Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Dienstag, 26. Juli 2016
26.07.2016 17:40

UMSATZ GEHALTEN: Im ersten Halbjahr hat der Industriekonzern Sulzer seinen Umsatz mit 1,38 Milliarden Franken im Jahresvergleich praktisch halten können. Allerdings erwartet der Konzern für das Gesamtjahr nach wie vor einen um 5 bis 10 Prozent tieferen Umsatz. Der Nettogewinn dagegen stieg von 26,8 auf 50,4 Millionen Franken. Die Bestellungen gingen vor allem wegen des rückläufigen Öl- und Gasmarktes zurück. Dennoch passte das Unternehmen seine Prognose für den Geschäftsverlauf nach oben an. Bisher hatte Sulzer mit einem Rückgang bei den Bestellungen für das Gesamtjahr von minus 5 bis minus 10 Prozent gerechnet. Neu geht das Unternehmen davon aus, dass der Rückgang "in der Nähe von minus 5 Prozent" liegen dürfte.

GEWINNSPRUNG DANK ABGANG: Die Bank Vontobel hat auch dank dem Abgang des Star-Fondsmanagers Rajiv Jain im ersten Halbjahr den Gewinn steigern können. Er stieg gegenüber dem Vorjahr um 8 Prozent auf 105,7 Millionen Franken. Hauptgrund dafür sind die durch den Abgang von Jain gesunkenen Kosten. Der Geschäftsaufwand hat sich um 5 Prozent reduziert. Weil mit dem Fondsmanager auch ein Teil der Kunden die Bank gewechselt haben, reduzierte sich die Vermögen mit Verwaltungsmandat um 10 Prozent auf 85 Milliarden Franken. Davon betroffen war ausschliesslich das Asset Management. Im Private Banking dagegen verzeichnete die Bank einen Neugeldzugang von einer Milliarde Franken.

AUF WACHSTUMSKURS: Der Zulieferer in der Automobilindustrie, Autoneum, hat für das erste Geschäftshalbjahr gute Resultate erzielt. Der Konzerngewinn der Industriegruppe stieg um rund 380 Prozent auf 81,4 Millionen Franken. Dieser enorme Sprung ist allerdings hauptsächlich auf die Zahlung einer Busse an das deutsche Bundeskartellamt im Vorjahr sowie auf den Verkauf eines amerikanischen Werks zurückzuführen. Doch auch ohne diese Effekte legte der Reingewinn um rund 25 Prozent auf 60,6 Millionen Franken zu. Der Umsatz erhöhte sich im ersten Semester um 7,5 Prozent auf rund 1,1 Milliarden Franken.

GEWINN: Der Maschinenhersteller Mikron spürt den starken Franken und auch die Zurückhaltung der Autoindustrie bei Investitionen. Unter dem Strich machte Mikron nach dem Verlust von 3,9 Millionen Franken im Vorjahr aber wieder 0,4 Millionen Franken Gewinn. Dass der Bestellungseingang mit einem Volumen von 124,7 Millionen Franken 5 Prozent höher war als im Vorjahr, ist dem Geschäftssegment Automation zuzuschreiben. Dank starkem Wachstum seien Pharma- und Medizinalgeräte gefragt. Schlechter lief es für die Sparte Machining: Ihre wichtigsten Abnehmer sind Unternehmen der Autoindustrie, und diese investierten zurückhaltend.

WACHSTUM: Der IT-Logistiker Also beendet das erste Halbjahr mit mehr Gewinn und ist wie schon im Vorjahr gewachsen. Der Konzerngewinn von 27,8 Millionen Euro war 14 Prozent höher als jener der Vorjahresperiode. Der Umsatz stieg um fast 3 Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro. Das Konzernergebnis vor Steuern (EBT) nahm um 12 Prozent auf 40,3 Millionen Euro zu. In Polen, in den Benelux-Staaten sowie in Slowenien hat Also zugelegt. Das Unternehmen ist nach eigener Prognose auf gutem Weg, im laufenden Jahr seinen Gewinn im Vergleich mit dem Vorjahr zu steigern.

AUFGESTOCKT: Der Grossbrauer Anheuser-Busch will die Aktionäre von SABMiller mit einer höheren Offerte von der anvisierten Megafusion überzeugen. Vor dem Hintergrund des Pfund-Kurssturzes stockt AB Inbev seine Offerte auf. Entstehen soll der weltweit grösste Bierkonzern. Das Bargebot werde auf 45 Pfund je Aktie (rund 58 Franken) erhöht, teilte der belgische Konzern mit. Das neue Gebot entspricht einem Gesamtvolumen von 79 Milliarden Pfund (rund 102 Milliarden Franken). Im Oktober 2015 hatte AB Inbev noch 70 Milliarden Pfund geboten, die zu damaligen Währungskursen noch 105 Milliarden Franken wert waren.

KASSE GEMACHT: Die Teilprivatisierung der Flugsicherung hat der italienischen Regierung 759 Millionen Euro in die Kassen gespült. Sie brachte einen Anteil von 42,5 Prozent des Unternehmens Enav an die Mailänder Börse. Dort war die Aktie so gefragt, dass der Ausgabepreis mit 3,30 Euro pro Anteilsschein am oberen Ende der anvisierten Spanne festgelegt werden konnte. Der italienische Staat nahm bereits knapp 3,4 Mrd. Euro ein, indem er ein Drittel der italienischen Post an die Börse brachte. Auch eine Teilprivatisierung des Bahnunternehmens Ferrovie dello Stato ist geplant.

SCHWÄCHERES WACHSTUM: Italiens Wirtschaft wird nach Einschätzung der Haushaltsexperten des Parlaments dieses Jahr schwächer wachsen als von der Regierung erwartet. Das Haushaltsbüro der Volksvertretung veranschlagt laut am Dienstag veröffentlichter Zahlen für 2016 ein Plus beim Bruttoinlandprodukt von weniger als einem Prozent. Ministerpräsident Matteo Renzi rechnet hingegen mit einem Wachstum von 1,2 Prozent im laufenden Jahr. Auch die Notenbank in Rom und der Internationale Währungsfonds (IWF) halten diese Prognose für zu hoch gegriffen.

WENIGER GEWINN I: Die Trendwende beim Fast-Food-Riesen McDonald's droht schon wieder ins Stocken zu geraten. Im zweiten Quartal sank der Gewinn verglichen mit dem Vorjahreswert um neun Prozent auf 1,09 Milliarden Dollar (1,1 Milliarden Franken). Der Umsatz schrumpfte um vier Prozent auf 6,27 Milliarden Dollar. Analysten hatten beim Gewinn deutlich mehr erwartet. Am Markt wurden die Zahlen enttäuscht aufgenommen. Nach Monaten der Krise war es McDonald's Anfang Jahr noch gelungen, deutlich mehr Kundschaft in die Schnellrestaurants zu locken. Vor allem in den USA konnte der Konzern mit ganztägigem Frühstück und Billig-Angeboten punkten.

WENIGER GEWINN II: Der weltgrösste Baumaschinen-Hersteller Caterpillar bekommt die Eintrübung der globalen Konjunktur zu spüren. Wegen flauer Nachfrage senkte der US-Konzern seine Prognose für das laufende Jahr. Es sei nur noch mit Umsätzen zwischen 40 und 40,5 Milliarden Dollar zu rechnen, teilte das Management mit. Bislang hatte Caterpillar zwischen 40 und 42 Milliarden Dollar angepeilt. Von April bis Juni erwirtschaftete der Hersteller von Maschinen für den Schienen-, Strassen- und Bergbau sowie die Ölwirtschaft einen Gewinn von 550 Millionen Dollar. Das sind allerdings knapp 30 Prozent weniger als noch vor einem Jahr.

WENIGER GEWINN III: Ein mehrwöchiger Streik von Mitarbeitern und milliardenschwere Sonderbelastungen haben dem US-Telekomriesen Verizon zu schaffen gemacht. Im zweiten Quartal brach der Gewinn auf 702 Millionen Dollar von 4,23 Milliarden vor Jahresfrist ein. Zu dem Gewinnrückgang hätten unter anderem hohe einmalige Kosten im Zusammenhang mit neuen Arbeitsverträgen sowie dem Verkauf eines regionalen Festnetzgeschäfts an Frontier Communications geführt. Zudem entschieden sich zuletzt immer mehr Kunden für günstigere Telekomverträge. Am Montag hatte Verizon angekündigt, für knapp fünf Milliarden Dollar das Kerngeschäft von Yahoo kaufen zu wollen.

LEICHT GESUNKEN: Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Juli etwas eingetrübt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen fiel leicht auf 97,3 Punkte, wie das Institut Conference Board am Dienstag zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Experten hatten mit einem deutlicheren Rückgang auf 95,9 Zähler gerechnet. Der private Konsum ist der Eckpfeiler der amerikanischen Wirtschaft. Er macht etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus. Daher blickt auch die Notenbank Federal Reserve mit besonderem Interesse auf die Daten. Sie kommt am Mittwoch zu ihrer nächsten Sitzung zusammen.

MILLIONENFACH HERUNTERGELADEN: Das Smartphone-Spiel "Pokémon Go" wurde in knapp drei Wochen mehr als 75 Millionen Mal auf iOS- und Android-Geräten weltweit heruntergeladen. Das berichte das Branchenportal "Techcrunch" unter Berufung auf die Datenanalysten von SensorTower. Dagegen durchbrach etwa die Dating-App Tinder, die bereits seit 2012 auf dem Markt ist, erst im Januar diesen Jahres die 100-Millionen-Marke. "Pokémon Go" ging Anfang Juli in den USA, Neuseeland und Australien an den Start. Nach und nach folgten weitere Märkte. Derzeit ist das Spiel in 32 der 100 insgesamt Länder verfügbar, in denen Apple und Google ihre Apps anbieten.

(AWP)