Clariant und LafargeHolcim an Schweizer Börse gefragt

Die Schweizer Börse hat am Montag fester tendiert. Im Fokus standen die Fusion des Chemiekonzerns Clariant mit dem Rivalen Huntsman und der neue LafargeHolcim-Chef.
22.05.2017 17:35

"Das gibt uns Schwung in einer doch eher ereignisarmen Zeit und könnte die Fantasien für weitere Transaktionen schüren", sagte ein Händler. Der SMI notierte mit 9086 Punkten um 0,7 Prozent höher. Am Freitag hatte der Leitindex 0,9 Prozent angezogen.

Die Aktien von Clariant waren um 3,5 Prozent fester. Vorübergehend hatte die geplante Fusion mit Huntsman für einen zehnprozentigen Kurssprung gesorgt. Der Chemikalienhersteller aus Basel, um den sich wiederholt Übernahmespekulationen rankten, und der US-Konzern wollen sich mittels Aktientausch zu einem Unternehmen mit einem Umsatz von rund 13,2 Milliarden Dollar und einem bereinigten Betriebsgewinn (Ebitda) von 2,3 Milliarden Dollar zusammenschliessen. An HuntsmanClariant werden die Clariant-Aktionäre mit 52 Prozent beteiligt sein. Durch den Deal Dadurch entstehe die hinter der deutschen Evonik grösste reine Spezialchemikalien-Firma, schrieb ZKB-Analyst Philipp Gamper. "Die neue Unternehmensgruppe ergänzt sich sowohl regional als auch produktseitig ausgezeichnet."

Die Anteile von LafargeHolcim schnellten 6,3 Prozent hoch. Der Zementproduzent hat Jan Jenisch, der bislang die Bauchemiefirma Sika leitete, zum Konzernchef ernannt. Jenisch gilt bei Analysten als Architekt des Erfolgs von Sika. Der 50-jährige Deutsche hatte sich stets gegen die geplante Übernahme von Sika durch die französische Saint-Gobain gewehrt. Neuer Sika-Chef werde Paul Schuler, der gegenwärtig das Europa-Geschäft des Unternehmens verantwortet. Die Sika-Aktien büssten 4 Prozent ein. Händler befürchten, dass mit dem Abgang von Jenisch die Front gegen Sainte Gobain bröckeln könnte.

Andere zyklische Werte legten meist leicht zu. Die Aktien des Elektrotechnikkonzerns ABB rückten 0,3 Prozent vor. Auch der Personalvermittler Adecco gewann 0,2 Prozent an Wert.

Die Aktien der Grossbanken waren wenig verändret. Credit Suisse gaben 0,4 Prozent nach, während UBS 0,1 Prozent verloren. Die Titel von Julius Bär stiegen um 1,1Prozent auf 52,25 Franken. Die Privatbank steigerte die verwalteten Vermögen bis Ende April um 20 Milliarden auf 356 Milliarden Franken. JPMorgan empfahl die Aktie mit einem Kursziel von 54 Franken zum Kauf.

Versicherungstitel zeigten sich meist etwas fester.

Bei den Index-Schwergewichten stiegen die Nestle-Aktien um 1,3 Prozent auf ein neues Rekordhoch. Auch die Anteile der Pharmakonzerne Novartis und Roche stiessen in die Gewinnzone vor.

Am breiten Markt waren die Anteile der Stromproduzenten Alpiq und BKW fester. Die Aktien des Solarindustrie-Ausrüsters Meyer Burger wurden um gut ein Prozent höher gehandelt. Die Schweizer Stimmbürger haben am Sonntag das neue Energiegesetz an der Urne angenommen. Damit sollen erneuerbare Energien gefördert und grossen Stromkonzernen finanziell unter die Arme gegriffen werden.

Die Anteile von u-blox sanken um 2,3 Prozent. Die GPS-Chip-Firma hat die Übernahme der chinesischen SIMCom abgeblasen.

Die Aktien von VAT fielen um 1,4 Prozent. Der Vakuumventil-Hersteller platzierte rund 165.000 Aktien zu 124 Franken am Markt. Die Titel stammen vom Management, das nach Ablauf einer Haltefrist einen Teil der eigenen Aktien verkaufen konnte.

(Reuters)