Coop lanciert neues Stromgewinnungssystem für Container-Bahnwagen

Die Inhalte von Bahncontainern können künftig direkt mit kinetischer Energie aufgeheizt, gekühlt oder bei konstanten Temperaturen gehalten werden. Die Coop-Tochter Railcare AG hat ein System entwickelt, das den Einsatz von Dieselaggregaten überflüssig macht.
28.10.2016 12:44

"rCE-Powerpack" heisst die am Freitag in Oensingen SO vorgestellte Weltneuheit. Es handelt sich um ein Energiegewinnungs- und -speicherungssystem für Gütertransporte via Bahn. Das direkt auf den Güterwagen montierte System generiert beim Transport über die Bewegung der Güterwagen-Radachsen Energie.

Diese kann dank einem Speicher kontrolliert zur Temperierung der Container verwenden werden. Mit der Umrüstung von entsprechenden Güterwagen könne der Treibstoffverbrauch pro transportierten Container um 75 Prozent gesenkt werden, teilten Railcare und Coop am Freitag mit.

Das Energieversorgungssystem für die Transportbehälter umfasst mehrere Komponenten, darunter einen Hydraulikgenerator, einen Energieumwandler und -speicher sowie einen Lastanschluss zur Versorgung der Kälteanlagen in den Containern. Ergänzt wird es durch ein satellitengesteuertes Überwachungs- und Steuerungssystem.

Das System wandelt die kinetische Energie der Radachse in elektrische Energie um und speichert sie in grossen Akkus. Dank der Zwischenspeicherung in modernsten Akkus wird die Kühlkette auch aufrechterhalten, wenn der Zug für längere Zeit steht. Die Stromgewinnung über Dynamos ist zudem leiser als diejenige über herkömmliche Dieselmotoren.

Railcare AG ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft von Coop. Sie erbringt mit eigenen Zügen und Lastwagen logistische Dienstleistungen im unbegleiteten kombinierten Verkehr für Coop und Drittkunden.

Die Dienstleistungen umfassen die gesamte Transportkette, einschliesslich Strassen- und Bahntransporte, Terminalfunktionen sowie Operator- und Speditionsaufgaben. Railcare AG wurde 2007 gegründet und gehört seit 2010 zu Coop. Das Unternehmen beschäftigt rund 300 Mitarbeitende an 11 Standorten.

(SDA)