Credit Suisse geht von stagnierenden Preisen beim Wohneigentum aus

Vor einem Jahr hat der Trend gekehrt. Nach 14 Jahren mit kontinuierlich steigenden Preisen wurden Einfamilienhäuser und Eigentumswohnungen erstmals wieder günstiger. Gemäss der Credit Suisse ist aber dieser Sinkflug bereits wieder gestoppt.
08.06.2017 10:58

Die Preise dürften in der nächsten Zeit mehr oder weniger stagnieren, schreibt die Grossbank in ihrem am Donnerstag veröffentlichten Immobilienmonitor zum 2. Quartal 2017.

Gegen stärkere Preiskorrekturen spreche jedenfalls die nach wie vor sehr tiefen Zinsen sowie die gedrosselte Neubautätigkeit. Ein kräftige Preisanstiege in den nächsten Quartalen sei aber auch darum sehr unwahrscheinlich, weil immer mehr Haushalte bei der Finanzierung an den erhöhten Anforderungen scheiterten, heisst es im Bericht.

Die Banken haben auf Druck der Schweizerischen Nationalbank in den letzten Jahren die Hürden bei der Vergabe von Hypothekarkrediten leicht erhöht. So muss ein Kreditnehmer zum Beispiel die Hypothek heute schneller amortisieren als früher.

Bei der Voraussage der künftigen Preisentwicklung macht die Credit Suisse jedoch Unterschiede zwischen Einfamilienhäusern und Eigentumswohnungen aus. So dürften Einfamilienhäuser beim Preiswachstum gegenüber Eigentumswohnungen die Nase vorn haben, schreibt die Grossbank. Zur Begründung dieser Prognose führt sie vier Argumente an.

So sollen erstens die Preise für Einfamilienhäuser voraussichtlich weiter leicht steigen, weil sich der Nachfragedruck in denjenigen Regionen konzentrieren soll, in denen es fast nur Einfamilienhäuser gibt. Das sind die Randregionen, in die die kaufwilligen Haushalte auf der Suche nach Wohneigentum ausweichen. In den Städten dagegen, in denen die Eigentumswohnungen dominierten, hätten die sehr hohen Preise für ein Nachlassen der Nachfrage gesorgt.

Zweiter Grund für einen weiteren Preisanstieg bei Einfamilienhäuser sei der Umstand, dass in städtischen Regionen vermehrt Einfamilienhäusern zugunsten Wohnblöcken abgerissen würden. Auch das wirke preistreibend, weil sich damit das Angebot an Einfamilienhäuser verknappe.

Drittens und viertens sorgten auch die erschwerte Einzonung von Bauland und die sinkenden Zinsen für steigende Preise. Beides bewirke nämlich, dass die Preise für Bauland weiter anstiegen. Beim Zins wirke sich dabei der grössere Landwertanteil bei Einfamilienhäuser im Vergleich zu Eigentumswohnungen preissteigernd aus.

(SDA)