Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Freitag, 24. Juni 2016:
24.06.2016 17:43

MARKTINTERVENTIONEN: Nach dem Entscheid der Briten, die Europäische Union verlassen zu wollen, haben die Notenbanken auf der ganzen Welt in das Geschehen eingegriffen. Angesichts heftiger Marktreaktionen stand die Bank of England mit mindestens 250 Milliarden Pfund bereit. Die SNB hat zudem aktiv den Franken am Markt geschwächt. Weltweit bekräftigten zahlreiche Notenbanken, unter ihnen die Europäische Zentralbank EZB und die Nationalbank Japans, dass sie notfalls den Finanzmärkten mit Liquiditätsspritzen zur Seite stehen würden.

ERHOLUNG: Nach ersten heftigen Verwerfungen an den Finanzmärkten aufgrund des Brexit haben sich die Kurse im Verlauf des Tages aber erstaunlich schnell erholt. Am Freitagmorgen brachen die Aktienkurse weltweit massiv ein. Pfund und Euro verloren rasant an Wert, Anleger flüchteten sich in die "sicheren Häfen" Gold, Anleihen, Franken oder Yen. Der Aussenwert des Frankens legte zu. Im Verhältnis zu der Schweizer Währung fiel der Euro von über 1,10 zwischenzeitlich auf bis zu 1,06 Franken. Doch nach wenigen Stunden war der Spuk auch schon wieder grossteils vorbei. Euro und Pfund erholen sich deutlich von ihren Tiefständen, der Franken wurde wieder etwas schwächer. Der Euro grenzte seine Verluste ein und stieg auf 1,0838 Franken, nachdem die Schweizerische Notenbank SNB am Devisenmarkt intervenierte.

VERBÄNDE BESORGT: Die Einschätzung der Schweizer Wirtschaftsverbände und Gewerkschaften zum Brexit-Ja ist einhellig: Für die Exporteure wird der Entscheid der Briten zur Belastungsprobe. Und für die Politik rückt eine Lösung der Einwanderungsfrage mit der EU in weite Ferne. Eine weitere Aufwertung des Frankens gegenüber dem Euro und dem Pfund wird allgemein als grösste Gefahr für den Werkplatz Schweiz gesehen. Der Franken gilt trotz Negativzinsen in der Schweiz in wirtschaftlich und politisch unruhigen Zeiten nach wie vor als sicherer Hafen.

BANKEN ZURÜCKHALTEND: Die Schweizer Banken zeigen nach dem britischen Votum zum EU-Austritt zurückhaltend über die Konsequenzen des Entscheids für ihr Geschäft. Die Institute verwiesen auf die zweijährige Übergangsfrist für den Austritt Grossbritanniens aus der EU. Entsprechend werden die auf der Insel engagierten Banken zunächst einmal abwarten, wie sich das Verhältnis zwischen EU und Grossbritannien weiter entwickelt. Man sei es sich gewohnt, das Geschäft auf Veränderungen vorzubereiten, wie es dem "demokratischen Willen der Öffentlichkeit entspricht", teilte die UBS mit. Man sei nun am Anfang eines mehrjährigen Prozesses und werde "so damit umgehen, wie wir das in unserem Heimmarkt tun würden". Unmittelbar habe das Votum zum EU-Austritt keine "rechtlichen Implikationen" für Kunden wie auch für die Mitarbeitenden in Grossbritannien, teilte die Credit Suisse mit.

BIP-PROGNOSEN I: Trotz des Austrittsentscheids der Briten aus der EU (Brexit) hält die Credit Suisse an ihren Wirtschaftsprognosen für die Schweiz fest. "Im Moment passen wir unsere Prognosen für das Wachstum des Bruttoinlandproduktes nicht an", sagte CS-Ökonom Maxime Botteron. "Wir denken, dass der unmittelbare Einfluss des Brexit auf die Schweizer Wirtschaft klein ist." Die Exporte nach Grossbritannien würden nur 6 Prozent der gesamten Schweizer Exporte ausmachen, davon seien die Hälfte Pharmaexporte, die unter einem Brexit nicht leiden dürften. Ein Risiko bestünde für die Schweizer Wirtschaft, wenn sich das Wachstum in der EU und in der Euro-Zone deutlich verlangsamen würde oder der Franken sich stark aufwerten würde. "Davon gehen wir aber im Moment nicht aus", sagte Botteron. Die zweitgrösste Schweizer Bank rechnet für 2016 mit einem BIP-Wachstum von 1,0 Prozent und 2017 mit 1,5 Prozent.

BIP-PROGNOSEN II: Auch nach dem Austrittsentscheid der Briten aus der EU (Brexit) sieht die Grossbank UBS derzeit keinen Anpassungsbedarf bei ihren Prognosen für die Schweizer Wirtschaft. "Aktuell gelten die BIP-Prognosen noch", sagte UBS-Schweiz-Chefökonom Daniel Kalt. Die UBS sei mit ihren Prognosen derzeit ein bisschen unter dem Konsens der Ökonomengilde. "Insofern sehen wir keinen unmittelbaren Anpassungsbedarf." Für das laufende Jahr rechnet die grösste Schweizer Bank mit einem Wachstum des Bruttoinlandproduktes (BIP) von 1,0 Prozent und für das nächste Jahr mit 1,5 Prozent. Die UBS müsse aber in den nächsten Tagen die Reaktionen der Politik und der Finanzmärkte verfolgen. "Wenn es noch stärkere Ausschläge gibt, kann ich mir schon vorstellen, dass wir die BIP-Prognosen nach unten revidieren müssen", sagte Kalt.

BIP-PROGNOSEN III: Nach dem Austrittsentscheid der Briten (Brexit) aus der EU rechnet die Konjunkturforschungsstelle der ETH Zürich (KOF) mit einer Senkung ihrer Wirtschaftsprognosen für die Schweiz. "Ich glaube schon, dass wir die BIP-Prognosen revidieren müssen", sagte KOF-Direktor Jan-Egbert Sturm. "Wir sind nicht vom Brexit ausgegangen." Über das Ausmass der Senkung der Prognosen für das Bruttoinlandprodukt (BIP) sagte Sturm nichts. "Ich kann mir aber nicht vorstellen, dass der Brexit dramatische Effekte auf die Schweiz haben wird." Der Brexit führe zu einer grossen Unsicherheit in Europa, die für die für Investitionstätigkeit tödlich sei. Diese Folgen dürften sich auch auf die Schweiz auswirken. Besonders Firmen im Export nach Grossbritannien dürften leiden, wenn sich die Wirtschaft auf der Insel wegen des Brexit abschwäche. "Die Schweiz wird aber nicht in eine tiefe Rezession stürzen."

RATING IN GEFAHR: Der Abschied Grossbritanniens aus der EU kann sich der Ratingagentur Moody's zufolge auf die Kreditwürdigkeit des Landes auswirken. "Das Ergebnis bedeutet eine längere Zeit der politischen Unsicherheit, die auf der wirtschaftlichen und finanziellen Leistungsfähigkeit des Vereinigten Königreichs lasten wird", erklärte Moody's. "Die erhöhte Unsicherheit wird wahrscheinlich eine Delle bei den Investitionen und Vertrauen nach sich ziehen, die die Wachstumsaussichten dämpft", teilte Moody's mit. Das wiederum sei negativ für die Bonität. Moodys's bewertet die Kreditwürdigkeit Grossbritanniens derzeit eine Note unter der Bestnote AAA. Wird das Rating herabgestuft, kann das höhere Kosten bei der Schuldenaufnahme zur Folge haben.

GESTUTZTE FLÜGEL: Der British-Airways-Mutterkonzern International Consolidated Airlines Group (IAG) nimmt wegen des Brexit-Votums die Gewinnprognose zurück. Aufgrund der Unsicherheiten nach der Wahl rechne IAG in diesem Jahr nicht mehr mit einem Gewinnanstieg, der in Pfund dem Plus des vorigen Jahres entspreche. Der Konzern, zu dem neben British Airways auch die spanischen Airlines Iberia und Vueling sowie Aer Lingus aus Irland gehören, rechne aber weiterhin mit einem Gewinnplus in diesem Jahr. Langfristig werde der Brexit keine grossen Auswirkungen auf die Geschäfte der Holding haben. Die IAG-Aktien verloren an der Londoner Börse 20 Prozent.

FUSIONSPLAN BLEIBT: Die Deutsche Börse und die London Stock Exchange (LSE) verfolgen ihren Fusionsplan trotz des beschlossenen EU-Austritts Grossbritanniens weiter. Die Börsenbetreiber wollen ein Gemeinschaftsunternehmen schmieden. Die Stimmen, die den Rechtssitz der neuen Superbörse statt in London in Frankfurt ansiedeln wollen, werden jedoch lauter. Nach dem Entscheid für den Brexit forderte der Betriebsrat der Deutschen Börse erneut, dass Frankfurt Rechtssitz der geplanten Superbörse wird. "Wir fordern nicht, dass die Fusion beendet wird, aber der Hauptsitz muss nach Frankfurt", sagte die Betriebsratvorsitzende.

POSITIVE BILANZ: Ausländer haben 2015 - allen Negativmeldungen über die Entwicklung des Schweizer Tourismus zum Trotz - mehr Geld in der Eidgenossenschaft ausgegeben, als Schweizer auf ihren Reisen ins Ausland. Die Fremdenverkehrsbilanz ist somit wie seit 1975 im positiven Bereich. Zwar sank 2015 laut einer Mitteilung des Bundesamtes für Statistik der Saldo der Fremdenverkehrsbilanz um rund 62 Prozent auf nur noch 323 Millionen Franken, allerdings ist das Resultat trotz der Frankenstärke noch positiv. Der Differenzbetrag 2015 ist aber der niedrigste Wert seit 1975. Die touristischen Einnahmen sanken 2015 um 3,4 Prozent auf 15,7 Milliarden Franken. Die Ausgaben der Schweizer im Ausland blieben im vergangenen Jahr mit 15,4 Milliarden Franken in etwa konstant, wobei die Volumenausweitung von den rückläufigen Preisen - in Schweizer Franken gerechnet - kompensiert wurde.

SOZIALPARTNERSCHAFT: Die Sozialpartnerschaft soll so ausgestaltet sein, dass sie auch den Arbeitgebern bessere Bedingungen bringe. Dies hat Gian-Luca Lardi, Präsident des Schweizerischen Baumeisterverbandes (SBV), in Luzern gefordert. In der Sozialpartnerschaft brauche es Fortschritte, sagte Lardi gemäss Manuskript am Tag der Bauwirtschaft. Die Baumeister könnten nur effizient bauen und mit der internationalen Konkurrenz mithalten, wenn die Arbeitswelt einen Wandel vollziehe. Nicht nur die Arbeitnehmer, sondern auch die Arbeitgeber sollten von besseren Bedingungen ausgehen können. Der SBV-Präsident bezog sich auf die Verlängerung des Landesmantelvertrages.

VALORA VERKAUFT LOGISTIKGESCHÄFT: Die Kioskbetreiberin Valora verkauft das Logistik- und Distributionsgeschäft von Naville an den deutschen Mediendienstleister 7Days. Die Übernahme erfolgt rückwirkend auf den 1. März 2016. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart. Valora erwartet einen Geldzufluss von rund 23 Millionen Franke. Die 7Days Gruppe mit Sitz in Frankfurt werde einen nahtlosen Übergang aller Mitarbeitenden sicherstellen. Dem Deal müssen noch die Wettbewerbsbehörden zustimmen. Valora hatte Naville, den wichtigsten Kioskbetreiber der Westschweiz 2014 für 90 Millionen Franken übernommen.

NEUER "MR. ERDÖL": An der Spitze der Erdölvereinigung kommt es zu einem Wechsel: Präsident Rolf Hartl geht in Pension und übergibt sein Amt an den bisherigen Vizepräsidenten und Migrol-Chef Daniel Hofer, der die Nachfolge per sofort antritt. Der 55-jährige Hofer sei an der Mitgliederversammlung in Zürich zum neuen Präsidenten gewählt worden, teilte die Erdölvereinigung mit. Mit Hofer habe man einen "ausgewiesenen Branchenkenner" für das Präsidium gewinnen können. Der scheidende Präsident, auch "Mr. Erdöl" genannt, war insgesamt 22 Jahre lang für die Branchenorganisation tätig, davon fünf als Präsident. Bevor er das Präsidium übernahm, war Hartl zwischen 1994 und 2011 Geschäftsführer der Erdölvereinigung. Nun lässt sich der 62-Jährige frühpensionieren.

GÜNSTIGERE FLUGTICKETS: Die Kunden der Fluggesellschaft Swiss dürfen sich freuen. Die grösste Schweizer Airline, die zum Lufthansa-Konzern gehört, dürfte bis zum Jahresende ihre Preise zwischen 4 bis 6 Prozent im Durchschnitt senken. "Diese Preisreduktionen spiegeln den Kapazitätsausbau am Markt wider", erklärte eine Mediensprecherin der Swiss und bestätigte damit die Informationen vom Freitag der französischsprachigen Online-Medien "24 heures" und "Tribune de Genève". Diese Preisentwicklungen würden allerdings nur im Durchschnitt über das gesamte Flugangebot gelten, präzisierte die Sprecherin.

NEUER DIREKTOR: Der Verband der Schweizerischen Cementindustrie bekommt per Mitte 2017 einen neuen Direktor. Der Vorstand von Cemsuisse hat Stefan Vannoni zum Nachfolger von Georges Spicher ernannt. Dieser tritt nach 20-jähriger Tätigkeit in den Ruhestand, wie Cemsuisse am Freitag mitteilte. Vannoni ist gegenwärtig stellvertretender Leiter allgemeine Wirtschaftspolitik und Bildung beim Wirtschaftsdachverband Economiesuisse. Als stellvertretender Chefökonom von Economiesuisse sei er mit den Kernanliegen der produzierenden Industrie und des Wirtschaftsstandortes Schweiz bestens vertraut.

VW I: Im Zuge von Ermittlungen zur Abgas-Affäre ist in Südkorea ein Volkswagen-Manager festgenommen worden. Ein Gericht in Seoul habe gegen den leitenden Angestellten des südkoreanischen Zweigs des Autobauers Haftbefehl erlassen, sagte ein Behördensprecher. Der Manager steht demnach im Verdacht, für Abgaskontrollen Dokumente gefälscht zu haben, um eine Verkaufsgenehmigung für den südkoreanischen Markt zu erhalten. Der Nachrichtenagentur Yonhap zufolge will das Gericht klären, ob der Manager auf Anordnung aus Deutschland handelte. VW hatte im September nach Ermittlungen von US-Behörden einräumen müssen, weltweit in rund elf Millionen Dieselfahrzeugen eine illegale Software eingesetzt zu haben.

VW II: Jetzt wird es zum ersten Mal richtig teuer für Volkswagen im Abgas-Skandal. In den USA steht der Konzern kurz vor einer Einigung mit Behörden und Anwälten über Strafen und Entschädigungen für amerikanische Kunden. Die Finanznachrichtenagentur Bloomberg hatte berichtet, VW könnte den etwa 580'000 betroffenen VW-Kunden jeweils bis zu 7000 Dollar Entschädigung für ihre Autos mit Zwei-Liter-Motoren zahlen. Das "Wall Street Journal" nannte sogar Zahlungen von bis zu 10'000 Dollar in Einzelfällen. Zusätzlich werde VW Milliarden überweisen müssen, die der Umwelt zugute kommen sollen. Volkswagen selbst äussert sich bislang nicht zum Inhalt einer möglichen Einigung. Am Dienstag (28. Juni) müssen VW und die Gegenseite einen Vergleichsvorschlag vorlegen.

VW III: Der Staatsfonds Norwegens hat Volkswagen wegen des Dieselskandals auf Schadenersatz verklagt. Die Klage habe die Anwaltskanzlei Quinn Emanuel beim Landgericht Braunschweig eingereicht, erklärte der Fonds. Die Kanzlei hatte in dieser Woche mitgeteilt, für insgesamt rund 50 institutionelle Anleger Klage einzureichen. Die eingeforderte Summe belaufe sich auf etwa 680 Millionen Euro. Die Investoren werfen dem Unternehmen vor, es habe die Öffentlichkeit im vergangenen Jahr über die Manipulation von Millionen Diesel-Fahrzeugen zu spät informiert.

OFFENSIVE: Audi will nach einem Bericht des "Manager Magazins" im Jahr 2025 rund 700'000 Elektroautos verkaufen. Zwischen 25 und 30 Prozent der verkauften Audis sollten dann elektrisch angetrieben werden. Ein Audi-Sprecher wollte die Zahlen am Freitag nicht kommentieren, sagte aber: "Die Tendenz ist richtig." Der Audi-Sprecher sagte in Ingolstadt, der Anteil der Hybrid- und E-Autos bei Audi müsse deutlich steigen, damit das Unternehmen die Klimaziele erreiche. 2018 soll in Brüssel der erste rein elektrische, in Gross-Serie produzierte Audi vom Band laufen.

STRESSTEST BESTANDEN: Die erste Stresstest-Runde von 33 US-Banken ist nach Angaben der Notenbank Federal Reserve erfolgreich verlaufen. Alle Institute seien für extreme Krisenfälle gerüstet, teilte die Fed am Donnerstag mit. Ihre Kapitalpolster reichten aus, um auch mit grossen Schwierigkeiten in der Wirtschaft oder an den Märkten fertig zu werden. Im schlimmsten Fall würden die grossen Finanzinstitute über einen Zeitraum von neun Quartalen Kreditausfälle von insgesamt 385 Milliarden Dollar zu verkraften haben, blieben aber dennoch mit ihrer Eigenkapitalquote im grünen Bereich.

HENKEL KAUFT SUN: Der deutsche Waschmittelhersteller Henkel kauft für mehr als drei Milliarden Euro den kleineren US-Konkurrenten Sun Products. Einschliesslich Schulden hat die Transaktion ein Volumen von rund 3,2 Milliarden Euro. Verkäufer ist ein Fonds des Finanzinvestors Vestar Capital Partners. Sun Products hat Waschmittelmarken und Weichspüler im Programm und beliefert auch führende Handelsketten in Nordamerika. Der Zukauf kommt nicht überraschend, da der seit 1. Mai amtierende Henkel-Chef Hans Van Bylen zuletzt bereits Zukäufe angekündigt hatte. Das übernommene Unternehmen erzielte 2015 nach Angaben von Henkel in den USA und Kanada einen Umsatz von rund 1,4 Milliarden Euro. Sun Products beschäftigt rund 2000 Mitarbeiter.

RAZZIA BEI THYSSENKRUPP: Im Zusammenhang mit Bestechungsvorwürfen gegen die Rüstungsfirma Atlas Elektronik hat die Bremer Staatsanwaltschaft Räumlichkeiten von Thyssenkrupp in Essen durchsucht. Das bestätigte Staatsanwalt Frank Passade am Freitag. Dabei hätten die Ermittler den früheren Compliance-Vorstand des Mischkonzerns, Thomas Kremer, im Visier. Dieser hatte bereits im März Ermittlungen gegen sich bekanntgemacht und die Vorwürfe zurückgewiesen. Bei den Untersuchungen geht es um die angebliche Bestechung ausländischer Amtsträger. Atlas Elektronik ist ein Gemeinschaftsunternehmen von Thyssenkrupp Marine Systems und Airbus.

(AWP)