Tagesüberblick Wirtschaft

Dienstag, 28. November 2017
28.11.2017 17:54

ROSIGE AUSSICHTEN: (Zürich) Die Aussichten für die Schweizer Wirtschaft werden immer rosiger: Die Zürcher Kantonalbank (ZKB) schraubt ihre Wachstumsprognosen für nächstes Jahr von 1,5 auf 2,0 Prozent nach oben. Auch Julius Bär rechnet mit einer kräftigen Konjunktur. Das Bruttoinlandprodukt (BIP) dürfte nach Ansicht der Bank Julius Bär nächstes Jahr um 1,7 Prozent wachsen. Das wäre mehr als doppelt so kräftig wie im laufenden Jahr. Die Schweizer Wirtschaft wird von den Wachstumslokomotiven USA und Europa profitieren. "Es gibt keinerlei Anzeichen von Schwäche in der Weltwirtschaft", erklärte die Bank. Dem pflichtete die ZKB bei: "Es gilt immer die gleiche Formel: Läuft die Weltwirtschaft gut, läuft es auch bei uns gut." Das Wachstum der Exporte dürfte sich von 2,8 Prozent in diesem Jahr auf 3,8 Prozent im nächsten Jahr beschleunigen.

ZWEI SIEGER: (Zürich) Nach der Schlappe im Vorjahr hat die Swisscom Sunrise beim neusten Mobilfunktest des deutschen Branchenmagazins "Connect" wieder eingeholt. Beide erzielten eine höhere Punktzahl als im Vorjahr. Der dritte Anbieter Salt hingegen landete mit deutlichem Abstand auf Platz drei. Während die beiden Sieger sich über die Auszeichnung freuen, zeigt sich Salt enttäuscht und beanstandet Mängel des Tests. "Connect" schrieb von einer "überragenden Leistung", welche Swisscom und Sunrise geboten hätten. Beide kamen auf 973 von 1000 möglichen Punkten. Im Vorjahr hatte Sunrise noch mit 951 Punkten obenaus geschwungen und damit die jahrelange Dominanz der Swisscom (933 Zähler) in Sachen Netzqualität gebrochen. Salt hingegen erzielte nur noch 845 Punkte, nachdem es im Vorjahr 878 gewesen waren. Das Netz erhiel von "Connect" damit auch nur noch das Prädikat "gut" statt "sehr gut".

GROUNDING: (Lugano) Die Flugzeuge der Tessiner Darwin Airline bleiben seit Dienstagmorgen am Boden. Das Bundesamt für Zivilluftfahrt (BAZL) hat der Fluggesellschaft wegen Finanzierungsproblemen die Flugerlaubnis bis auf weiteres entzogen. Einen Tag nachdem die kriselnde Darwin Airline in Lugano TI die Nachlassstundung beantragt hatte, zog das BAZL der Airline wegen der finanziellen Situation den Stecker für gewerbsmässige Linienflüge. Betroffen ist die Strecke Lugano-Genf. Letzte Woche hatte die Regionalfluggesellschaft, bekanntgegeben, dass sie ihre Aktivitäten an der Tessiner Basis Ende Jahr einstellt. Laut einem BAZL-Sprecher entzog das Amt die Flugerlaubnis, weil die Airline die nächsten zwölf Monate den wirtschaftlichen Betrieb nicht mehr garantieren konnte. Laut dem BAZL kann Darwin im Auftrag anderer Fluggesellschaften vorerst weiterhin Flüge durchführen.

MEHR VERWALTETE VERMÖGEN: (Basel) Das von Asset Managern in der Schweizer verwaltete Vermögen hat 2016 um rund 5 Prozent zugenommen. Per Ende 2016 wurden damit rund 1970 Milliarden Franken verwaltet. Dabei entfielen 1125 Milliarden Franken auf kollektive Kapitalanlagen (+7 Prozent) und 845 Milliarden Franken (+3 Prozent) auf institutionelle Mandate. Diese Zahlen gehen aus einer Erhebung hervor, die die Swiss Funds & Asset Management Association SFAMA vorlegte. Dabei haben beinahe alle Teilnehmer der Umfrage 2016 ein Wachstum ausgewiesen. Die Mehrheit der in der Schweiz verwalteten Gelder in der Vermögensverwaltung werde von relativ wenigen, grossen Marktteilnehmern verwaltet, heisst es. Dies treffe insbesondere auf das institutionelle Mandatsgeschäft zu.

SCHWELENDER KONFLIKT: (Muttenz BL) Der Konflikt zwischen Clariant-Grossaktionär White Tale und der Unternehmensführung kocht weiter hoch. In einer Stellungsnahme zeigte sich White Tale enttäuscht über Äusserungen des Verwaltungsrates vom Freitag. Man habe nie die Aufspaltung des Unternehmens angestrebt, schreibt der Grossaktionär, der rund 20 Prozent an Clariant hält. Man freue sich nun darauf, seine Anliegen den Aktionären von Clariant direkt vorzulegen. In welcher Form dies geschehen soll, sei noch offen, sagte ein White-Tale-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur AWP. Dies könne in direkten Gesprächen, an der ordentlichen Generalversammlung oder einer ausserordentlichen Generalversammlung geschehen. Der Clariant-Verwaltungsrat hatte in einem Statement am vergangenen Freitag Forderungen von White Tale, etwa diejenigen nach drei Sitzen im zehnköpfigen Verwaltungsrat oder einer Überprüfung der Strategie durch eine Investmentbank, zurückgewiesen. Letztlich gehe es White Tale nur darum, das Unternehmen zu zerschlagen und die Vermögenswerte zu verkaufen, kritisierte der Clariant-Verwaltungsrat.

ÜBERNAHME: (Baar ZG) Der Baustoffhersteller Sika will sein Angebot für die Autoindustrie deutlich ausbauen. Sika kauft den deutschen Autozulieferer Faist Chem Tec mit Sitz in Worms. Zum Kaufpreis gibt es keine Angaben. Faist ChemTec ist laut Medienmitteilung ein führender Hersteller von Produkten zur Dämpfung von Körperschall in Fahrzeugen. Die Akquisition passe perfekt zur eigenen Wachstumsstrategie. Sika könne damit das Angebot und die Technologiebasis für akustische Dämpfungslösungen für die Automobilindustrie enorm ausbauen, wird Sika-Chef Paul Schuler in der Mitteilung zitiert. Der Jahresumsatz der vor über 100 Jahren gegründeten Faist ChemTec beläuft sich auf umgerechnet rund 190 Millionen Franken. Das Unternehmen beschäftigt 840 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter an sechs Produktionsstätten in Europa, Nordamerika und Asien.

BOOMENDE PARAHOTELLERIE: (Neuenburg) Schweizer Ferienwohnungen, Kollektivunterkünfte und Campingplätze haben in den ersten neun Monaten 2017 insgesamt 14,3 Millionen Logiernächte verzeichnet. Das sind knapp 21 Prozent mehr als in der gleichen Periode des Vorjahres. Die Entwicklung bei den verschiedenen Anbietern ist unterschiedlich: Die Anzahl Logiernächte in den kommerziell bewirtschafteten Ferienwohnungen stieg von Januar bis September um fast 8 Prozent auf 6,4 Millionen, wie Berechnungen auf Grundlage von Zahlen des Bundesamtes für Statistik (BFS) ergeben. Der Zuwachs bei den Kollektivunterkünften betrug 3,6 Prozent auf 4,8 Millionen. Besonders stark war der Anstieg mit knapp 18 Prozent auf 3,1 Millionen bei den Campingplätzen.

AUF WACHSTUMSKURS: (Menziken AG) Die Industriegruppe Montana Tech Components (MTC) hat in den ersten drei Quartalen 2017 ihren Wachstumskurs fortgesetzt. Umsatz und Betriebsergebnis der Gruppe stiegen gegenüber der Vorjahresperiode deutlich an. Für das Gesamtjahr rechnet MTC weiterhin mit einer positiven Entwicklung sowohl beim Umsatz als auch beim Ergebnis. Der Börsengang der Batterie-Tochter Varta im Oktober sei erfreulich gewesen, teilte das Unternehmen mit. In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017 erwirtschaftete MTC einen Umsatz von 637,6 Millionen Euro, ein Zuwachs von rund 12 Prozent. Das operative Ergebnis auf Stufe EBITDA stieg derweil überproportional um 31 Prozent auf 105,4 Millionen Euro. Der EBIT legte um 45 Prozent auf 66,9 Millionen Euro zu.

TIEFERE MARGEN: (Dottikon AG) Das Chemieunternehmen Dottikon ES hat im ersten Semester des Geschäftsjahres 2017/18 mehr umgesetzt. Aufgrund von Vorleistungen in Personal und Lager stagnierte hingegen das Ergebnis. Dottikon ES will künftig noch mehr investieren. Unter dem Strich erzielte das Unternehmen von Markus Blocher im ersten Halbjahr einen Gewinn von 9,6 Millionen Franken, nach einem Überschuss von 9,5 Millionen Franken im Jahr zuvor. Der Umsatz stieg dabei per Ende September um 4 Prozent auf 70,1 Millionen Franken. Für den Anstieg verantwortlich war der Pharmabereich. Hier soll laut Mitteilung die Nachfrage auch weiterhin stark sein. Die Gewinnzahlen hielten allerdings mit dem Umsatz nicht ganz Schritt. Der Pharmazulieferer prüft für die steigenden Investitionen externe Finanzierungsoptionen.

MEHR UMSATZ: (Zürich) Das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG Schweiz hat im Geschäftsjahr 2016/17 von der Digitalisierung der Schweizer Wirtschaft profitiert. Der Nettoumsatz erhöhte sich per Ende September um 4,9 Prozent auf 423,5 Millionen Franken. Der Bruttoumsatz, der auch die in der Schweiz fakturierten Fremdleistungen anderer KPMG-Ländergesellschaften umfasst, nahm um 1,1 Prozent auf 555,0 Millionen Franken zu, wie das Unternehmen mitteilte. Gewachsen sind alle Sparten. Der mit 50 Prozent Umsatzanteil grösste Bereich Wirtschaftsprüfung (Audit) legte um 5,0 Prozent auf 212,1 Millionen Franken zu. Der Umsatz in der Steuer- und Rechtsberatung (Tax) stieg um 4,0 Prozent auf 120,6 Millionen Franken und in der Unternehmensberatung (Advisory) um 5,7 Prozent auf 90,8 Millionen Franken.

VOR DEM AUS: (Sitten) Die britische Fluggesellschaft PowdAir, die Winterflüge nach Sitten anbieten wollte, steckt in finanziellen Schwierigkeiten. Das Unternehmen muss bis Ende Woche eine Million Pfund (rund 1,35 Millionen Franken) aufbringen. Wie die Fluggesellschaft auf ihrer Facebook-Seite mitteilte, hat PowdAir aus persönlichen Gründen den Hauptinvestor verloren. Nähere Angaben wurden nicht gemacht. Das Unternehmen rief seine Kunden dazu auf, sich finanziell zu beteiligen. PowdAir braucht nach eigenen Angaben drei Millionen Pfund, um die geplanten Winterflüge zwischen Sitten und Grossbritannien, Belgien sowie den Niederlanden sicherzustellen. Geplant waren ursprünglich zwei Flüge pro Tag an fünf Wochentagen.

TODESFALL: (St. Gallen) Der St. Galler Unternehmer Max Kriemler ist am vergangenen Samstag im Alter von 95 Jahren verstorben, wie die Trauerfamilie in einer Anzeige bekannt gab. Kriemler leitete während Jahrzehnten das weltweit bekannte Modeunternehmen Akris. 1922 expandierte Kriemler das von seiner Mutter Alice Kriemler-Schoch gegründete Modehaus. 1980 übernahm Sohn Albert Kriemler die kreative Leitung, Bruder Peter Kriemler ist seit 1987 verantwortlich für die Geschäftsführung. Akris ist heute ein international tätiges Prêt-à-Porter Unternehmen mit modernen Couture Designer Kollektionen.

POSITIVER AUSBLICK: (Paris) Die Weltwirtschaft wächst nach Prognosen der OECD so schnell wie seit sieben Jahren nicht mehr. 2017 dürfte das globale Bruttoinlandprodukt um 3,6 Prozent zulegen, 2018 um 3,7 Prozent und 2019 erneut um 3,6 Prozent, Die Konjunkturaufhellung sei zwar erfreulich, bleibe aber verhalten im Vergleich zu vergangenen Aufschwungphasen. Investitionen, Handel, Produktivität und Lohnentwicklung litten noch immer unter den Nachwehen der Finanzkrise. Für eine anhaltend starkes Wachstum seien kräftigere Investitionen notwendig. Die Euro-Zone dürfte 2017 mit einem Plus von 2,4 Prozent die weltgrösste Volkswirtschaft USA hinter sich lassen, für die die OECD mit 2,2 Prozent Wachstum rechnet. Im kommenden Jahr soll es in der Währungsunion zu 2,1 und 2019 zu 1,9 Prozent reichen. Für die Schweiz geht die OECD für 2017 von einem BIP-Wachstum von 0,8 Prozent aus. Die Schweizer Wirtschaft werde sich nach diesem schwachen Jahr in den nächsten zwei Jahren aber deutlich erholen.

MÖBEL MIT GEWINNEINBRUCH: (Leiden) Das schwedische Möbelhaus im abgelaufenen Geschäftsjahr 2016/17 einen Gewinnrückgang hinnehmen müssen. Er sank von 4,2 Milliarden Euro im Vorjahr auf 2,5 Milliarden Euro. Der Grund dafür sind vor allem deutlich höhere Produktionskosten. Sie sind gegenüber dem Vorjahr um 16,7 Prozent auf 23,7 Milliarden Euro angestiegen. Deutlich geringer als in den Vorjahren fällt auch das Umsatzwachstum aus. So haben sich die Verkaufserlöse mit 36,3 Milliarden Euro gegenüber dem Vorjahr lediglich noch um 1,7 Prozent erhöht. In den letzten zehn Jahren hat das Möbelhaus im Durchschnitt jeweils eine Steigerungsrate von 6,1 Prozent erreicht.

MEHR DARLEHEN: (Frankfurt) Das viele billige Geld der Europäischen Zentralbank (EZB) kommt zunehmend auch bei den Unternehmen an. Im Oktober vergaben Banken in der Euro-Zone an Unternehmen 2,9 Prozent mehr Darlehen als vor Jahresfrist, teilte die EZB mit. Im September hatte der Zuwachs noch bei 2,4 Prozent gelegen. An die Privathaushalte reichten die Institute im Oktober 2,7 Prozent mehr Kredite weiter. Die europäischen Währungshüter halten schon seit März 2016 den Leitzins bei 0,0 Prozent. Dazu pumpen die EZB und die nationalen Notenbanken der Euro-Länder seit März 2015 über den Kauf von Staatsanleihen und anderen Wertpapieren Woche für Woche Milliarden Euro in das Finanzsystem. Das Programm ist inzwischen auf 2,55 Billionen Euro angelegt und soll noch bis Ende September 2018 laufen.

BREMSSPUREN: (Madrid) Die politische Krise um die Unabhängigkeitsbestrebungen der Region Katalonien hinterlässt Bremsspuren in der Wirtschaft Spaniens. Erstmals seit mehr als drei Jahren sanken im Oktober die Umsätze der Detailhändler, wie die Nationale Statistikbehörde (INE) mitteilte. Unter Herausrechnung von Kalendereffekten gingen die Einnahmen zum Vorjahr um 0,1 Prozent zurück. Unbereinigt ergab sich sogar ein Minus von 1,2 Prozent. Dabei fallen die Umsatzrückgänge der Detailhändler in Katalonien mit 3,9 Prozent besonders ins Auge. Wegen der Krise haben fast 2000 Unternehmen ihren Sitz aus Katalonien verlegt. Auch die Arbeitslosigkeit stieg in der Region im Nordosten Spaniens im Oktober deutlich stärker als in den anderen Gegenden des Landes.

BESSERUNG GELOBT: (Menlo Park) Anzeigen von russischen Propaganda-Organisationen im US-Wahlkampf, diskriminierende Werbung bei Wohnungsanzeigen: Die Werbe-Plattform von Facebook steht in der Kritik. Nun gelobt Facebook Besserung und verspricht den Anwendern: "Wir verkaufen keine Daten von dir". Facebook will sein Werbesystem reformieren, um künftig die Anwender besser vor Diffamierung, Betrug und Spam zu schützen. Das kündigte Facebook-Manager Rob Goldman an. Facebook werde viele "Werbeanzeigen proaktiv mit automatisierten und manuellen Tools" überprüfen. Ausserdem werde Facebook aktiv, "wenn Nutzer Anzeigen verbergen, blockieren oder als beleidigend oder anstössig markieren". Ziel sei es, "jegliche Inhalte zu entfernen, die gegen unsere Richtlinien verstossen - ohne dabei die öffentliche Debatte zu zensieren".

JAHRELANG GETRICKST: (Tokio) Der japanische Zulieferer Toray Industries hat bei einer Tochterfirma jahrelange Fälschungen von Produktdaten eingeräumt. Über einen Zeitraum von acht Jahren seien 149 Fälle aufgetaucht, teilte der weltgrösste Hersteller von Carbonfaserstoffen mit. Tricksereien habe es unter anderem bei Material für Reifen gegeben, das an 13 Kunden verkauft worden sei. Toray Industries nannte keine Namen von Firmen, die mit Produkten mit gefälschten Angaben beliefert wurden. Zur Zeit würden die Kunden unterrichtet. Sicherheitsprobleme seien nicht bekannt. Die meisten belieferten Firmen seien in Japan, mindestens eines in Südkorea.

STARK GENUG AUFGESTELLT: (London) Die wichtigsten britischen Kreditinstitute sind nach Meinung der Bank of England auch für ein planloses Ausscheiden des Landes aus der Europäischen Union stark genug aufgestellt. In ihrem jährlichen sogenannten Stresstest haben die britischen Bankaufseher durchgespielt, was mit den grössten Instituten des Landes geschehen würde im Fall eines starken wirtschaftlichen Abschwungs, einer Abwertung des Pfunds um ein Viertel, eines Einbruchs der Häuserpreise sowie von Kreditausfällen. Das Szenario sei härter gewesen als während der vergangenen Finanzkrise, erklärte die Bank of England. Fünf der sieben einbezogenen Grossbanken haben den Stresstest ohne Weiteres bestanden. Zwei jedoch überschritten Warnmarken: Barclays und die verstaatlichte Royal Bank of Scotland.

REKORDVERKÄUFE: (New York) In den USA haben Konsumenten in den Tagen seit Thanksgiving so viel im Internet eingekauft wie nie zuvor. Insgesamt wurden Produkte im Wert von 6,59 Milliarden Dollar am "Cyber Monday" online bestellt. Das ist über eine Milliarde mehr als vor einem Jahr, wie die Marktforscher von Adobe Analytics mitteilten. Allein 1,59 Milliarden Dollar wurden über Smartphones ausgegeben. Auch an den besonders umsatzstarken Tagen zuvor legte der Internethandel zu: Im Onlinegeschäft erzielten die Händler nach Berechnungen am Donnerstagabend und am Freitag Erlöse von 7,9 Milliarden Dollar. Das waren fast 18 Prozent mehr als vor Jahresfrist und so viel wie nie zuvor.

REKORDHOHE BESCHÄFTIGUNG: (München) Die deutschen Unternehmen suchen dem Münchner Ifo-Institut zufolge händeringend nach neuen Mitarbeitenden. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer stieg im November mit 113,2 Punkten auf den höchsten jemals gemessenen Wert, wie das Institut mitteilte. Im Oktober hatte es bei 112,0 Punkten gelegen. Insbesondere im Maschinenbau und in der Elektrotechnik werden verstärkt Leute gesucht. Auch im Handel sei die Einstellungsbereitschaft noch nie so hoch gewesen. Bei den Dienstleistern bleibe die Beschäftigungsdynamik ebenfalls positiv. Das Beschäftigungsbarometer basiert auf rund 9500 monatlichen Meldungen von Unternehmen über ihre Planung zur Beschäftigungssituation für die nächsten drei Monate.

JUSTIZERMITTLUNGEN: (Paris) Französische Ermittler haben Büros des Luftfahrtkonzerns Airbus in Frankreich durchsucht. Ein Sprecher des Unternehmens bestätigte einen Bericht des französischen Online-Magazins "Mediapart". Die Aktion stehe im Kontext französischer Justizermittlungen im Zusammenhang mit Kasachstan. Nähere Angaben machte der Sprecher unter Verweis auf das laufende Verfahren nicht. Airbus kooperiere mit den Behörden. "Mediapart" hatte vergangene Woche berichtet, bei den schon länger laufenden Ermittlungen gehe es um Korruptionsverdacht bei früheren Geschäften mit Kasachstan.

LEICHTE AUFHELLUNG: (Paris) Die Stimmung der französischen Konsumenten hat sich mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts leicht aufgehellt. Das Barometer für das Konsumentenvertrauen im November stieg um zwei auf 102 Punkte, wie das nationale Statistikamt Insee mitteilte. Ökonomen hatten mit einem geringeren Plus gerechnet. Es war der erste Anstieg nach vier Rückgängen in Folge. Die befragten Konsumenten blickten optimistischer auf ihre künftige Finanzlage und hatten weniger Angst vor Arbeitslosigkeit.

(AWP)