Bundespräsident Berset warnt vor digitaler Euphorie und Fatalismus

"Wir dürfen nicht einer digitalen Euphorie verfallen und auch keinem digitalen Fatalismus", sagte Bundespräsident Alain Berset im Rahmen des Digitaltages im Zürcher Hauptbahnhof. Den Schweizern werde dies wohl gelingen, denn sie seien weder naiv noch ängstlich.
25.10.2018 13:49

"Wir haben genau den richtigen Mix, um uns differenziert mit den Chancen, Risiken und Nebenwirkungen der Digitalisierung auseinander zu setzen", sagte Berset weiter. Uns sei das schroffe Entweder-Oder der digitalen Programmiersprache ziemlich fremd. Gerade dies ermögliche aber den Erfolg im Umgang mit der Digitalisierung.

Die Digitalisierung sei eine stille, aber gewaltige Revolution, sagte Berset weiter. Bei solch grossen Umbrüchen stelle sich nicht nur die Frage, was geändert werden müsse, sondern auch, was beibehalten werden soll.

Zu Letzterem gehöre die gut schweizerische Balance aus Wettbewerbsfähigkeit und sozialem und regionalem Ausgleich, aus Förderung der wissenschaftlichen Spitze und einem sehr guten Bildungssystem.

Wichtig sei es auch, die Kräfte zu bündeln. Deshalb werde der Bundesrat die Digital-Strategie mit allen Akteuren zusammen weiterentwickeln. Dazu gehörten Wirtschaft, Wissenschaft, Verwaltung und Zivilgesellschaft.

"Diese Zusammenarbeit fällt uns in der Schweiz zum Glück leicht. Wir binden gewohnheitsmässig alle in die Debatten und in die Entscheide mit ein", sagte Berset weiter.

Zusammen müsse man auch Antworten auf die Fragen finden wie: Wie schützen wir die Privatsphäre? Wie sichern wir das Recht an den eigenen Daten? Wie müssen wir unsere Steuer- und Sozialsysteme anpassen?

Anlässe wie der nationale Digitaltag seien eine gute Gelegenheit, um auch über diese schwierigen politischen Fragen nachzudenken. Grundsätzlich gelte es, die Chancen der Digitalisierung zu maximieren und die Risiken zu minimieren, sagte der Bundespräsident.

(SDA)