Buch kann trotz Internet mit anderen Medienaktivitäten mithalten

Das Buch kann sich trotz der Konkurrenz gegen neue Medien wie das Internet behaupten. Laut einer Erhebung des Bundesamtes für Statistik (BFS) haben mehr als vier von fünf Befragten 2014 mindestens ein Buch gelesen.
11.09.2017 11:32

Rund sechs von zehn Menschen hätten sogar mehr als drei Bücher gelesen, und knapp 30 Prozent der Bevölkerung habe im Schnitt sogar mehr als ein Buch pro Monat gelesen, schreibt das BFS in der am Montag veröffentlichten Erhebung weiter.

Das Lesen von Büchern sei in der Bevölkerung fast genau so verbreitet wie das Schauen von Filmen im Fernsehen oder das Musikhören im Radio.

Zudem werde deutlich häufiger gelesen als Musik über physische Datenträger beziehungsweise via Download oder Streaming gehört. Bücher würden von mehr Menschen gelesen als Nachrichten oder Zeitungen im Internet und erfreuten sich zudem einer grösseren Beliebtheit als Videospiele.

E-Books würden in der Schweiz von einem recht kleinen Nutzerkreis gelesen, schreibt das BFS weiter. 15 Prozent der Bevölkerung hätten im Verlauf des Jahres unabhängig vom Lesezweck mindestens ein Buch in digitaler Form gelesen.

Männer sowie 30- bis 44-Jährige würden generell am meisten E-Books lesen. E-Books würden zudem selten für berufliche oder Ausbildungszwecke gelesen.

Bei der Erhebung zum Kulturverhalten wurde auch das Lesen von Comics untersucht. Jede fünfte Person hat demnach im Verlauf des Jahres mindestens einen Comic gelesen. Vor allem in der Romandie erfreuten sich Comics grosser Beliebtheit.

Dies wird dadurch erklärt, dass die Affinität für Comics im frankophonen Raum seit jeher besonders ausgeprägt sei. So würden in Frankreich gemäss der letzten nationalen Studie aus dem Jahr 2009 29 Prozent der Bevölkerung Comics lesen. Comics seien zudem vor allem bei Männern und bei Jugendlichen beliebt.

Bibliotheken und Mediotheken liegen gemäss den Statistikern mit einem Besucheranteil von 44 Prozent im Mittelfeld. Sie stehen zwar zwischen den Theater- und Festivalbesuchern jeglicher Art, aber relativ deutlich hinter den drei am häufigsten ausgeübten Aktivitäten, nämlich dem Besuch von Museen, Ausstellungen oder Galerien, dem Besuch von Konzerten und anderen Musikanlässen oder von Denkmälern, historischen oder archäologischen Stätten.

Fast die Hälfte der Frauen habe im Verlauf des Jahres eine Bibliothek oder Mediothek aufgesucht. Bei den Männern seien es 40 Prozent gewesen. Der Besuch dieser Einrichtungen hänge auch stark mit dem Ausbildungsniveau zusammen.

Gemäss BFS tätigt in der Schweiz die öffentliche Hand für den Unterhalt von Bibliotheken pro Jahr Ausgaben in der Höhe von rund 360 Millionen Franken. Dies sei mehr als beispielsweise für Denkmalpflege und Heimatschutz ausgegeben werde.

Für die Erhebung sind von März bis Dezember 2014 fast 16'500 Personen ab 15 Jahren in allen drei Sprachregionen befragt worden. Die Erhebung des Kulturverhaltens ist eine der fünf thematischen Erhebungen des neuen Volkszählungssystems und soll alle fünf Jahre durchgeführt werden.

(SDA)