Die Einfuhr von Wildfleisch in die Schweiz ist zurückgegangen

Schweizerinnen und Schweizer essen weniger ausländisches Wildbret als auch schon. Liegt importiertes Hirsch- oder Rehfleisch auf dem Schweizer Teller, kommt es häufig aus Österreich oder aus Neuseeland.
28.10.2016 10:14

Im vergangenen Jahr wurden 3744 Tonnen Fleisch von jagdbaren Tieren wie Hirschen, Rehen, Wildschweine, Elchen, Kängurus oder Straussen importiert, zehn Prozent weniger als 2005, wie die Oberzolldirektion in einer Mitteilung vom Freitag schreibt. Pro Einwohner ergibt das 450 Gramm ausländisches Wildbret pro Jahr.

Der Rückgang beim Wildfleisch läuft dem allgemeinen Trend zuwider: Die Einfuhren alle Fleischwaren und Schlachtnebenprodukten stieg in denselben zehn Jahren um 15 Prozent auf 109'110 Tonnen - das ergibt 13,2 Kilogramm pro Einwohnerin und Einwohner.

Im Jahr 2015 wurden in der Schweiz 431'852 Tonnen Fleisch gegessen, wies es in der im Internet veröffentlichten Statistik von Proviande, der Branchenorganisation der Fleischwirtschaft, heisst. Beim Wildfleisch beträgt der Inlandanteil ein knappes Drittel. Das ist weniger als bei den meisten anderen Fleischarten.

Das meiste Import-Wildfleisch stammt aus europäischen Ländern. 977 Tonnen Wildfleisch, vor allem von Hirschen und Rehen, werden aus Österreich eingeführt, dem Spitzenreiter der Herkunfts-Rangliste.

Hinter Österreich, aus dem im vergangenen Jahr 26 Prozent aller Wildfleisch-Importe stammten, liegen Slowenien (10 Prozent) sowie Deutschland und Tschechien (je 8 Prozent). Noch tiefere Import-Anteile kommen aus Frankreich, den Niederlanden, Polen und Belgien.

Gerade importiertes Hirschfleisch kommt aber in vielen Fällen aus Übersee: Zweitwichtigstes Herkunftsland ist nämlich Neuseeland. Der Anteil des Landes von 25 Prozent ist kaum kleiner als jener von Österreich. Allerdings haben die Importe aus Österreich in den letzten zehn Jahren zugenommen, während jene aus Neuseeland zurückgegangen sind.

Nach oben entwickelt haben sich die Preise für importiertes Wildbret. In einem Jahrzehnt stiegen sie um 10 Prozent auf Fr. 14.20 pro Kilogramm Fleisch, wie die Oberzolldirektion schreibt. Mit einem Kilopreis von Fr. 18.90 war das Fleisch aus Südafrika am teuersten - von dort wird vor allem Straussenfleisch importiert.

Neuseeländisches Fleisch war im untersuchten Jahrzehnt billiger als der Durchschnitt. Deutlich billiger wurde Wild aus Tschechien, den Niederlanden und Belgien. Aus diesen Ländern wurde allerdings nur wenig Wildbret in die Schweiz eingeführt.

(SDA)