UBS Frankreich offenbar wegen Druck auf "Whistleblower" im Visier der Justiz

Die Grossbank UBS steht offenbar in Frankreich nun auch wegen einem Fall von "moralischer Belästigung" im Visier der Justiz. Die Bank soll Druck auf einen "Whistleblower" ausgeübt haben, der Informationen über ein angebliches System zum Steuerbetrug bei UBS Frankreich an die Behörden weitergegeben haben soll. Das schreibt die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf anonyme Quellen.
16.02.2017 10:30

Die Entscheidung der Untersuchungsrichter "beweise die Wahrheit seiner Entdeckungen und den Druck, dem er seit dem Jahr 2009 täglich ausgesetzt sei", erklärte der Whistleblower Nicolas Forissier gegenüber der AFP. Forissier war bei der UBS Frankreich in der internen Revision beschäftigt, im Jahr 2009 wurde er wegen "schwerer Verfehlungen" entlassen.

Gegen die UBS Frankreich läuft gemäss dem AFP-Bericht bereits ein Verfahren wegen der Druckausübung gegen die Whistleblowerin Stéphanie Gibaud, eine weiteren ehemaligen UBS-Mitarbeiterin.

Der UBS wird seit Jahren von der französischen Justiz Beihilfe zum Steuerbetrug vorgeworfen. Im Jahr 2014 war die Bank verpflichtet worden, eine Kaution von 1,1 Mrd EUR zu zahlen. Die UBS weist die Vorwürfe zurück. Französische Medien hatten in den letzten Monaten über Verhandlungen über einen aussergerichtlichen Vergleich berichtet.

tp/rw

(AWP)