Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 18. August 2016
18.08.2016 17:40

GERINGERES WACHSTUM: Der weltgrösste Nahrungsmittelkonzern Nestlé ist von Januar bis Juni aus eigener Kraft um 3,5 Prozent gewachsen. Damit hat sich die Dynamik im zweiten Quartal abgeschwächt. Nach drei Monaten hatte Nestlé noch ein organisches Wachstum von 3,9 Prozent ausgewiesen. Nestlé begründet den Rückgang mit der schleppenden Konjunktur und der geringen Inflation, die Preiserhöhungen erschwerte. Gleichzeitig konnte das Unternehmen die Profitabilität dank Sparanstrengungen und den tiefen Rohstoffpreisen verbessern. Der Gesamtumsatz von Januar bis Juni betrug mit 43,2 Milliarden Franken nur unwesentlich mehr als im Vorjahr. Währungseffekte belasteten den Umsatz mit 2 Prozent. Unter dem Strich resultierte ein Gewinn von 4,1 Milliarden Franken, 0,4 Milliarden weniger als im Vorjahr. Der Konzern weist auf höhere einmalige Steuerbelastungen hin.

GEWINN DANK ITALIEN-TOCHTER: Die Swisscom hat im ersten Halbjahr mehr Gewinn gemacht. Grund ist die italienische Breitbandtochter Fastweb, die ausserordentliche Erträge in die Kasse spülte. Das Schweizer Kerngeschäft ist dagegen unter Druck. Während der Umsatz im ersten Halbjahr mit 5,769 Mrd. Fr. praktisch stabil blieb, legte der Betriebsgewinn vor Abschreibungen und Amortisationen (EBITDA) um 4,4 Prozent auf 2,227 Mrd. Fr. zu. Der Anstieg sei im wesentlichen Fastweb zu verdanken, die neben einem guten operativen Ergebnis eine Entschädigung von Telecom Italia von 55 Mio. Euro als Folge einer aussergerichtlichen Einigung in einem Rechtsstreit erhalten habe, teilte die Swisscom mit. Unter dem Strich blieb beim "blauen Riesen" ein Reingewinn von 788 Mio. Fr. übrig. Das ist lediglich noch eine Steigerung um ein halbes Prozent, da höhere Abschreibungen auf das Resultat drückten.

VERLUST VON STELLEN: Beim Hörgerätehersteller Bernafon verschwinden bis zu 80 der 150 Stellen: Die Muttergesellschaft William Demant hat beschlossen, die in Bümpliz angesiedelte Entwicklungsabteilung für Hörgeräte und die interne Qualitätssicherung nach Dänemark und Polen zu verschieben. Der Mutterkonzern will laut einer Mitteilung die Organisationsstruktur vereinfachen und auf den wachsenden Kostendruck reagieren. In Bern habe die Frankenstärke die Hörgeräte-Entwicklung verteuert. Die Verlagerung an die bestehenden Standorte in Dänemark und Polen soll bis Ende 2017 erfolgen. Den betroffenen Mitarbeitern sollen andere Stellen innerhalb des Konzerns angeboten werden - sei es in Dänemark, Polen oder auch etwa Frankreich und Schweden. Etwa 30 Prozent des Bernafon-Personals sind ausländische Arbeitskräfte.

VERZICHT AUF ÜBERNAHME: Der Industriekonzern Dätwyler kauft den britischen Elektronikgrosshändler Premier Farnell nun doch nicht. Das Unternehmen verzichtet auf ein höheres Angebot, nachdem der Konzern von der amerikanischen Avnet überboten worden war. Das Angebot für Premier Farnell wird daher verfallen. Dennoch will Dätwyler weiter durch Zukäufe wachsen.

BELL AUF WACHSTUMSKURS: Die Expansion bei Bell geht nach einem erfolgreichen Halbjahr weiter: Der Fleisch- und Fertiggerichtekonzern kauft den Walliser Charcuteriespezialisten Cher-Mignon. Alle 25 Mitarbeiter werden übernommen. Über den Kaufpreis des Unternehmens mit 13 Millionen Franken Umsatz macht Bell keine Angaben. Bereits im vergangenen Halbjahr ist Bell vor allem dank Zukäufen gewachsen. Der Umsatz stieg markant um 26,2 Prozent auf 1,6 Milliarden Franken. Auf operativer Ebene bleibt ein Gewinn (Ebit) von 61 Millionen Franken (+34,2 Prozent). Der Reingewinn nach Minderheiten legte um 13,3 Prozent auf 36,2 Millionen Franken zu.

KUDELSKI MIT GEWINNPLUS: Der Technologiekonzern Kudelski ist im ersten Halbjahr dank Zukäufen und neuen Patentvereinbarungen weiter gewachsen. Der Gewinn hat sich sogar mehr als verdoppelt. Der Reingewinn ist von 9,8 Millionen Franken im Vorjahreszeitraum auf 21 Millionen Franken gesprungen. Der Umsatz legte um 11,6 Prozent auf 481,8 Millionen Franken zu. Das Unternehmen spricht in seiner Mitteilung von einer soliden Leistung. Diese soll im zweiten Halbjahr fortgeführt werden. Beim Ausblick bleibt Kudelski bei der Annahme, dass der Umsatz 2016 etwa eine Milliarde betragen wird.

MEHR ERWERBSTÄTIGE: Die Zahl der Erwerbstätigen hat im zweiten Quartal 2016 mit 5,033 Millionen einen neuen Höchststand erreicht. Anders als im übrigen Europa nahm aber auch die Erwerbslosigkeit in der Schweiz leicht zu. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2015 wurden dieses Jahr 1,6 Prozent mehr Erwerbstätige gezählt, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) mitteilte. Mit 2,7 Prozent war die Zunahme bei den ausländischen Arbeitskräften mehr als doppelt so stark wie bei den schweizerischen (+1,2 Prozent). Im zweiten Quartal 2016 waren in der Schweiz gemäss Definition des Internationalen Arbeitsamtes (ILO) 208'000 Personen erwerbslos, 8000 mehr als ein Jahr zuvor. Der Anteil der Erwerbslosen an der Erwerbsbevölkerung erhöhte sich im selben Zeitraum geringfügig von 4,2 auf 4,3 Prozent.

GEWINNRÜCKGANG BEI BCV: Auch die Waadtländer Kantonalbank (BCV) stand im ersten Halbjahr in rauem Gegenwind: Negativzinsen, flaue Finanzmärkte und weniger Handelsgeschäft. Der Geschäftsertrag der BVC-Gruppe sank im ersten Halbjahr um 6 Prozent auf 494,1 Millionen Franken, verglichen mit dem ersten Halbjahr 2015. Der Geschäftserfolg ist mit einem Minus von 2 Prozent auf 197,9 Millionen Franken nur leicht zurückgegangen. Dies dank weniger Rückstellungen und guter Kostenkontrolle, so die BVC in einer Mitteilung. Der Konzerngewinn fiel im Vergleich zum ersten Halbjahr 2015 um markante 13 Prozent auf 156,7 Millionen Franken. Diesen Rückgang begründet die BVC mit einem ausserordentlichen Ertrag aus dem Verkauf der Beteiligung an Swisscanto im Vorjahr.

MEHR UMSATZ FÜR SIEGFRIED: Der Zukauf des Wirkstoff-Geschäfts von BASF hat beim Pharmazulieferer Siegfried das erste Halbjahr 2016 geprägt. Der Umsatz wuchs dank der Akquisition um drei Viertel auf 353,6 Millionen Franken, während die Integrationskosten den Gewinn um fast einen Drittel drückten. Unter dem Strich verdiente Siegfried mit 14,0 Millionen Franken 30,5 Prozent weniger als in der Vorjahresperiode, wie aus dem Halbjahresbericht hervorgeht Ohne die Integrationskosten wäre der Reingewinn um 4,6 Prozent gestiegen. Der Betriebsgewinn vor Steuern und Zinsen (Ebit) sank um 3,1 Prozent auf 19,9 Millionen Franken. Die Integrationskosten ausgeklammert hätte er um 16,9 Prozent zugelegt.

COMET AUF WACHSTUMSKURS: Der Freiburger Hersteller von Röntgensystemen Comet hat starke Semesterresultate vorgelegt. Der Umsatz stieg um 15,1 Prozent auf rund 150 Millionen Franken. Der Reingewinn sprang auf 8,6 Millionen Franken nach 1,7 Millionen Franken in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn auf Stufe Ebitda legte um 35,4 Prozent auf 16,6 Millionen Franken. Die operative Gewinnmarge erhöhte sich um 1,7 Prozentpunkte auf nunmehr 11,1 Prozent. Für das Gesamtjahr sieht sich das Unternehmen auf Kurs und bestätigt seine Ziele. An der Börse kamen die Nachrichten gut an und die Aktie stieg sofort um über 3 Prozent.

EVOLVA WEITET VERLUST AUS: Das Biotechunternehmen Evolva weist für das erste Halbjahr 2016 mit 3,7 Mio. Franken deutlich weniger Umsatz aus als in der durch Sonderfaktoren geprägten Vorjahresperiode. Der Nettoverlust stieg von 17 auf 18,8 Millionen Franken, wie die Firma mit Sitz in Reinach BL mitteilte. Im ersten Halbjahr 2015 hatte der Verkauf des Produkts EV-35 mit 4 Millionen einmalig zu Buche geschlagen. Daher sank der Umsatz im Semestervergleich nun von 8,3 auf 3,7 Millionen Franken. Der Betriebsaufwand sank von 25,2 auf 24,3 Millionen Franken. Finanzergebnis samt Steuern verbesserten sich von -0,1 auf 1,8 Millionen. Unter dem Strich resultierte ein um 1,8 Millionen höherer Nettoverlust von 18,8 Millionen Franken.

CEMBRA LEGT ZU: Die auf Konsumkredite spezialisierte Cembra Money Bank ist im vergangenen Halbjahr unter anderem dank Gebühreneinnahmen von Kreditkarten und Gewinnbeteiligungen aus Versicherungen gewachsen. Der Nettoertrag wuchs um 4 Prozent auf 197,4 Millionen Franken. Der wichtigste Ertragspfeiler, der Zinserfolg, stieg um 2 Prozent auf 150,3 Millionen Franken. Der Reingewinn stieg um 3 Prozent auf 71,8 Millionen Franken. Die Cembra Money Bank bezeichnet das Ergebnis in der Mitteilung als ausgezeichnet.

WENIGER GEWINN FÜR LINTH: Der Gewinn der Bank Linth ist in den ersten sechs Monaten 2016 um 12,4 Prozent auf 10,1 Millionen Franken abgesackt. Grund dafür war ein Sondereffekt aus dem Vorjahr. Ohne diesen verharrte der Gewinn auf dem Vorjahresniveau. Dass die Bank einen kleineren Halbjahresgewinn verbuchte, lag an den im Vorjahr zugunsten der Erfolgsrechnung aufgelösten Reserven für allgemeine Bankrisiken, wie die Bank mitteilte. Den Geschäftserfolg konnte die Bank dank einem starken Zinsgeschäft und weniger Aufwand auf dem Vorjahresniveau halten.

CHAM LEGT ZU: Beim Spezialpapierhersteller Cham Paper Group geht es bergauf. Unter dem Strich verdiente die Gruppe in der ersten Jahreshälfte 3,3 Millionen Franken - nach 79'000 Franken im ersten Halbjahr 2015. Nach der abgeschlossenen Restrukturierung blickt das Management positiv in die Zukunft. Das Betriebsergebnis belief sich auf 5,2 Millionen Franken, verglichen mit 3 Millionen Franken vor Restrukturierung im Vorjahr. Cham Paper Group hatte in den Vorjahren die Produktion in der Schweiz stillgelegt und sich auf die beiden italienischen Standorte konzentriert. Auch beim Umsatz sah es nun in den ersten sechs Monaten 2016 rosiger aus als noch vor einem Jahr: Der Umsatz stieg um 3 Prozent auf 103,8 Millionen Franken.

SCHWACHE NACHFRAGE: Beim Klima- und Fertigungstechnikkonzern Walter Meier war das erste Halbjahr 2016 von einer anhaltenden Nachfrageschwäche im Sanierungsgeschäft von Heizungsanlagen geprägt. Der Umsatz reduzierte sich auf 110,5 Millionen Franken von 113,5 Millionen Franken in der Vorjahresperiode. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT ging um etwas mehr als 10 Prozent auf 3,4 Millionen Franken zurück. Dafür führt Walter Meier projektbezogene Einmalkosten an, die im Zusammenhang mit dem Bezug und der Inbetriebnahme des neuen Zentrallagers in Nebikon stünden. Der Konzerngewinn verbesserte sich um rund 23 Prozent auf 2,8 Millionen Franken - dies, weil einmaligen Aufwendungen für die Fixierung des Euro-Kurses per Ende Juni weggefallen sind.

WENIGER TV-KUNDEN: Die Kabelnetzbetreiber in der Schweiz haben in den letzten 12 Monaten erneut Abonnenten beim Fernsehen verloren, aber mehr Internet- und Telefoniekunden gewonnen. Die Branche verlor im Kerngeschäft 129"000 TV-Abonnenten. Das entspricht einer Abnahme von 5 Prozent, wie der Branchenverband der Kommunikationsnetze Suissedigital (früher: Swisscable) in einem Communiqué bekannt gab. Suissedigital sind 200 privatwirtschaftlich wie auch öffentlich-rechtlich organisierte Unternehmen angeschlossen, die 2,45 Millionen Haushalte mit Radio, TV, HDTV, Internet und Telefonie versorgen. Der Verband versteht sich als Gegenpol zur Telekomriesin Swisscom.

NEUER CHEF: Der Buchhändler Orell Füssli Thalia hat nach langer Suche einen neuen Chef. Frank Egholm tritt den Posten des CEO Anfang Oktober 2016 an. Seit dem Weggang von Michele Bomio Ende 2015 hatte Finanzchef Pascal Schneebeli das Unternehmen ad interim geführt. Zuletzt habe Egholm als Geschäftsführer das Geschäft des Büromaterialhändlers Staples in der DACH-Region verantwortet, heisst es in einer Mitteilung von Orell Füssli. Weitere Stationen waren unter anderem Aldi Dänemark und Lego. Das Unternehmen war 2013 entstanden, als Orell Füssli und die deutsche Thalia Holding ihr Buchhandelsgeschäft zusammengelegt hatten. Den Angaben zufolge ist Orell Füssli Thalia der grösste Buchhändler in der Schweiz.

BSI-BANKER VOR GERICHT: Einem ehemaligen Angestellten der in den Schmiergeldskandal um den malaysischen 1MDB-Fonds verwickelten Schweizer Bank BSI wird nun der Prozess gemacht. Die Verhandlungen vor einem Gericht in Singapur seien für Oktober und November angesetzt, teilte die Kammer der dortigen Generalstaatsanwaltschaft mit. Dem früheren Beschäftigten in der Vermögensverwaltung wird neben Urkundenfälschung und Geldwäsche auch Zeugenbeeinflussung und Behinderung der Justiz vorgeworfen. Er ist einer von fünf früheren BSI-Angestellten, bei denen die Zentralbank in Singapur eine weitere Strafverfolgung in die Wege geleitet hat. BSI ist in den Skandal um den malaysischen Fonds verwickelt.

BOSCH UNTER DRUCK: Bosch gerät wegen seiner umstrittenen Rolle im Abgas-Skandal des VW-Konzerns zunehmend unter Druck. Im US-Massenverfahren, in dem der deutsche Autozulieferer von Beginn an Mitbeklagter war, erheben die Klägeranwälte nun noch stärkere Vorwürfe gegen Bosch. Das geht aus erweiterten Klageschriften hervor, die am Dienstag beim zuständigen Gericht in San Francisco eingereicht wurden. In den bis zu 742 Seiten umfassenden Dokumenten, die Zivilklagen Hunderter geschädigter Dieselbesitzer und Autoverkäufer bündeln, wird Bosch eine "Schlüsselrolle" bei den Abgasmanipulationen von VW unterstellt. Der Zulieferer steht im Verdacht, VW mit der Software versorgt zu haben, mit der die Werte zum Schadstoffausstoss Hunderttausender Dieselwagen in den USA gefälscht wurden. 2016 hatte Bosch 650 Millionen Euro Rückstellungen wegen rechtlicher Risiken neu in seine Bilanz eingestellt.

ZWANGSURLAUB FÜR VW-ARBEITER: Der Streit mit einem Lieferanten wächst sich für Volkswagen zu einem Desaster aus. Weil ein Zulieferer keine Teile mehr an die Bänder liefert, muss der vom Abgasskandal schwer erschütterte Wolfsburger Konzern insgesamt mehr als 20'000 Mitarbeiter in Zwangsurlaub schicken. Für Teile der Produktion in den Werken Wolfsburg, Kassel und Zwickau solle Kurzarbeit angemeldet werden, sagte eine Person aus dem Umkreis von VW der Nachrichtenagentur Reuters. Allein im Stammwerk Wolfsburg werde die Ausweitung der Kurzarbeit mehr als 10'000 Beschäftigte betreffen.

WALMART VERDIENT GUT: Der weltgrösste Detailhändler Walmart hat dank seiner US-Einkaufsmärkte überraschend viel verdient. Der Nettogewinn stieg im abgelaufenen Quartal um 8,6 Prozent auf 3,77 Milliarden Dollar,. Der Umsatz in den amerikanischen Märkten kletterte bereits zum achten Mal in Folge. Konzernweit legte er um 0,5 Prozent auf fast 121 Milliarden Dollar zu. Walmart hob die Prognose für das laufende Geschäftsjahr an und stellt nun einen bereinigten Gewinn zwischen 4,15 und 4,35 Dollar je Aktie in Aussicht.

ARBEITSLOSENQUOTE SINKT: Lichtblick auf dem französischen Arbeitsmarkt: Im Frühjahr ist die Arbeitslosenquote erstmals seit knapp vier Jahren wieder unter die Marke von zehn Prozent gesunken. Im zweiten Quartal 2016 habe die Quote bei 9,9 Prozent gelegen, teilte das nationale Statistikbüro Inseemit. Im Auftaktquartal hatte die Arbeitslosenquote noch bei 10,2 Prozent gelegen. Ökonomen zeigten sich überrascht von der positiven Entwicklung. Sie hatten zwar für die Monate April bis Juni einen Rückgang der Arbeitslosigkeit erwartet, waren aber von einer Quote von 10,1 Prozent ausgegangen. Die Quote von knapp unter zehn Prozent im zweiten Quartal ist die niedrigste seit dem dritten Quartal 2012.

EXPORTE EINGEBROCHEN: Die japanischen Exporte sind im Juli so stark gesunken wie seit 2009 nicht mehr. Der Wert der Ausfuhren fiel im Vergleich zum Vorjahresmonat um 14 Prozent. Damit gingen die Exporte der drittgrössten Volkswirtschaft der Welt den zehnten Monat in Folge zurück. Auch der Wert der Importe sank mit minus 24,7 Prozent so stark wie seit sieben Jahren nicht mehr. Vor allem der starke Yen macht den Exporteuren zu schaffen. Der Wert der Währung legte seit Jahresbeginn kräftig zu. Vor allem angesichts der Unsicherheiten durch das Votum der Briten für einen Ausstieg aus der Europäischen Union im Juni waren viele Anleger auf den Yen als sichere Währung umgestiegen. Japans Exporte wurden dadurch teurer. Japan leidet unter einer lahmenden Konjunktur. Erst Anfang August hatte die Regierung ein milliardenschweres Konjunkturprogramm aufgelegt, um die schwächelnde Wirtschaft auf Trab zu bringen.

SELBSTFAHRENDE UBER-AUTOS: Uber wird demnächst testweise Fahrgäste mit selbstfahrenden Autos in der US-Stadt Pittsburgh befördern. Der Fahrdienst-Vermittler wolle die Technik gleich kommerziell nutzen, sagte Gründer und Chef Travis Kalanick dem Finanzdienst Bloomberg. "Es kann nicht nur um Wissenschaft gehen." Menschen am Steuer sollen die Fahrten beaufsichtigen. Damit setzt Uber als erster Anbieter selbstfahrende Autos im Geschäft ein. Uber bringt in diesem Monat die ersten zu Roboterwagen umgebauten Fahrzeuge des Herstellers Volvo auf die Strasse in Pittsburgh. Die Unternehmen stecken gemeinsam rund 300 Millionen Dollar in das Projekt.

(AWP)