Deutscher Bürgermeister bei Messerangriff verletzt

Der Bürgermeister der westdeutschen Stadt Altena, Andreas Hollstein (CDU), ist bei einem Messerangriff verletzt worden. Die Behörden halten ein politisches Motiv für wahrscheinlich, die genauen Hintergründe waren aber noch unklar.
28.11.2017 08:48

Altena (Nordrhein-Westfalen) wurde deutschlandweit bekannt, weil es mehr Flüchtlinge aufnimmt, als es nach dem Verteilschlüssel aufnehmen müsste. Die Staatsanwaltschaft in Hagen kündigte weitere Informationen für den Dienstagmorgen an.

Hollstein war am Montagabend in einem Dönerladen mit einem Messer angegriffen worden. Der Politiker sei mit einem Rettungswagen ins Spital gebracht worden, habe es aber noch am Abend wieder verlassen können, berichteten örtliche Medien in der Nacht. Im Laufe des Tages will sich Hollstein nach Angaben seines Büros bei einer Medienkonferenz in Altena zu dem Angriff äussern.

"Die Sicherheitsbehörden gehen davon aus, dass es einen politischen Hintergrund bei diesem Anschlag gibt", sagte NRW-Ministerpräsident Armin Laschet (CDU). Der mutmassliche Täter, der laut Laschet dingfest gemacht wurde, habe Bemerkungen über die Flüchtlingspolitik gemacht, die diesen Rückschluss zuliessen.

Der Fall erinnert an den Angriff auf Kölns Oberbürgermeisterin Henriette Reker (parteilos). Sie war im Oktober 2015 einen Tag vor ihrer Wahl von einem Rechtsextremisten mit einem Messer angegriffen und lebensgefährlich verletzt worden.

Bundeskanzlerin Angela Merkel äusserte sich bestürzt: "Ich bin entsetzt über den Messerangriff auf Bürgermeister Andreas Hollstein - und sehr erleichtert, dass er schon wieder bei seiner Familie sein kann", twitterte Regierungssprecher Steffen Seibert am Dienstag im Namen der Kanzlerin.

(SDA)