternehmen Addex hat sich 3 Millionen Franken über eine Privatplatzierung beschafft. Damit sieht sich das Unternehmen bis ins Jahr 2018 finanziert. Im Rahmen dieser Finanzierungsmassnahme seien 1,5 Millionen Aktien zu 2,00 Franken pro Stück platziert worden. Mit den nun beschafften Mitteln sei das Unternehmen finanziell so aufgestellt, dass Projekte bis Ende 2018 weiter vorangetrieben werden könnten. Die Barmittel und ähnliche Posten erhöhten sich damit von 1,4 Millionen per Ende 2016 auf 3,9 Millionen Franken. Addex hatte im Jahr 2015 unter anderem wegen eines Steuerdisputs mit Frankreich und höheren Forschungsausgaben seinen Verlust auf fast 4 Millionen Franken verdoppelt. 2016 konnte dieser dank höherer Einnahmen aus Forschungsgeldern, Kooperationsvereinbarungen und Lizenzabkommen eingedämmt werden.

MEHR GEWINN IV: (Zürich) Der Lebensmittelproduzent Orior hat im vergangenen Geschäftsjahr Umsatz und Gewinn gesteigert. Hauptgrund dafür ist der Zukauf des belgischen Fertigmenüherstellers Culionor. Der Convenienceprodukte-Hersteller und Fleischveredler steigerte den Umsatz um 5,5 Prozent auf 527,7 Millionen Franken. Im Heimmarkt kämpft Orior dagegen weiterhin mit Preis- und Wettbewerbsdruck und dem Einkaufstourismus. Hier musste der Hersteller von Produkten wie Salami- und Trockenfleischmarken wie Rapelli und und Ticinella einen Umsatzrückgang von 1,5 Prozent hinnehmen. Unter dem Strich resultierte ein Gewinnzuwachs von 11,0 Prozent auf 28,4 Millionen Franken gegenüber dem Vorjahr.

TIEFER IN DER VERLUSTZONE: (Zürich) Die Vermögensverwalterin Bellevue Group hat auch im vergangenen Jahr im Gegenwind gestanden. Unter dem Strich rutschte die Gruppe mit einem Verlust von 1,3 Millionen Franken noch tiefer in die roten Zahlen. Im Vorjahr hatte das Finanzunternehmen wegen eines massiven Goodwill-Abschreibers einen Verlust von 0,8 Millionen Franken erlitten. Nun schwächten sich die Erträge in den wichtigsten Geschäftsfeldern weiter ab. Der operative Gewinn der Gruppe brach um 41 Prozent auf 14,5 Millionen Franken ein. Besonders gelitten hat die Bank am Bellevue, die einen operativen Verlust von 3,6 Millionen Franken hinnehmen musste, nachdem sie im Vorjahr noch einen operativen Gewinn von 4,1 Millionen Franken erzielt hatte. Investitionen für den Aufbau von Vermögensverwaltungs-Dienstleistungen für Privatkunden trieben die Kosten in die Höhe. Nun wird restrukturiert. Bis zu 25 Stellen werden abgebaut.

WIEDER OPTIMISTISCHER: (Zürich) Schweizer Unternehmen sind wieder deutlich optimistischer für die Zukunft. Das Konjunkturbarometer der Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) ist im Februar auf den höchsten Wert seit 2013 angestiegen. Im Februar machte das Konjunkturbarometer einen Sprung um 5,2 Punkte auf den Stand von 107,2 Punkte. Damit würden für die nähere Zukunft überdurchschnittliche Wachstumsraten für die Schweizer Wirtschaft signalisiert, heisst es in der Medienmitteilung. Der Franken-Aufwertungsschock von Anfang 2015 scheine damit gesamtwirtschaftlich überwunden zu sein. Der ausgewiesene Wert liegt denn auch deutlich über den Erwartungen. Von der Nachrichtenagentur AWP befragte Ökonomen hatten für das Barometer lediglich einen Stand zwischen 102,0 bis 104,0 Punkten prognostiziert.

TALSOHLE ERREICHT: (Zürich) Die Maschinen-, Elektro- und Metallindustrie (MEM) konnte 2016 den Niedergang stoppen. Die Umsätze haben sich zwar um weitere 1,8 Prozent reduziert. Die Auftragseingänge nahmen gegenüber 2015 jedoch um 9,5 Prozent zu. Die Exporte erreichten zudem 2016 wieder das Vorjahresniveau. Die Ertragslage der Unternehmen ist jedoch ungenügend. 23 Prozent der Firmen haben gemäss einer Umfrage des Branchenverbands Swissmem im letzten Jahr auf der betrieblichen Ebene einen Verlust geschrieben. 34 Prozent erreichten nur eine ungenügende Marge. Der Stellenbestand der Branche hat sich in den letzten zwei Jahren um 12'600 auf noch 317'600 Stellen reduziert.

WENIGER ABSATZ: (Zürich) Tankstellen in der Schweiz haben im vergangenen Jahr weniger Benzin und Diesel verkauft. Der Treibstoffabsatz pro Tankstelle sank von 1,40 auf 1,35 Millionen Liter. Zugleich gab es weniger Tankstellen. Am 1. Januar 2017 wurden noch 3424 öffentlich zugängliche Markentankstellen gezählt, das sind 37 weniger als ein Jahr zuvor, wie die Erdöl-Vereinigung mitteilte. Der gesamte Absatz pro Tankstelle sei seit Jahren rückläufig. Laut der Erdöl-Vereinigung ist diese Entwicklung mit grosser Wahrscheinlichkeit auf die gesteigerte Motoreneffizienz zurückzuführen.

SCHWINDENDE SYMPATHIE: (Zürich) Dieselautos haben nach dem Abgas-Skandal an Attraktivität eingebüsst. Der Sympathiewert der Dieselautos hat sich laut einer repräsentativen Umfrage in der Schweiz fast halbiert. Nur noch 17,4 Prozent der Befragten stufen Dieselautos aktuell als "eher sympathisch" ein, wie aus einer Umfrage von comparis.ch und dem Marktforschungsinstitut Innofact hervorgeht. Vor der Diesel-Affäre bei VW hatten dies noch 31,5 Prozent der Befragten getan. Fast alle Befragten (90,5 Prozent) gaben an, schon einmal von der Debatte um Abgasmanipulationen bei Dieselautos gehört zu haben. "Dieselautos sind seit Bekanntwerden von Dieselgate einem permanenten medialen Kreuzfeuer ausgesetzt", wird der Autoexperte von comparis.ch, Harry H. Meier, in der Mitteilung zitiert. Da erstaune es wenig, dass auch Schweizer Autofahrer "stark verunsichert" seien.

GLEICHER WTO-CHEF: (Genf) Der Brasilianer Roberto Azevedo wird die Welthandelsorganisation (WTO) weitere vier Jahre führen. Der Allgemeine Rat der Organisation hat den 59-Jährigen für eine zweite Amtszeit als WTO-Generaldirektor wiedergewählt. Die Wahl ist keine Überraschung. Azevedo, der die WTO seit September 2013 führt, war der einzige Kandidat für das Amt. Seine Bestätigung erfolgt nur wenige Tage nach einem Meilenstein für die WTO. Am Mittwoch vor einer Woche trat das Abkommen über Handelserleichterungen (TFA) in Kraft, nachdem es die nötigen 110 Mitgliedstaaten ratifiziert hatten.

SCHNELLER GEWACHSEN: (Paris) Die französische Wirtschaft kommt vor der mit Spannung erwarteten Präsidentschaftswahl besser in Form. Das Bruttoinlandprodukt stieg von Oktober bis Dezember wegen kauffreudiger Konsumenten und höherer Investitionen der Unternehmen um 0,4 Prozent zum Vorquartal. Das Statistikamt Insee bestätigte damit eine frühere Schätzung. Im Sommer war die nach Deutschland zweitgrösste Volkswirtschaft der Euro-Zone lediglich halb so kräftig gewachsen. Im laufenden ersten Quartal könnte die Konjunktur an Stärke gewinnen. So legten die Konsumausgaben im Januar um 0,6 Prozent zum Vormonat zu, nachdem sie im Dezember noch um 1,0 Prozent gesunken waren.

SCHLECHTE KONSUMLAUNE: (London) Die wegen des Pfund-Verfalls nach dem Brexit-Referendum anziehende Inflation verdirbt den Briten zunehmend die Kauflaune. Das Barometer für die Konsumentenstimmung fiel im Februar um einen Zähler auf minus sechs Punkte, wie die GfK-Marktforscher mitteilten. Ein weiterer Indikator weist in die gleiche Richtung: Das von YouGov und dem Centre for Economics and Business Research (Cebr) ermittelte Konsumbarometer fiel von 109,6 auf 109,4 Zähler. Cebr-Direktor Scott Corfe verwies auf die Inflation, die in den kommenden Monaten wohl steigen dürfte. Zudem sei die wirtschaftliche Unsicherheit nach dem Brexit-Votum hoch. Die Teuerungsrate liegt derzeit bei 1,8 Prozent und dürfte bis Jahresende auf etwa drei Prozent klettern, sagen Ökonomen voraus.

MEHR WACHSTUM: (Wien) Österreichs Wirtschaft ist 2016 mit real 1,5 Prozent deutlich kräftiger als in den beiden vorhergehenden Jahren gewachsen. Dies hat das Wirtschaftsforschungsinstitut (Wifo) im Auftrag der Statistik Austria errechnet. 2015 und 2014 hatte das Bruttoinlandprodukt (BIP) nur um 1,0 beziehungsweise 0,6 Prozent zugelegt. Ein BIP-Plus von 1,5 Prozent für 2016 hatte das Wifo bereits im Dezember prognostiziert. Zu laufenden Preise legte das BIP 2016 um 2,8 Prozent von rund 339,9 Milliarden auf rund 349,5 Milliarden Euro zu, was pro Einwohner einem Wert von 39.990 Euro entsprach (nach 39.390 Euro im Jahr davor), wie von Statistik Austria zu erfahren war.

WENIGER SCHWUNG: (Washington) Die US-Wirtschaft hat Ende 2016 an Schwung verloren. Im vierten Quartal legte das Bruttoinlandprodukt (BIP) auf das Jahr hochgerechnet um 1,9 Prozent zu, wie das Handelsministerium mitteilte. Damit wurde eine erste Schätzung bestätigt. Im Sommer lag das Plus allerdings noch bei 3,5 Prozent. Insgesamt legte das BIP im Jahr 2016 um 1,6 Prozent zu - der schwächste Wert seit 2011. Der im Januar ins Amt gekommene US-Präsident Donald Trump will mit Steuersenkungen und Investitionen dafür sorgen, dass die Wirtschaft stärker auf Touren kommt.

AUF EXPANSIONSKURS: (Mailand) Die Kaffeehauskette Starbucks wagt sich in das Heimatland des Espresso und eröffnet in Italien im kommenden Jahr eine riesige Rösterei. Im zweiten Halbjahr 2018 sei die Rösterei in Mailand auf einer Fläche von 2400 Quadratmetern in einem früheren Palast der italienischen Post zu finden, teilte das Unternehmen mit. Starbucks-Chef Howard Schultz hatte das Unternehmen 1987 zusammen mit anderen Investoren gekauft. Bei einer Geschäftsreise nach Mailand im Jahr 1983 war er von dem Können der Italiener fasziniert. Starbucks hat damals nur Kaffee für zu Hause verkauft. Inzwischen gehören zu der Kaffeehauskette 25'000 Filialen in 75 Ländern. Die in Mailand geplante Rösterei ist weltweit die fünfte, in Europa die erste. Ursprünglich wollte Starbucks bereits in diesem Jahr nach Italien expandieren. Zuerst soll nun aber die Rösterei in Mailand eröffnen, danach sollen Filialen in Mailand folgen.

SCHULDEINGESTÄNDNIS: (Detroit/Tokio) Der Autozulieferer Takata hat mit einem Schuldgeständnis im Airbag-Skandal eine wichtige Hürde genommen. Damit kann sich das japanische Unternehmen jetzt stärker auf die Suche nach Investoren konzentrieren, um an dringend benötigtes Geld zu kommen. Ein US-Gericht akzeptierte die im Januar erzielte Einigung mit den US-Behörden. Takata-Finanzchef Yoichiro Nomura erschien dabei persönlich vor dem Gericht: "Ich möchte mich im Namen von Takata in aller Form entschuldigen", sagte er. Takata muss eine Milliarde Dollar Strafe zahlen und sich drei Jahre lang unter die Aufsicht eines unabhängigen Prüfers stellen.

(AWP)