Chaletbesitzer und Hoteliers wollen keine störende Heizzentrale

Eine grosse Holzschnitzel-Wärmezentrale soll bis 2020 in der Walliser Feriendestination Crans-Montana für 10,8 Millionen Franken gebaut werden. Dem Projekt bläst aber starker Gegenwind von Anwohnern und Hoteliers entgegen.
19.10.2017 17:18

Die neue Anlage soll ein bestehendes Fernwärmenetz versorgen, das bis heute 1600 Meter Rohrleitungen umfasst. Das Projekt wurde am 6. Oktober öffentlich aufgelegt und am Donnerstag von Vertretern der Energiewerke Crans-Montana den Medien vorgestellt.

Die Heizzentrale soll total 11,4 Megawatt Wärme erzeugen und über kurz oder lang 200 Wohnungen ausschliesslich mit lokalem Holz beheizen. Obwohl Holzschnitzelfeuerungen als nachhaltig gelten, gab es bereits vor der Auflage des Projektes starke Opposition im Dorf.

Um genügend Holzschnitzel zu haben, müssten zwar nicht ganze Bäume gefällt werden. Vielmehr würden lokale Forstbetriebe die Anlage mit zerkleinerten Ästen beliefern, die auf dem Markt keinen Wert haben.

Für die Errichtung der Heizzentrale müssten allerdings 1200 Quadratmeter Wald geopfert werden. Es ist zwar eine Aufforstung im selben Umfang an einem anderen Ort geplant. Doch es gibt weitere Gründe, weshalb das Projekt nicht überall auf Gefallen stösst.

Die Anlage würde auf einem Gewerbegebiet ganz in der Nähe der Sportanlagen Moubra errichtet. Ihre drei Kamine würden 18 Meter in die Höhe ragen und wären fast so hoch wie die Tannenbäume, von denen sie umgeben sind. Weiter stören sich Chaletbesitzer und touristische Akteure daran, dass die Belieferung der Heizanlage pro Tag sieben bis acht Hin- und Rückfahrten von Lastwagen mit sich bringen würde.

Die Promotoren versprechen, dass sie alles tun werden, um während der stark frequentierten Touristensaison die Belästigungen auf ein Minimum zu beschränken und die Camionlieferungen wenn nötig während mehrerer Tage auszusetzen. Dies überzeugt aber nicht alle.

Unter den vehementen Gegnern ist beispielsweise die Besitzerin des Hotels La Prairie. Sie stellt sich mit aller Kraft gegen das Projekt, wie sie zur Nachrichtenagentur sda sagte. In ihrem Fall gehe es um das Überleben des Hotels, das die Gäste vor allem wegen der grossen Ruhe schätzten.

Eric Karmerzin, Direktor der Energiewerke Crans-Montana, ist auf eine gewisse Anzahl Einsprachen gefasst. Diese würden durch den Kanton Wallis behandelt, weil die Standortgemeinde Crans-Montana Partnerin der Energiewerke sei. Man schaue der Bewilligung des Projektes gelassen und optimistisch entgegen.

Die Kosten der Heizzentrale werden auf 10,8 Millionen Franken geschätzt und sind Teil eines globalen Fernwärmeprojektes, das auf 27 Millionen Franken zu stehen kommt.

(SDA)