Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Montag, 22. August 2016
22.08.2016 17:35

OK FÜR SYNGENTA-DEAL: Die US-Behörden genehmigen die Übernahme des Basler Agrochemiekonzerns Syngenta durch den chinesischen Chemieriesen ChemChina. Der Ausschuss für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) hat den 43-Milliarden-Dollar-Deal freigegeben. Damit dürfte der Kauf wie geplant bis Jahresende abgeschlossen werden. Noch ist der Weg für die Übernahme zwar nicht ganz frei. Zahlreiche Regulierungsbehörden weltweit müssen ihre kartellrechtliche Prüfung noch abschliessen, wie Syngenta in einer Mitteilung festhält. Mit der Zustimmung aus den USA ist die grösste Hürde aber geschafft. Aus den USA gab es starken Gegenwind für die Übernahme.

LEICHTE BESSERUNG: Die Deckungsgrade der Vorsorgeeinrichtungen in der Schweiz haben im zweiten Quartal leicht zugelegt. Der Wert bei privatrechtlichen Vorsorgeeinrichtungen stieg um 1,5 Prozentpunkte auf 110,4 Prozent. Der Deckungsgrad bei öffentlich-rechtlichen Vorsorgeeinrichtungen mit Vollkapitalisierung erhöhte sich laut der Fondsgesellschaft Swisscanto um 1,8 Prozentpunkte gegenüber dem ersten Quartal auf 98,8 Prozent. Die Rendite auf die Spargelder lag im zweiten Quartal bei 2,27 Prozent. Zu diesem Ergebnis haben alle Anlageklassen beigetragen. Besonders gut lief es bei Rohstoffen, die um 14,66 Prozent zulegten, sowie bei Schweizer Aktien, deren Rendite bei 4,13 Prozent lag.

SMARTPHONE-MARKT WÄCHST: Smartphones verkaufen sich nach Erkenntnissen von Konsumforschern weltweit wieder besser. Vor allem neue Konsumenten in Wachstumsmärkten - vor allen in ländlichen Regionen Chinas - trieben das Wachstum im zweiten Quartal an, wie die Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) in Nürnberg mitteilte. Der Umsatz soll nun auf 426 Milliarden Dollar wachsen. Das wären fünf Prozent mehr als 2015. Verkauft werden sollen in diesem Jahr weltweit rund 1,4 Milliarden Geräte. Inzwischen verkauften sich vor allem mittelteure und teure Smartphones wieder besser und hätten den bisherigen Trend zu Marktanteilgewinnen im Niedrigpreissegment abgelöst.

WENIGER UMSATZ: Der Schweissanlagen- und Webmaschinenhersteller Schlatter hat in den ersten sechs Monaten 2016 weniger umgesetzt. Der Umsatz sank im Vergleich zum Vorjahr um 5,5 Prozent auf 65,3 Millionen Franken. Beim Gewinn schrieb das Unternehmen nach einem Verlustjahr wieder schwarze Zahlen. Der Betriebsgewinn auf Stufe EBIT belief sich auf 0,4 Millionen Franken, nach einem Verlust von 2,5 Millionen Franken im ersten Semester 2015, wie Schlatter mitteilte. Unter dem Strich blieb ein Gewinn von 0,1 Millionen Franken, nach einem Verlust von 2,8 Millionen Franken. Die Massnahmen nach der Aufhebung des Euro-Mindestkurses hätten die erwartete Wirkung gezeigt, schreibt Schlattert.

FRANKENSCHOCK LÄSST NACH: Der Industriekonzern Metall Zug hat den Frankenschock mehrheitlich hinter sich gelassen. Der Umsatz zog in der ersten Jahreshälfte wieder an. Der Umsatz legte im ersten Halbjahr gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 3,4 Prozent auf 441 Millionen Franken zu. Zudem wurde die nach der Frankenaufwertung eingeführte Mehrarbeit grösstenteils wieder aufgehoben. Bei der defizitären Tochter Belimed müssen die Mitarbeiter aber weiterhin 44 Stunden pro Woche arbeiten. Auch das im Vorjahr von Währungsverlusten infolge der Frankenaufwertung belastete Reinergebnis erholte sich im Halbjahr. Unter dem Strich blieben 23,9 Millionen Franken, nach 10,3 Millionen Franken im Vorjahr.

PEACH PROPERTY KAUFT ZU: Die Immobiliengesellschaft Peach Property hat einen Kaufvertrag zur Übernahme von 901 Wohnungen und 10 Gewerbeeinheiten in Kaiserslautern unterzeichnet. Dadurch erhöht sich der Wohnungsbestand der Gesellschaft auf einen Schlag um 40 Prozent. Die jährlichen Miteinnahmen steigen nach Berechnung des Unternehmens um 37 Prozent auf 16,2 Millionen Franken. Der Leerstand der Immobilien beläuft sich auf weniger als 5 Prozent. Zum Verkäufer und zum Kaufpreis werden in der Mitteilung keine Angaben gemacht. Der Verkäufer sei ein grosses deutsches Immobilienunternehmen, heisst es lediglich. Die Transaktion soll im vierten Quartal 2016 vollzogen werden.

VW-PRODUKTION LAHMGELEGT: Der Streit mit zwei Zulieferern legt beim deutschen Volkswagen-Konzern Teile der Produktion lahm. Nun hat sich sogar die deutsche Regierung eingeschaltet: Das Wirtschaftsministerium ruft zu einer raschen Beilegung der Auseinandersetzung auf. Es gehe um Tausende Arbeitsplätze, die von Kurzarbeit betroffen sein könnten und da gebe es eine hohe Verantwortung, diese Probleme so konstruktiv wie möglich anzugehen, sagte ein Ministeriumssprecher. VW verhandelte weiter mit den sächsischen Firmen Car Trim und ES Automobilguss über die Lieferung von Bauteilen. Wegen der fehlenden Teile können in verschiedenen Werke insgesamt 27'700 Beschäftigte teils noch bis Ende August nicht so arbeiten, wie es geplant ist.

MILLIARDEN-ZUKAUF: Der US-Pharmariese Pfizer hat den Bieterwettstreit um den US-Krebsspezialisten Medivation für sich entschieden. Pfizer kündigte die Übernahme der Firma für rund 14 Milliarden Dollar an. An Medivation waren gerüchteweise zuletzt auch die Konzerne Merck & Co, Sanofi, Pfizer, Celgene und Gilead Sciences interessiert. Pfizer will mit dem Zukauf sein Angebot an Krebsmedikamenten ausbauen. Das Unternehmen will nach eigener Auskunft 81,50 Dollar in bar je Medivation-Aktie zahlen. Die Offerte liegt damit mehr als 21 Prozent über dem Medivation-Schlusskurs vom Freitag.

REKORDSTRAFE: Wegen illegaler Preisabsprachen kommt auf die südafrikanische Tochter des Stahlkonzerns ArcelorMittal eine Rekordstrafe zu. Die Wettbewerbsbehörde des Schwellenlandes verdonnerte das Unternehmen zur Zahlung von umgerechnet 97,7 Millionen Euro. Das ist die höchste Kartellbusse, die jemals in Südafrika verhängt wurde. ArcelorMittal South Africa selbst gab zu, Preise für bestimmte Stahlerzeugnisse abgesprochen und Geschäftsinformationen mit Konkurrenten ausgetauscht zu haben. Die südafrikanische Arcelor-Sparte hat seit Jahren keinen Gewinn mehr geschrieben und gerät mit der Strafe noch mehr unter Druck.

(AWP)