Deutsche Aktien - Dax auf dem Weg zum Allzeithoch

Der deutsche Leitindex Dax notiert nahe Rekordhoch. Spielraum für weitere Gewinne besteht, denn Investoren schnappen sich Aktien von Industriekonzernen, die vom beschleunigten Wachstum der Weltwirtschaft profitieren.
12.03.2017 10:05
Bulle und Bär vor der Börse in Frankfurt.
Bulle und Bär vor der Börse in Frankfurt.
Bild: Bloomberg

Der Dax hat sich in diesem Jahr besser entwickelt als die meisten anderen Aktienindizes aus dem Euroraum. Nach einem Anstieg von 1,9 Prozent in der vergangenen Woche liegt der Index nur noch rund 3 Prozent - gut 407 Punkte - unter seinem im April 2015 verzeichneten Rekordschlussstand von 12.374,73 Zählern (Stand Donnerstagmittag).

Damit ist der deutsche Leitindex unter den grossen europäischen Börsenbarometern seiner persönlichen Bestmarke am nächsten, nachdem der britische FTSE 100 Index bereits vergangene Woche seinen höchsten jemals erreichten Stand erklommen hat.

 

Mit seinen multinationalen Konzernen wie Siemens, Daimler und BASF gehörte der Dax zu den grössten Nutzniessern einer globalen Rally, die im November durch die Wetten auf höheres Wachstum und beschleunigte Inflation ausgelöst worden war. Anleger erhoffen sich von dem Wahlsieg von US-Präsident Donald Trump stärkere Staatsausgaben und niedrigere Unternehmenssteuern, was den Dax seit dem US-Urnengang um 15 Prozent zulegen liess.

Dax als sicherer Anlegerhafen

Zudem wird die deutsche Benchmark unter den europäischen Aktienindizes als ein sicherer Hafen betrachtet, falls es im Vorfeld der Präsidentschaftswahlen in Frankreich zu einem starken Anstieg der Volatilität kommt. Jefferies-Stratege Sean Darby erklärte in einer Analyse vom 28. Februar, er betrachte deutsche Aktien zuversichtlich - teils auch, weil eine höhere Inflation viele Alternativen wie Staatsanleihen unattraktiv erscheinen lasse. "Wir empfehlen weiterhin, Bunds zu verkaufen und den Dax zu kaufen", schrieb er.

Die vom Export angetriebene deutsche Wirtschaft hat auch von der gemässigten Geldpolitik profitiert, die auch die Finanzen der südlichen Nachbarländer stützte. Doch die überdurchschnittliche Entwicklung deutscher Aktien seit den US-Wahlen im November schürte die Erwartung, dass Inflation und Zinsen steigen werden.

JPMorgan-Stratege Mislav Matejka schrieb in einer Kundenanalyse, dass der globale Reflation-Trade noch immer "läuft" und Deutschland zu den grössten Profiteuren gehört. Der Dax habe verglichen mit seinen Pendants die zyklischste Sektor-Zusammensetzung und habe unter dem Strich 30 Prozent mehr zyklische als defensive Aktien, so Matejka.

(Bloomberg)