Vifor-Aktien ziehen nach IR-Tag deutlich an - Analysten sehen klarer

Für die Aktien von Vifor Pharma geht es am Donnerstag deutlich aufwärts. Im Mittagshandel belegen sie einen der ersten Plätze unter den Blue Chips. Analysten zeigen sich nach dem Investorentag am gestrigen Mittwoch zufrieden mit den Einblicken, die das Unternehmen gewährt habe. Die Präsentationen hätten zu einem besseren Verständnis des Unternehmens geführt, heisst es in den Kommentaren. Zudem seien einige offene Fragen zumindest ansatzweise beantwortet worden.
28.09.2017 11:47

Gegen 11.40 Uhr gewinnen Vifor-Aktien 3,3% auf 114,10 CHF hinzu. Sie gehören damit zu den grössten Gewinnern unter den Blue Chips. Der Gesamtmarkt (SPI) steht zeitgleich um 0,14% höher. Seit Jahresbeginn steht für Vifor-Aktien aber damit immer noch Minus von annähernd 4% zu Buche. Schlechter haben sich bislang nur die Aktien von Aryzta und Swiss Re entwickelt. Zum Vergleich: Der SPI hat in der Zeit um nahezu 16% hinzugewonnen.

Für Analystin Sibylle Bischofberger von der ZKB ist dies mit einer der Gründe, warum sie die Aktien auf "Marktgewichten" von "Untergewichten" hochstuft. Sie wiesen auf Jahressicht eine Underperformance von gut 19% auf, so dass so dass nach ihren Schätzungsänderungen kaum noch Potenzial nach unten vorhanden sei.

Mit Blick auf den Investorentag erklärte die Expertin gegenüber AWP, es habe zwar keine überraschenden Neuigkeiten gegeben, um den Gesamteindruck über das Unternehmen abzurunden, sei er sehr hilfreich gewesen. Der Fokus habe vor allem auf Veltassa, der Eisenfranchise und dem Joint Venture Vifor Fresenius Medical Care Renal Pharma (VFMCRP) gelegen. Gleichzeitig habe Vifor die Ziele für das laufende Jahr sowie die Mittelfristziele bestätigt, ebenso wie die Absatzziele für Veltassa. Sie teile zwar die Meinung, dass Veltassa durchaus das Potential habe, ein Blockbuster zu werden, "allerdings dürfte das länger dauern als das Management derzeit in Aussicht stellt."

Die Frage, wann Vifor mit Veltassa die Umsatzmilliarde erzielt, ist auch für die Experten der Neuen Helvetischen Bank noch offen. Für erreichbar halten sie sie, wie es in einem ersten Kommentar heisst. Das Potenzial des Kaliumbinders sei vielversprechend. Gleichzeitig sei aber auch Ferinject, das in den USA unter dem Namen Injectafer läuft, auf gutem Weg in Richtung Blockbuster. Damit sollten in den kommenden acht Jahren solide und steigende Cashflows möglich sein. "Nach dem gestrigen Tag beurteilen wir die Strategie von Vifor Pharma nach wie vor als sinnvoll und glauben, dass die Gesellschaft ein attraktives langfristiges Potential aufweist", heisst es in dem Kommentar. Der Weg dorthin werde aber noch ein langer sein und werde bis 2020 noch erhebliche Investitionen erfordern.

Bei der UBS schreibt Analyst Jack Scanell, der Investorentag habe viele Aspekte beleuchtet und mehr Klarheit gebracht. Gleichzeitig betont auch Scanell, dass die grossen Überraschungen ausgeblieben seien.

hr/ra

(AWP)