Tagesüberblick Wirtschaft

Dienstag, 31. Oktober 2017
31.10.2017 17:27

SNB-REKORDGEWINN: (Zürich) Die Schweizerische Nationalbank (SNB) hat im dritten Quartal einen Rekordgewinn von 32,5 Milliarden Franken erzielt. Zusammen mit dem Gewinn von 1,2 Milliarden Franken im ersten Halbjahr führt dies zu einem Überschuss von 33,7 Milliarden Franken per Ende September. Ein Rekordergebnis im dritten Quartal in dieser Höhe war allgemein erwartet worden. Ökonomen der Grossbank UBS sprachen denn auch bereits im Vorfeld von "einer Verkettung glücklicher Umstände". Ein Preisanstieg des Goldes und eine Abschwächung des Frankens zur gleichen Zeit seien ungewöhnlich. Für das gute Quartalsergebnis verantwortlich sind tatsächlich die Abschwächung des Frankens auf breiter Front, höhere Gold- und Anleihenpreise und die weiterhin gute Stimmung an den Aktienmärkten. Der Gewinn auf den Fremdwährungspositionen betrug dabei in den ersten drei Quartalen allein 30,3 Milliarden Franken, wie die SNB mitteilte.

CLARIANT MIT UMSATZPLUS: (Muttenz BL) Der Chemiekonzern Clariant hat mitten in der Auseinandersetzung um die Zukunft des Unternehmens im dritten Quartal das Wachstumstempo erhöht. So ist von Juni bis September der Umsatz im Vergleich mit dem dritten Quartal 2016 um 12 Prozent auf 1,57 Milliarden Franken und der Betriebsgewinn vor Einmaleffekten um 13 Prozent auf 235 Millionen Franken angestiegen. Beim Umsatz haben alle Geschäftsbereiche zur Steigerung beigetragen. Vor allem jedoch haben die Geschäftsbereiche Natural Resources und Catalysis, die Chemikalien für die Öl- und Bergbauindustrie respektive Katalysatoren für chemische Prozesse herstellen, für Auftrieb gesorgt. Für das Gesamtjahr bestätigt Clariant den Ausblick.

GEBERIT MIT MEHR UMSATZ: (Rapperswil-Jona SG) Der Sanitärtechnikkonzern Geberit hat im dritten Quartal beim Wachstum einen Zacken zugelegt. Der Umsatz legte in Lokalwährungen und ohne Verkäufe gerechnet um 3,3 Prozent zu. Im ersten Halbjahr hatte der Zuwachs noch 2,8 Prozent betragen. Dennoch stellt Geberit für das Gesamtjahr nur noch ein Umsatzplus von rund 3 Prozent in Aussicht, statt 3 bis 4 Prozent. Insgesamt hat der Sanitärtechnikkonzern in den ersten drei Quartalen des Jahres 2,2 Milliarden Franken umgesetzt, 1,4 Prozent mehr als im Vorjahr. Der Betriebsgewinn (EBIT) sank um 9,3 Prozent auf 494 Millionen Franken, der Reingewinn um 11,2 Prozent auf 416,7 Millionen Franken. Grund sind vor allem die Kosten für die Schliessung zweier Keramikwerke in Frankreich.

OERLIKON HEBT PROGNOSE: (Pfäffikon SZ) Der Industriekonzern Oerlikon ist von Juli bis September derart kräftig gewachsen, dass er seine Jahresprognose schon zum zweiten Mal erhöht. Der Umsatz legte um 31,5 Prozent auf 722 Millionen Franken zu. Zudem nahm der Konzern mit Aufträgen im Wert von 739 Millionen Franken 29,2 Prozent mehr neue Bestellungen entgegen als noch im Vorjahresquartal. Der Betriebsgewinn (EBIT) schnellte um 70,3 Prozent hoch auf 63 Millionen Franken. Für das Gesamtjahr erwartet Oerlikon neu einen Bestellungseingang von über 2,8 Milliarden Franken und einen Umsatz von rund 2,75 Millionen Franken statt wie zuvor je rund 2,6 Milliarden Franken.

PHOENIX MECANO MIT WENIGER GEWINN: (Stein am Rhein SH) Ein erfreuliches Marktumfeld vor allem in Deutschland hat das Umsatzwachstum beim Komponenten- und Gehäusehersteller Phoenix Mecano vorangetrieben. Die Erlöse erhöhten sich in den ersten neun Monaten gegenüber dem Vorjahreswert um 9,4 Prozent auf 475,2 Millionen Euro. Ohne Währungseffekte wäre der Umsatz um 10,1 Prozent gewachsen, wie es in einer Mitteilung heisst. Der Auftragseingang legte derweil um 8,3 Prozent auf 468,4 Millionen Euro zu. Der Betriebsgewinn sank um 9,2 Prozent auf 26,2 Millionen Euro; bereinigt kletterte er um 17,3 Prozent auf 33,7 Millionen Euro. Der Reingewinn lag mit 17,4 Millionen Euro um 9,9 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Phoenix Mecano will den Betrieb fit trimmen. Die ersten grossen Schritte der Umsetzung des Massnahmenpaketes zur spartenweiten Performancesteigerung und Kostenoptimierung seien vollzogen, heisst es. Bis zum Jahresende dürften die dafür notwendigen Einmalaufwendungen auf 8 bis 9 Millionen ansteigen.

FUSION VON BERGBAHNEN: (Fiesch VS) Die drei Skigebiete rund um den Aletsch-Gletscher wollen fusionieren. Die neue "Aletsch Bahnen AG" wird mit einem Umsatz von 40 Millionen Franken zu den Schwergewichten der Branche im Wallis gehören. Die Aktionäre der Bergbahnen der Bettmeralp und jene der Luftseilbahnen Fiesch-Eggishorn haben der Fusion bereits zugestimmt. Noch ausstehend war die Zustimmung der Aktionäre der Bergbahnen der Riederalp vom (heutigen) Dienstagabend. Eine Ablehnung sei aber unwahrscheinlich, sagte der Verwaltungsratspräsident der Luftseilbahnen Fiesch-Eggishorn, Fredy Huber, auf Anfrage zur Nachrichtenagentur sda.

MEHR UMSATZ FÜR DUFRY: (Basel) Der Reisedetailhändler Dufry ist auf Wachstumskurs. Das weltweit tätige Unternehmen mit Sitz in Basel hat in den ersten neun Monaten seinen Umsatz um 6,7 Prozent auf 6,27 Milliarden Franken gesteigert. Organisch - also um Zukäufe bereinigt - betrug das Wachstum 7,9 Prozent, wie Dufry mitteilte. So stark gewachsen sei das Unternehmen seit 2011 nicht mehr. Operativ erwirtschaftete Dufry in der Berichtsperiode einen Gewinn (EBITDA) von 743,6 Millionen Franken. Das sind 8,5 Prozent mehr als in der Vorjahresperiode. Unter dem Strich verbuchte Dufry einen Reingewinn von 122,0 Millionen Franken, nach 29,9 Millionen Franken im Vorjahr.

REKORDUMSATZ DANK RASTATT: (Basel) Der mehrwöchige Unterbruch der Rheintal-Bahnstrecke im deutschen Rastatt hat den Schweizerischen Rheinhäfen im September zu einem neuen Rekordwert verholfen. Umgeschlagen wurden 14'645 Containereinheiten (TEU) - so viele wie noch nie in einem Monat. Bisher bester Monat beim Containerumschlag war der August 2016 mit 12'989 TEU. Dieses Ergebnis wurde nun im September um 1656 TEU oder 13 Prozent übertroffen, wie die Hafendirektion mitteilte. Schon im August hatte der Containerumschlag gegenüber den Vormonaten markant auf 12'512 TEU zulegt. Grund für diesen Container-Boom auf dem Rhein ist der Unterbruch der Rheintal-Eisenbahnlinie bei Raststatt. Das Nadelöhr im europäischen Nord-Süd-Bahnverkehr war von Mitte August bis Anfang Oktober wegen einer Schienenabsenkung gesperrt.

FEINTOOL AUF KURS: (Lyss BE) Das Technologieunternehmen Feintool profitiert weiterhin von einer wachsenden Autobranche. Das Unternehmen hat seinen Umsatz im dritten Quartal im Vergleich zum Vorjahr um 10,8 Prozent auf 153,4 Millionen Franken gesteigert. In Lokalwährung entspricht dies einem Plus von 9,5 Prozent. Über die ersten neun Monate des laufenden Jahres erhöhte sich damit der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 8,0 Prozent auf 450,2 Millionen Franken. Ohne Währungseffekte lag das Wachstum bei 8,1 Prozent. Trotz teilweise gedrosselter Produktion der Hersteller aufgrund von Betriebsferien habe sich der weltweite Automobilmarkt - vor allem in Europa - robust gezeigt, heisst es in der Mitteilung. Das Lysser Unternehmen zeigt sich optimistisch für die Zukunft. Für das Gesamtjahr 2017 erwartet Feintool einen Umsatz von 580 bis 600 Millionen Franken und eine EBIT-Marge von rund 7,6 Prozent.

SARON STATT FRANKEN-LIBOR: (Bern) Schweizer Banken und Versicherungen sollen sich für die Berechnung von Hypotheken und Finanzprodukten in Zukunft am Schweizer Referenzzinssatz Saron orientieren. Die nationale Arbeitsgruppe für Referenzzinssätze empfiehlt den Saron als Ersatz für den Franken-Libor. Das geht aus dem Protokoll zur Sitzung von Anfang Oktober hervor, das die Schweizerische Nationalbank (SNB) auf ihrer Internetseite veröffentlicht hat. Eine Alternative für den Libor ist nötig, weil die britische Finanzmarktaufsicht im Sommer dessen Ende eingeleitet hatte. Der Entscheid zugunsten des Saron kommt nicht überraschend. Der Saron (kurz für Swiss Average Rate Overnight) löst Ende Jahr bereits das Tois-Fixing ab, das etwa zur Berechnung von Zinsderivaten verwendet wird.

ABB-STREIK IN GENF: (Genf) Wegen Gerüchten rund um eine Produktionsverlagerung bei ABB Sécheron in Genf haben die Beschäftigten eine Kundgebung durchgeführt. Sie protestierten gegen die mangelnde Kommunikation des Managements. Der zweistündige Ausstand von 130 Angestellten folgt nur zwei Tage auf den überraschenden Rücktritt des Chefs des Genfer Werks, Jean-Luc Favre. Es handle sich dabei um einen ersten Schritt, sagte Unia-Gewerkschaftssekretär Alessandro Pelizzari. Seit zwei Jahren habe das Unternehmen Produktionslinien verlagert. Damit seien 20 Prozent der Stellen abgebaut und mehr als 60 Angestellte entlassen worden. In den vergangenen Wochen hätten sich nun Gerüchte um eine Produktionsverlagerung nach Polen verstärkt.

KRÄFTIGES WACHSTUM DER EURO-ZONE: (Brüssel) Die Wirtschaft der Euro-Zone ist im Sommer kräftig gewachsen. Davon profitiert haben auch Arbeitssuchende. Die Arbeitslosenquote fiel auf unter 9 Prozent. Im September hatten in der Eurozone 14,5 Millionen Frauen und Männer keinen Job - 96'000 weniger als im August und 1,463 Millionen weniger als ein Jahr zuvor. Mit 8,9 Prozent fiel die Arbeitslosenquote auf den niedrigsten Stand seit Januar 2009. Die sinkende Arbeitslosigkeit in der Währungsunion ist die Folge einer verbesserten Wirtschaftslage. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) stieg von Juli bis September um 0,6 Prozent zum Vorquartal, wie die Statistikbehörde Eurostat in ihrer Schnellschätzung mitteilte.

RYANAIR MIT WENIGER GEWINN: (Dublin) Trotz der zahlreichen Flugstreichungen bis zum Frühjahr hält Ryanair an seinem Gewinnziel fest. Das Unternehmen erwartet bis Ende März 2018 einen Überschuss von 1,4 bis 1,45 Milliarden Euro. Rückerstattungen und Entschädigungen für die gestrichenen Flüge dürften zwar das Ergebnis belasten. Die Ticketpreise im Winter würden aber gemäss Angaben nicht ganz so stark fallen wie zuletzt angenommen. Die Flugtickets werden im Winterhalbjahr bis Ende März demnach im Schnitt um 4 bis 6 Prozent billiger werden als ein Jahr zuvor. Bisher war Ryanair von einem Rückgang um 5 bis 7 Prozent ausgegangen. Im wichtigen Sommerquartal bis Ende September, das bei Ryanair das zweite Geschäftsquartal ist, musste der Billigflieger beim Gewinn allerdings etwas zurückstecken. Während der Umsatz im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um drei Prozent auf 2,5 Milliarden Euro zulegte, ging der Überschuss um zwei Prozent auf 895 Millionen Euro zurück.

DEUTLICH MEHR GEWINN BEI BP: (London) Der Ölkonzern BP nährt mit einer überraschend starken Quartalsbilanz Hoffnungen auf eine deutliche Branchenerholung. Die vom Unternehmen für den Reingewinn ausgewiesene Kennziffer verdoppelte sich im dritten Quartal auf 1,87 Milliarden Dollar. Das war deutlich mehr als von Analysten erwartet. Der Konzern profitiert kräftig von einer Steigerung der Öl- und Gasproduktion. In diesem Jahr hat er bereits sechs grosse Förderprojekte gestartet. Ausserdem legten die Erträge im Raffineriegeschäft zuletzt massiv zu.

AUFGEHELLTE STIMMUNG: (New York) Die Stimmung der US-Konsumenten hat sich im Oktober überraschend deutlich aufgehellt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen kletterte um 5,3 auf 125,9 Punkte, wie das Institut Conference Board zu seiner monatlichen Umfrage mitteilte. Experten hatten lediglich mit einem Anstieg auf 121,0 Zähler gerechnet. Die Konsumenten schätzten ihre Lage besser ein als im Vormonat, ebenso ihre Aussichten. Der private Konsum ist der Eckpfeiler der US-Wirtschaft. Er macht etwa 70 Prozent der Wirtschaftsleistung aus.

MEHR GEWINN BEI MASTERCARD: (Purchase) Der Kreditkarten-Riese Mastercard macht dank gestiegener Konsumausgaben weiter gute Geschäfte. Im dritten Quartal legte der Überschuss verglichen mit dem Vorjahreswert um 21 Prozent auf 1,4 Milliarden Dollar zu, wie der Visa-Rivale mitteilte. Die Erträge stiegen um 18 Prozent auf 3,4 Milliarden Dollar. Die Quartalszahlen übertrafen die Erwartungen der Analysten deutlich. Mastercard verdient an Transaktionsgebühren und profitiert somit von ausgabefreudigen Konsumenten. Genauso wie Konkurrent Visa vergibt das Unternehmen - anders als American Express - dabei nicht selbst den Kredit. Die beiden grossen Wettbewerber von Mastercard steigerten den Gewinn im vergangenen Quartal ebenfalls deutlich.

WACHSTUM GEBREMST: (Peking) Das Wachstum der chinesischen Industrie hat sich überraschend kräftig abgekühlt. Ein schwächerer Immobilienmarkt und der verschärfte Kampf gegen die Luftverschmutzung führten dazu, dass viele Betriebe ihre Produktion drosselten. Der amtliche Einkaufsmanagerindex fiel im Oktober auf 51,6 Punkte von 52,4 Zählern im September und damit auf den niedrigsten Stand seit drei Monaten, wie aus den Daten hervorgeht. Auch die Export-Aufträge fielen schwächer aus als erwartet. Allerdings bleibt das Barometer den 15. Monat in Folge über der 50-Punkte-Marke, ab der es Wachstum anzeigt.

REKORDGEWINN BEI SAMSUNG: (Seoul) Ein boomendes Chip-Geschäft hat Samsung erneut einen Rekordgewinn beschert. Der weltweit grösste Hersteller von Halbleitern, Smartphones und TV-Geräten konnte das operative Ergebnis im dritten Quartal auf umgerechnet rund 11,1 Milliarden Euro fast verdreifachen. Der Umsatz schnellte um 30 Prozent auf 47,4 Milliarden Euro in die Höhe, wie der südkoreanische Apple-Rivale mitteilte und damit vorläufige Zahlen von Mitte Oktober bestätigte. Schon im zweiten Quartal hatte es einen Rekordgewinn gegeben.

(AWP)