Aktienmarkt - Schweizer Anlagen generieren laut CS robuste und stabile Renditen

Der Schweizer Aktienmarkt ist nicht nur ein sicherer, sondern auch ein rentabler Hafen für Anleger. Das zeigt eine Studie der Grossbank Credit Suisse, die sie gemeinsam mit der London Business School verfasst hat.
29.06.2017 14:55
Der Schweizer Aktienmarkt ist robust.
Der Schweizer Aktienmarkt ist robust.
Bild: cash

Ein Grund für die Erfolgsgeschichte ist unter anderem die allgemeine Preisstabilität.

Der Schweizer Finanzplatz hat über die letzten 117 Jahre stark an Bedeutung gewonnen: Im Jahr 1900 spiegelte er noch 1,1% der weltweiten Aktienmarktkapitalisierung. Heute sind es 2,9% - damit ist die Schweiz der siebtgrösste Aktienmarkt der Welt. Nur fünf Länder wuchsen stärker.

Die Untersuchung zeigt, dass die Schweiz bezüglich Rendite und Stabilität Spitzenwerte aufweist. "Es steckt mehr im Schweizer Markt, als auf den ersten Blick ersichtlich ist", sagte CS-Anlagechef Burkhard Varnholt am Donnerstag vor den Medien. Nicht überrascht von den Ergebnissen zeigte sich Studienautor Paul Marsh von der London Business School: Die Resultate bestätigten die internationale Wahrnehmung der Schweiz.

4,4 Prozent reale Rendite pro Jahr

Wer im Jahr 1900 einen Franken in Schweizer Aktien angelegt und die Dividenden jeweils wieder reinvestiert hätte, der hätte 2016 - kaufkraftbereinigt - 159 CHF erhalten, heisst es in der Studie. Das Wachstum entspricht einer realen Rendite von jährlich 4,4%. In Bezug auf die Aktienrendite lag die Schweiz damit über die letzten 117 Jahre international im Mittelfeld: Ein globales Portfolio in Dollar gemessen erwirtschaftete in derselben Zeit eine Rendite von 5,1%.

Werden die Renditen allerdings nicht in lokalen Währungen berechnet, sondern in Schweizer Franken, hätte sich das Schweizer Portfolio sogar besser geschlagen als ein globales, das in Franken noch auf eine jährliche Rendite von 4,3% kommt. Während die USA den Schnitt deutlich nach oben ziehen, entwickelte sich der Europäische Aktienmarkt unterdurchschnittlich.

Schweiz bei Obligationen vorne

Schweizer Obligationen, wobei vor allem Staatsanleihen berücksichtigt wurden, und kurzfristige Geldmarktanlagen warfen im Vergleich zu den Aktien etwas weniger hohe Renditen ab. Diese lagen allerdings immer noch über der Teuerungsrate. So wuchs die Kaufkraft eines in Anleihen investierten Frankens um den Faktor 15,1, ein in kurzfristige Anlagen investierter Franken um das Zweieinhalbfache.

Bei den Obligationen liegt die Schweiz damit nach Dänemark und Schweden an dritter Stelle. Berücksichtigt man aber Währungseffekte sowie die Tatsache, dass bei dänischen Anleihen zeitweise die Vergleichbarkeit verzerrende Hypothekenanleihen miteinberechnet wurden, wären die Schweizer Obligationen die rentabelsten gewesen.

Erfolgsfaktor Preisstabilität

Während sich der Franken als weltweit stärkste Währung fortlaufend aufwertete, wies die Schweiz zugleich die weltweit tiefste Teuerung auf - noch vor den Niederlanden und den USA. Beides macht Schweizer Anlagen für Investoren besonders attraktiv.

Die Preisstabilität sei neben der politischen Stabilität der Treiber für die Stellung der Schweiz als Investorenmagnet, sagte Varnholt. Während die Preise in der Schweiz jährlich um 2,2% stiegen und sich damit über 117 Jahre verzwölffachten, entwertete sich das Geld in anderen Ländern deutlich schneller: In den USA stiegen die Preise um das 28-fache, in Frankreich um das 2394-fache.

(AWP)