Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Freitag, 4. März 2016
04.03.2016 17:35

MODERATER GEWINNRÜCKGANG: Der St. Galler Metallverarbeiter SFS Group hat im vergangenen Geschäftsjahr trotz Frankenstärke einen nur leichten Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Der Reingewinn reduzierte sich gegenüber dem Vorjahr um 4,7 Prozent auf 105 Millionen Franken. Diesen nur geringe Schwächung der Ertragskraft begründet der Zulieferer mit den ergriffenen Massnahmen gegen die Aufwertung des Frankens, mit Sondereffekten sowie einem saisonal bedingten höheren Umsatz im zweiten Halbjahr. Beim Sondereffekt handelt sich um einen Sondergewinn im Zusammenhang mit Pensionsleistungen in der Höhe von 15 Millionen Franken. Die negativen Währungseffekte beziffert das Unternehmen auf 47 Millionen Franken.

KLEINERES EINKOMMEN: Das katastrophale Geschäftsjahr 2015 des Versicherungskonzern Zurich hinterlässt Spuren im Portemonnaie der Konzernleitung. Ex-Chef Martin Senn verdiente 2,5 Millionen Franken, 6 Millionen weniger als im Jahr zuvor. 2014 hatte der Konzernchef, der Anfang Dezember 2015 überraschend seinen Posten räumte, noch 8,5 Millionen Franken verdient. Wie im Vorjahr betrug Senns Grundgehalt 1,6 Millionen Franken, dazu kamen Aktienanteile, Pensionskassengelder und sonstige Vergütungen, wie aus dem Geschäftsbericht hervorgeht. Hätte Senn seine Leistungsziele zu 100 Prozent erreicht, wäre er auf ein Einkommen von 6,1 Millionen Franken gekommen.

SCHWARZE ZAHLEN: Swissquote schreibt im Gesamtjahr 2015 schwarze Zahlen. In der ersten Jahreshälfte hatte eine Rückstellung die Onlinebank noch in die Verlustzone gedrückt. Der Gewinn brach im vergangenen Jahr aber auf 2,1 Millionen Franken ein von 23,5 Millionen Franken im Vorjahr. Nach der Aufhebung des Euromindestkurses hatte die Onlinebank 25 Millionen Franken zur Seite gelegt, um Minus-Saldi bei Kunden zu decken, die von der Mindestkurs-Aufhebung auf dem falschen Fuss erwischt worden waren. Im zweiten Halbjahr hätten weitere Fälle abgeschlossen werden und die Rückstellungen auf 18,4 Millionen Franken reduziert werden können, teilte Swissquote mit. Swissquote zeigte sich zufrieden und verwies auf operative Rekordzahlen beim Kundenwachstum (+ 4,2 Prozent), beim Neugeldzufluss (+ 1,2 Milliarden Franken) und beim Ertrag (+ 0,8 Prozent).

WENIGER GEWINN: Der Industriekonzern Dätwyler hat im Geschäftsjahr 2015 bei Umsatz und Gewinn mit erheblichen Währungseffekten gekämpft: Das Nettoergebnis reduzierte sich auf 82,2 Millionen Franken. Im Vorjahr waren unter dem Strich noch 97,9 Millionen Franken geblieben. Bedeutende Währungsverluste und eine höhere Steuerquote waren laut dem Unternehmen für den Rückgang verantwortlich. Der Umsatz belief sich auf 1,165 Milliarden Franken, das waren 6,9 Prozent weniger als im Vorjahr. Dätwyler gab zudem die Nachfolgeregelung an der Konzernspitze bekannt. Neuer CEO wird 2017 Dirk Lambrecht, der langjährige Leiter des Konzernbereichs Dichtungslösungen. Hälg wird der Generalversammlung im März 2017 zur Wahl als Verwaltungsratspräsident vorgeschlagen, weil Ulrich Graf sein Amt altershalber zur Verfügung stellt.

VERLÄNGERTE AMTSZEITEN: Beim Zuger Baustoffhersteller Sika soll der Sachverständigen-Ausschuss bis zum Jahr 2020 im Amt bleiben. Sika hat von der Aktionärsgruppe um Bill Gates ein entsprechendes Traktandierungsbegehren für die ordentliche Generalversammlung vom 12. April erhalten. Die Sachverständigen waren auf Begehren dieser Aktionärsgruppe an der letzten GV eingesetzt worden. Der Verwaltungsrat der Sika werde das Begehren und den Antrag prüfen, teilte Sika mit. Der Sachverständigen-Ausschuss soll das künftige Geschäftsgebaren des Verwaltungsrates und des Managements in Bezug auf die Familienholding SWH und/oder Saint-Gobain untersuchen und regelmässig über die Ergebnisse an die Aktionäre berichten. Die Aktionärsgruppe wehrt sich gegen die Übernahme von Sika durch den französischen Konkurrenten Saint-Gobain.

AUF CRASH-KURS: Die Stiftung für Konsumentenschutz (SKS) wirft dem Schweizer VW-Importeur Amag eine sture Haltung vor und setzt die Verhandlungen aus. Die Amag stelle sich kategorisch auf den Standpunkt, dass bei den betroffenen Fahrzeughaltern kein finanzieller Schaden entstanden sein könne. Dabei habe ihr die SKS nachweisliche Schadenfälle vorlegt, kritisierte die SKS in einer Mitteilung die Haltung der Amag. Auf dieser Basis sei eine Einigung unmöglich. Die SKS versuchte bislang gemeinsam mit den Konsumentenschutzorganisationen der Westschweiz und des Tessins, in einer Vereinbarung mit der Amag eine generelle Entschädigung für alle betroffenen Autobesitzer zu erreichen. In der Schweiz sind schätzungsweise rund 180'000 Autos von Marken der Volkswagen-Gruppe mit manipulierten Dieselmotoren bestückt.

SCHWARZE NULL: Restrukturierungen und Währungseffekte haben beim Heizungs- und Lüftungshersteller Zehnder im vergangenen Jahr zu einem Gewinneinbruch geführt. Unter dem Strich blieb noch ein Reingewinn von 0,3 Millionen Euro im Vergleich zu 26 Millionen Euro im Vorjahr. Der Betriebsgewinn auf Stufe (EBIT) sackte von 32,7 Millionen Euro auf 5,2 Millionen Euro ab. Hauptgrund für das schlechte Ergebnis seien Einmalkosten im Zusammenhang mit Restrukturierungsmassnahmen. Diese hätten das Ergebnis im Geschäftsjahr 2015 mit 21,8 Millionen Euro belastet. Davon entfielen 11,6 Millionen Euro auf den Verkauf einer Fabrik in Frankreich. Den Umsatz konnte Zehnder im vergangenen Jahr leicht um 2 Prozent auf 533,0 Millionen Euro steigern. Das Unternehmen profitierte allerdings davon, dass es seine Zahlen in Euro ausweist. Währungsbereinigt schrumpften die Verkäufe um 3 Prozent.

WENIGER PROFITABILITÄT: Der Maschinenhersteller Starrag hat 2015 unter einer tieferen Auslastung gelitten. Vor allem in der ersten Jahreshälfte stockte der Auftragseingang. Der Wert der Neubestellungen lag 2015 mit 333 Millionen Franken insgesamt um 18 Prozent unter dem Vorjahreswert. Der Umsatz ging im Gesamtjahr um 7,5 Prozent auf 363,7 Millionen Franken zurück, währungsbereinigt stagnierten die Erlöse. Der Betriebsgewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) verringerte sich wegen der tieferen Auslastung um fast einen Viertel auf 14,7 Millionen Franken. Der Reingewinn schrumpfte noch stärker, er ging um rund einen Drittel auf 9,5 Millionen Franken zurück. Grund dafür war die Neubewertung von nicht abgesicherten Europositionen. Im kommenden Jahr will Starrag den Umsatz und die operative Marge halten.

PROGNOSE ERHÖHT: Das Spezialitätenchemie-Unternehmen Dottikon ES hat seine Gewinnerwartungen angehoben. Für das per 31. März 2016 zu Ende gehende Geschäftsjahr wird neu eine "starke" Zunahme des Nettoumsatzes und des Reingewinns sowie eine deutliche Steigerung der Profitabilität erwartet, wie das Unternehmen mitteilte. Zuvor lautete die Prognose auf eine "weitere" Zunahme des Nettoumsatzes und des Reingewinns. Der Abschluss des Geschäftsjahres 2015/16 und der Jahresbericht werden am 31. Mai 2016 veröffentlicht.

FLOTTE VERDOPPELN: Der Markt für Kreuzfahrtreisen dürfte weiterhin kräftig wachsen. In dieser Erwartung plant die in Genf ansässige Reederei MSC, ihre Kapazitäten in den nächsten fünf Jahren auf 19 Passagierschiffe zu verdoppeln, wie MSC-Chef Gianni Onorato sagt. Der Kreuzfahrtmarkt ist zwischen 2008 und 2012 um etwa 40 Prozent gewachsen. In Europa ist die Marktdurchdringung zwar immer noch verhältnismässig schwach: Nur etwa 1,5 Prozent der Bevölkerung machen eine Kreuzfahrt. In Nordamerika sind es 5 bis 10 Prozent. Insgesamt wird es aber immer beliebter, auf diese Art Ferien zu machen. "Unser Investitionsplan ist eine Antwort auf die Nachfrage", sagt MSC-Chef Onorato in einem Interview mit der Westschweizer Zeitung "L'Agefi".

MILLIARDENÜBERNAHME: Der weltgrösste Kofferhersteller Samsonite expandiert mit einer Milliardenübernahme in den Luxussektor. Der US-Rivale Tumi wird für 1,8 Milliarden Dollar in bar gekauft. Tumi passe "perfekt" zur Strategie von Samsonite, sein Angebot für Geschäftsleute zu stärken, erklärte Unternehmenschef Ramesh Tainwala. An den Börsen fand der Zukauf viel Zuspruch. Die an der Börse in Hongkong gelistete Samsonite-Aktie stieg zwischenzeitlich auf den höchsten Wert seit Oktober. Langfristig schaffe die Übernahme grosse Synergien. Samsonite befindet sich seit einiger Zeit auf Einkaufstour. Samsonite macht einen Grossteil seiner Geschäfte in China, wo sich zuletzt das Wachstum deutlich verlangsamt hatte.

(AWP)