"Carlos" im Gefängnis in Pfäffikon ZH nicht schlecht behandelt

Der als "Carlos" bekannte Mann wurde in der Untersuchungshaft in Pfäffikon ZH zwar teilweise "objektiv diskriminierend und erniedrigend" behandelt, nicht aber konventions- und verfassungswidrig. So das Resultat einer am Montag präsentierten Administrativuntersuchung.
03.07.2017 13:51

Der pensionierte Staatsanwalt Ulrich Weder untersuchte im Auftrag der Zürcher Justizdirektorin Jacqueline Fehr (SP) die Haftbedingungen des 21-jährigen Schweizers.

Den mit "Carlos" befassten Mitarbeitern des Amtes für Justizvollzug fehlte eine Diskriminierungs- und Erniedrigungsabsicht völlig, sagte Weder. Zudem seien die Ursachen der Haftbedingungen im wesentlichen Aspekte der Sicherheit gewesen, "darüber aber auch der Überforderung im Umgang mit dem querulierenden, beschimpfenden, drohenden, renitenten, agressiven und gewaltätigen" Mannes.

Trotzdem hat die Sache unter anderem auch personelle Konsequenzen: So soll die Leitung des Untersuchungsgefängnisses Pfäffikon neu besetzt werden.

Der Anwalt von "Carlos" hatte in einem Prozess Anfang März die Vorwürfe erhoben. Sein Mandant sei in der Untersuchungshaft in Pfäffikon schlecht behandelt worden, teilweise habe er nur Wasser und Brot bekommen.

Ausserdem habe er zeitweise ohne Matratze auf dem Boden schlafen und während 24 Stunden Fussfesseln tragen müssen, obwohl er isoliert war. Fernsehen hätte es auch nicht gegeben. "Carlos" selbst sprach vor Gericht von Folter.

(SDA)