Coop erhöht Löhne 2018 um 1 Prozent - Migros um bis zu 0,9 Prozent

Mehr Lohn für Detailhandelsangestellte: Die Migros erhöht die Löhne im kommenden Jahr um 0,5 bis 0,9 Prozent. Coop zahlt durchschnittlich 1 Prozent mehr. Zudem erhalten die Coop-Mitarbeiter einen neuen Gesamtarbeitsvertrag (GAV).
27.10.2017 10:31

Coop und seine Sozialpartner, die Gewerkschaften Syna, Unia sowie der Kaufmännische Verband, gaben am Freitag die Erneuerung des GAV sowie die Verlängerung um vier Jahre bekannt. Er gilt für 37'000 Mitarbeitende.

Unter anderem wird der Vaterschaftsurlaub von bisher einer Woche auf drei Wochen ausgedehnt. Auch Mütter erhalten ab dem dritten Dienstjahr mit insgesamt 16 Wochen zwei Wochen mehr voll bezahlten Mutterschaftsurlaub. Auch bei der Arbeitsplanung oder im Krankheitsfall von Kindern gibt es Verbesserungen.

Ein "brauner Fleck auf der grünen Wiese" ist für Syna die rein individuelle Verteilung der Lohnsummenerhöhung. Steigende Krankenkassenprämien beträfen gerade Arbeitnehmende im Tieflohnsegment überdurchschnittlich. Den Angaben zufolge soll das zusätzliche Lohnsummenprozent aber mindestens zwei Dritteln der Beschäftigten zu Gute kommen.

Die Gewerkschaft Unia verfolgt zudem weiterhin das Ziel, den GAV auf die gesamte Coop-Gruppe auszudehnen. Heute unterliegen noch nicht alle Coop-Firmen dem Gesamtarbeitsvertrag.

Auch die Migros gab am Freitag das Ergebnis der Lohnverhandlungen für 2018 bekannt. Die Lohnsumme soll für die Mitarbeitenden und Branchen, die dem Migros-Landes-GAV unterstellt sind, um 0,5 bis 0,9 Prozent erhöht werden, wobei die Erhöhungen individuell nach Funktion und Leistung sowie "unter Berücksichtigung der strukturellen Bedürfnisse" erfolgen sollten.

Sowohl bei Coop und Migros fallen die Lohnerhöhungen stärker aus als noch im letzten Jahr. Im letzten Jahr hatte die Lohnerhöhung bei der Migros 0,3 bis 0,7 Prozent betragen, bei Coop 0,5 Prozent.

Laut einer Umfrage der UBS erhalten schweizweit Arbeitnehmer 2018 durchschnittlich 0,7 Prozent mehr Lohn, wobei der Wert je nach Branche stark schwankt. Wegen einer erwarteten Teuerung von 0,6 Prozent bleibt damit aber unter dem Strich kaum mehr im Portemonnaie.

(SDA)