Tagesüberblick Wirtschaft

Bern (awp/sda) - Donnerstag, 03. November 2016
03.11.2016 17:36

CS MIT MINI-GEWINN: Die Credit Suisse hat im dritten Quartal wegen Rückstellungen, Restrukturierungskosten und höheren Steuern einen markant tieferen Gewinn als im Vorjahresquartal erzielt. Er reduzierte sich von 779 Millionen Franken auf 41 Millionen Franken. Dieser Rückgang ist auf eine Kombination von tieferen Gewinnen in einzelnen Geschäftsfeldern und von Sonderkosten zurückzuführen. So sind im dritten Quartal höhere Restrukturierungs- und Steuerkosten angefallen. Zudem hat die Credit Suisse für eine wahrscheinliche Busse im US-Hypothekengeschäft zusätzliche 357 Millionen Franken zurückgestellt. Bei den Geschäftsfeldern wiesen einzig das Asiengeschäft und die Schweizer Bank höhere Gewinne aus, wobei diese sich vor allem dank einem Immobilienverkauf gesteigert hat.

GROSSSCHÄDEN BEI SWISS RE: Der Rückversicherer Swiss Re hat im dritten Quartal deutlich weniger Gewinn erwirtschaftet. Bei den Prämieneinnahmen legte der Konzern allerdings markant zu. Der Reingewinn des Swiss-Re-Konzerns sackte im dritten Quartal laut einer Mitteilung des Unternehmens vom Donnerstag um 16 Prozent auf rund 1,2 Milliarden Dollar ab. Der kombinierte Schaden-Kosten-Satz, eine wichtige Branchenkennzahl, verschlechterte sich um 10,2 Prozentpunkte auf 88,9 Prozent. Die Eigenkapitalrendite reduzierte sich um 4,5 Prozentpunkte auf 12,8 Prozent. Die Einnahmen des Rückversicherungskonzerns legten dagegen von Juli bis September um 9,6 Prozent zu.

SWISSCOM LEGT ZU: Nach dem Einbruch im Vorjahr hat die Swisscom den Gewinn in den ersten neun Monaten 2016 wieder deutlich gesteigert. Grund dafür sind Sondereffekte: Einerseits hatte vor einem Jahr eine Rückstellung von 186 Mio. Fr. für eine drohende Busse der Wettbewerbskommission (Weko) das Ergebnis verhagelt. Andererseits kam in diesem Jahr ein ausserordentlicher Geldsegen aus einem Rechtsfall der italienischen Breitbandtochter Fastweb in Höhe von 55 Mio. Euro hinzu. Die Sondereffekte trieben den Reingewinn der Swisscom in den ersten neun Monaten um 13,1 Prozent auf 1,2 Mrd. Fr. nach oben. Der Betriebsgewinn vor Amortisationen und Abschreibungen (EBITDA) kletterte um 6,7 Prozent auf 3,3 Mrd. Franken. Ohne Sondereffekte wäre der Betriebsgewinn wegen des Preis- und Wettbewerbdrucks um 1,7 Prozent gesunken. Der Umsatz des "blauen Riesen" stagnierte bei 8,64 Mrd. Franken.

YPSOMED WÄCHST WEITER: Das Medizinaltechnikunternehmen Ypsomed hat im ersten Semester seines Geschäftsjahres 2016/17 seinen Wachstumskurs fortgesetzt. Die Ypsomed-Gruppe legte beim Umsatz im Vergleich zum ersten Semester 2015 um 17,5 Prozent auf 185,4 Millionen Franken zu. Gar um 45 Prozent auf 28,1 Millionen Franken erhöhte sich das Betriebsergebnis auf Stufe Ebit. Die Profitabilität (Ebit-Marge) erhöhte sich auf 15,2 Prozent. Unter dem Strich blieb ein Reingewinn von 22,4 Millionen Franken, im Vergleich zu 15,2 Millionen Franken im ersten Halbjahr 2015/16. Für das gesamte Geschäftsjahr erhöhte Ypsomed seinen Ausblick für das Umsatzwachstum auf rund 15 Prozent.

SCHWEIZ WIEDER AN G20-TREFFEN: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel hat die Schweiz zum G20-Treffen der wichtigsten Industrie- und Schwellenländer eingeladen. Das sagte ein Sprecher des Eidgenössischen Departements für Wirtschaft, Bildung und Forschung (WBF) der Nachrichtenagentur sda. Er bestätigte damit entsprechende Medienberichte. Merkel hatte die Einladung am Mittwoch in Berlin gegenüber Bundespräsident Johann Schneider-Ammann ausgesprochen. Deutschland übernimmt im Dezember den Vorsitz der G20. Es ist das dritte Mal nach 2013, dass die Schweiz als Nichtmitglied eingeladen wird. Wie schon zuvor wird sie laut dem WBF-Sprecher an der Konferenz der Finanzminister teilnehmen.

KEINE TRENDWENDE: Die Aussichten der Stellendsuchenden auf dem Schweizer Arbeitsmarkt dürfte sich in den nächsten Wochen und Monaten nicht verbessern. Trübe sieht der Arbeitsmarkt vor allem für den Bankensektor und die Industrie aus. Der Beschäftigungsindikator der Konjunkturforschungsstelle KOF der ETH Zürich notiert im 4. Quartal bei -3,7 Punkten. Dieser negative Wert ergibt sich, weil die Mehrheit der 4500 befragten Firmen derzeit die Anzahl ihrer Mitarbeitenden als zu hoch empfindet. Vor drei Monaten hatte der Beschäftigungsindikator noch bei -1,2 Punkten gelegen. Im Vergleich zu den Vorquartalen hatte der Indikator eine aufsteigende Tendenz gezeigt und deshalb Hoffnungen auf eine Trendwende am Arbeitsmarkt genährt. Nun zeigt sich, dass sich die hoffnungsvolle Tendenz nicht fortgesetzt hat.

KONSUMENTEN VERHALTEN: Der Konsumentenstimmungsindex hat sich im Oktober, verglichen mit dem letzten Juli, kaum verändert. Er kletterte lediglich von -15 Punkten auf -13 Punkte im Oktober und verharrt damit seit Juli 2015 unter seinem langjährigen Mittelwert von -9 Punkten. Damit zeigt er ein unterdurchschnittliches Konsumklima, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft Seco mitteilte. Doch: Auch wenn der Gesamtindex seit einem Jahr unter dem langfristigen Mittelwert verharrt, zeigen Teilindizes einen Aufwärtstrend. So beurteilen Schweizer Konsumentinnen und Konsumenten besonders die Entwicklung der Wirtschaft in den nächsten zwölf Monaten optimistischer als noch im Juli.

DUFRY WÄCHST DANK WDF: Der Reisedetailhändler Dufry hat dank der Grossübernahme von World Duty Free (WDF) weiter zugelegt: In den ersten neun Monaten 2016 steigerte das Unternehmen mit Sitz in Basel seinen Umsatz gegenüber der Vorjahresperiode um 39,4 Prozent auf 5,88 Milliarden Franken. Der Gewinn vor Steuern (Stufe EBIT) stieg gemäss Quartalsreport gegenüber den ersten neun Monaten des Vorjahres um 150 Prozent auf 42,0 Millionen Franken. So weist Dufry einen Reingewinn von 29,9 Millionen aus, gegenüber einem Verlust von 9,2 Millionen in der Vorjahresperiode. Nach Regionen betrachtet, legte Dufry in Europa unter anderem in Spanien zu, aber auch im United Kingdom dank dem schwächelnden Pfund.

ERNEUTER STELLENABBAU: Der Aderlass bei Salt geht weiter: Der drittgrösste Mobilfunkanbieter der Schweiz baut rund 20 Stellen ab, die durch Optimierungen und die Zusammenlegung der Geschäftskundensparte mit der Privatkundensparte überzählig werden. Die Leiterin der Geschäftskundensparte, Britta Reinhardt, wird das Unternehmen bis Ende Jahr verlassen. Die Führung der neu zusammengelegten Sparte wird Verkaufschefin Claudia Bernath übernehmen. Die vom Abbau betroffenen Mitarbeiter sollen eine finanzielle Kompensation und externe Hilfe bei der Suche nach einem neuen Job erhalten. Zudem nimmt noch Kundendienstchef Madjid Osmani den Hut. Bereits im vergangenen Jahr hatte Salt 60 Stellen abgebaut, im laufenden Jahr waren es im ersten Semester beinahe nochmals so viele. Ende Juni 2016 hatte Salt noch 775 Vollzeitjobs.

TRANSOCEAN IM KREBSGANG: Der Ölbohrkonzern Transocean hat im dritten Quartal des laufenden Geschäftsjahres 2016 einen starken Umsatzrückgang erlitten und unter dem Strich weniger verdient. Der Gesamtumsatz kam bei 903 Millionen Dollar zu liegen und damit um über 40 Prozent unter dem Vorjahresquartal. Verbesserungen zeigten sich bei den operativen Kosten, die mit 668 Millionen Dollar etwa ähnlichem Verhältnis wie der Umsatz zurückgingen. Der Gewinn (nach Minderheiten) schrumpfte um knapp 30 Prozent auf 229 Millionen Dollar. Transocean ist seit Ende April nicht mehr an der Schweizer Börse SIX kotiert und die Aktien werden nur noch an der NYSE gehandelt. Der Hauptsitz des Unternehmens liegt aber nach wie vor in der Schweiz.

LUKB LEGT ZU: Der Konzerngewinn der Luzerner Kantonalbank (LUKB) liegt nach den ersten drei Quartalen des Jahres bei 136,8 Millionen Franken. Das sind 1,9 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Wesentlich zu diesem Resultat beigetragen hat der um 5,5 Prozent gesteigerte Netto-Zinserfolg. Der Zinserfolg lag Ende September bei 237,5 Mio. Franken. Gründe für die Steigerung bei der wichtigsten Ertragskomponente der Bank seien die Ausweitung des Geschäftsvolumens, rückläufige Absicherungskosten und Einnahmen aus Negativzinsen. Der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft mit 59,8 Mio. Franken liegt um 4,5 Prozent unter dem Vergleichswert von Ende September 2015. Der Handelserfolg hingegen fällt mit 21,7 Mio. Franken um 15,6 Prozent höher aus als im Vorjahr.

GEMEINSAME HANDELSKAMMER: Bundespräsident Johann Schneider-Ammann weilt seit Donnerstag auf Staatsbesuch in Mexiko. Mit einer gemeinsamen Handelskammer soll nun der wirtschaftliche Austausch zwischen der Schweiz und Mexiko ausgebaut werden. "Mexiko ist unser zweitwichtigster wirtschaftlicher Partner in Lateinamerika. Wir wollen unter anderem unsere bilateralen Beziehungen weiter verstärken. Dazu gehört auch die Gründung der schweizerisch-mexikanischen Handelskammer", sagte der Bundespräsident gegenüber der Nachrichtenagentur sda. Neben Schneider-Ammann nahmen an der Gründungszeremonie am Donnerstag in Mexiko-Stadt auch Mexikos Wirtschaftsminister Ildefonso Guajardo Villareal sowie rund 30 Firmenchefs teil, darunter Sebastian Conde, CEO von Givaudan Mexico.

WENIGER ARBEITSLOSE: Die Konjunktur im Euroraum ist auf Erholungskurs - mit leicht positiven Auswirkungen auf die Arbeitslosigkeit. Diese sank im September laut dem europäischen Statistikamt um über 100'000 auf knapp 16,2 Millionen ab. Die Erwerbslosenquote verharrte auf dem Vormonatswert von 10 Prozent, dem niedrigsten Niveau seit gut fünf Jahren. Das Gefälle innerhalb der Währungsunion bleibt allerdings sehr gross. Deutschland kommt nach einheitlicher europäischer Rechnung mit 4,1 Prozent auf den niedrigsten Wert. In Griechenland ist die Arbeitslosenquote mit 23,2 Prozent (im August) am höchsten, in Spanien liegt sie bei 19,3 Prozent.

NEUE AIRLINE: Die französisch-niederländische Air France-KLM will sich mit einer neuen Langstrecken-Fluggesellschaft für den Wettbewerb mit den Airlines aus den Golfstaaten wappnen. Die neue Sparte solle kostengünstiger operieren und zunächst über zehn Flugzeuge verfügen. Die neue Linie wird im Winter 2017 auf der Mittelstrecke starten und im Sommer 2018 auf der Langstrecke. Die Kunden könnten dann von günstigeren Ticketpreisen profitieren. Damit sollen Marktanteile zurückerobert werden, die an Konkurrenten wie Emirates, Qatar und Turkish Airlines verloren gingen. Im abgelaufenen Vierteljahr sank der Umsatz auf vergleichbarer Basis um 6,5 Prozent und damit schneller als noch im Frühjahrsquartal. Der Gewinn von Air France-KLM lag mit 737 Millionen Euro allerdings leicht über den Erwartungen von Analysten.

HOCHTIEF MIT GEWINNSPRUNG: Der grösste deutsche Baukonzern Hochtief profitiert von seinem Umbau. Das Unternehmen fuhr im dritten Quartal deutlich mehr Gewinn ein als noch vor Jahresfrist. Kosteneinsparungen und florierende Geschäfte der Töchter in Australien und Nordamerika liessen den bereinigten operativen Konzerngewinn auf 88,7 (Vorjahr: 61,7) Millionen Euro steigen. Abstriche musste der Konzern aber beim Umsatz machen - dieser sank im Quartal um 4,5 Prozent zum Vorjahr auf 5,03 Milliarden Euro. Hochtief konnte inzwischen die von den Basler Architekten Herzog & de Meuron entworfene Hamburger Elbphilharmonie an die Hansestadt übergeben.

ADIDAS AUF REKORDKURS: Grosse Sportspektakel wie die Fussball-Europameisterschaft und die Olympischen Spiele haben Adidas im abgelaufenen Quartal die Kassen gefüllt. Die Einnahmen der Franken stiegen im dritten Quartal binnen Jahresfrist um 14 Prozent auf 5,4 Milliarden Euro. Der Gewinn aus fortgeführtem Geschäft kletterte etwa im gleichen Umfang auf 387 Millionen Euro. In allen Märkten ausser der früheren Sowjetunion verzeichnete Adidas Zuwächse. Auch die US-Sorgentochter Reebok wuchs zuletzt. Der neue Chef Kasper Rorsted steuert im Gesamtjahr auf eine neue Bestmarke zu. Der Gewinn soll erstmals bis zu einer Milliarde Euro betragen. Der Umsatz wird der Prognose zufolge um knapp ein Fünftel steigen.

FRAPORT MIT RÜCKENWIND: Der deutsche Flughafenbetreiber Fraport rechnet dank hoher Sondereinnahmen aus Russland und den Philippinen in diesem Jahr mit einem Gewinnsprung. Trotz Passagierflaute am Flughafen soll der Gewinn unter dem Strich auf 400 bis 440 Millionen Euro klettern. Im Vorjahr waren es rund 300 Millionen Euro gewesen. Gründe dafür sind der Verkauf eines Anteils am Flughafen in St. Petersburg sowie eine nach 14 Jahren Rechtsstreit errungene Entschädigung für das geplatzte Terminal-Projekt in Manila. Wegen eines bereits seit dem Sommer erwarteten Passagierrückgangs in Frankfurt dürfte der Konzernumsatz in diesem Jahr mit 2,6 Milliarden Euro allerdings geringer ausfallen als im Frühjahr angepeilt. Im dritten Quartal verbuchte Fraport zwar eine Umsatzsteigerung um ein Prozent auf 735 Millionen Euro. Unter dem Strich blieben mit knapp 125 Millionen Euro jedoch fast 15 Prozent weniger übrig als ein Jahr zuvor.

BRITISCHER LEITZINS: Angesichts des bislang gut verarbeiteten Brexit-Schocks verzichtet die Bank of England auf neuerliche Konjunkturspritzen. Sie beliess den Umfang ihres Anleihen-Kaufprogramms am Donnerstag bei 435 Milliarden Pfund (519,2 Milliarden Franken) und tastete zugleich den historisch niedrigen Leitzins nicht an. Die Entscheidung fiel einstimmig. Die Währungshüter hatten den Schlüsselzins im August unter dem Eindruck der ersten negativen wirtschaftlichen Auswirkungen des EU-Austrittsvotums auf 0,25 Prozent gesenkt.

ÄGYPTEN GIBT PFUND FREI: Als Sofortmassnahme gegen die andauernde Währungskrise im Land erlaubt Ägypten flexible Wechselkurse für das Ägyptische Pfund. Der Beschluss mit umgehender Wirkung solle dem florierenden Schwarzmarkt-Geschäft mit der Währung ein Ende setzen, teilte Ägyptens Zentralbank mit. Bisher erhielt man in Ägypten nach offiziellem Wechselkurs für einen US-Dollar 8,88 Ägyptische Pfund. Die Nachfrage liess den Preis auf dem Schwarzmarkt aber zuletzt auf mehr als das Doppelte klettern. Das Land am Nil befindet sich nach den politischen Unruhen in den vergangenen Jahren in einer schweren Wirtschaftskrise.

GLEICH LANGE SPIESSE: Der deutsche Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel hat die chinesische Regierung bei einer deutsch-chinesischen Wirtschaftskonferenz erneut aufgefordert, die Benachteiligung deutscher Firmen im Land abzubauen. Zugleich signalisierte er abei dem Forum in der westchinesischen Millionenstadt Chengdu aber Verständnis dafür, dass es mit der Öffnung des Landes gegenüber ausländischen Firmen nicht so schnell vorangehe. "Wir werden nicht erwarten können, dass das von heute auf morgen ein genauso offener Markt wird, wie es Deutschland schon lange ist", sagte er. Wichtig sei aber, dass die Entwicklung in Richtung gleicher Marktbedingungen für in- und ausländische Firmen gehe.

SCHWÄCHERE ERGEBNISSE: Die anhaltende Schwäche im Heimatmarkt hat die französische Grossbank Société Générale ausgebremst. Der Reingewinn fiel im dritten Quartal um 2,4 Prozent auf 1,1 Milliarden Euro. Die Einnahmen gingen sogar um 5,6 Prozent zurück. Allerdings konnte SocGen - wie viele andere Banken zuletzt - die Erwartungen der Analysten übertreffen. Das Geldhaus spürte vor allem eine Erholung im ausländischen Privatkundengeschäft. Der französische Marktführer BNP Paribas hatte sich im Sommer besser als SocGen geschlagen. Hier erhöhte sich der Reingewinn dank des Investmentbankings um drei Prozent auf 1,9 Milliarden Euro.

WELLS-FARGO-SKANDAL: Die Affäre um fingierte Konten wird für die US-Grossbank Wells Fargo bedrohlicher. Nun hat sich auch die US-Börsenaufsicht SEC in die Ermittlungen eingeschaltet, wie aus einer Pflichtmitteilung des Instituts hervorgeht. Damit wächst die Wahrscheinlichkeit, dass der Bank weitere Strafen drohen. Aktuell schätzt sie ihre Rechtsrisiken aus dem Skandal auf 1,7 Milliarden US-Dollar. Zahlreiche weitere Behörden sind ebenfalls mit dem Thema befasst. Die Bank hat in der Angelegenheit bereits einer ersten Strafe von 185 Millionen Dollar zugestimmt. Zudem sollen fünf Millionen Dollar an betroffene Kunden fliessen.

DISNEY MIT TRAUMRESULTAT: "Finding Dory", "Zoomania" und "Captain America: Civil War" haben den Disney-Filmstudios den höchsten Umsatz ihrer Geschichte beschert. In den ersten zehn Monaten dieses Jahres erreichten die Verkäufe fast sechs Milliarden Dollar. Das meiste Geld in diesem Jahr brachte bislang "Captain America" mit 1,1 Milliarden Dollar, gefolgt von "Zoomania" (1,02 Milliarden Dollar) und "Finding Dory" (1,02 Milliarden Dollar). Bis Ende des Jahres könnte der Umsatz von Disney den bisherigen Rekord des Konkurrenten Universal noch übertreffen - denn drei Publikumsmagneten kommen noch in die Kinos.

LENOVO GLÜCKT TURNAROUND: Der weltgrösste PC-Hersteller Lenovo verdient nach einem Immobilienverkauf wieder Geld. Unter dem Strich lag der Gewinn des chinesischen Unternnhmens im Sommerquartal bei 157 Millionen Dollar. Vor Jahresfrist musste der Marktführer vor HP noch einen Rekordverlust von 714 Millionen Dollar hinnehmen, vor allem wegen der Integration des Mobilfunkgeschäfts von Motorola. Doch der Markt für Laptops und sonstige Computer bleibt schwierig, wie Unternehmenschef Yang Yuanqing sagte. Der Umsatz sank entsprechend um acht Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar. Die Branche steht unter Druck, weil Smartphones und Tablets immer beliebter werden.

(AWP)