Die widersprüchlichen Ziele der heutigen Jugend

Die heutige Jugend reift zu einer "Generation Stress" heran. Davon zeigen sich die Macher des CS-Jugendbarometers überzeugt. Die jährlich durchgeführte Umfrage der Grossbank zeigt nämlich, dass die Jungen heute alles auf einmal wollen - auch in der Schweiz.
04.10.2016 08:00

Die Ziele und Träume der 16- bis 25-Jährigen sind nicht immer frei von Widersprüchen: Karriere machen, aber eine ausgewogene Work/Life-Balance pflegen - selbstständig sein und doch bei einer internationalen Firma arbeiten - weniger sparen, aber auch ein Haus kaufen. Zu all diesen Zielen äusserten die Befragten laut dem am Dienstag veröffentlichten Barometer eine beträchtliche Zustimmung.

Die Jungen seien zudem bei all ihren Aktivitäten stets online, heisst es in der Mitteilung der CS. Weil sie stets online miteinander kommunizieren, auf Nachrichtenseiten surfen und spielen, lässt das für die Meinungsforscher einen Schluss zu: Die Jugend wird zur "Generation Stress".

Das CS-Jugendbarometer ist eine jährlich stattfindende Befragung von Jungen in der Schweiz, den USA, Brasilien und Singapur befragt. In der Schweiz befragte das Forschungsinstitut gfs.bern im Mai und Juni insgesamt 1048 Personen.

Die als "Generation Stress" bezeichnete Jugend sorgt sich derweil um ähnliche Dinge wie die Erwachsenen, jedenfalls in der Schweiz. Wie beim CS-Sorgenbarometer schwangen die Themenblöcke Flüchtlinge/Asylfragen und Ausländer/Zuwanderung als wichtigste Probleme im Land obenaus.

Für 46 respektive 45 Prozent der Befragten gehörten diese beiden Komplexe zu den fünf wichtigsten Problemen. Die Flüchtlingsthematik verdrängte dabei die Ausländerfrage vom Spitzenplatz. 2010 hatten erst 22 Prozent der Befragten Flüchtlinge für eines der fünf wichtigsten Probleme gehalten.

Ebenfalls grösser geworden in den vergangenen Jahre ist die Sorge um die AHV und die Altersvorsorge. Fast gleich viele Befragte wie bei den Spitzenthemen - 44 Prozent - halten diese Thematik für eines der wichtigsten Probleme. Arbeitslosigkeit hat dagegen im Problem-Ranking an Wichtigkeit eingebüsst.

Ferner interessierten sich die Meinungsforscher für den Nachrichtenkonsum der Jungen. Sie stellten dabei fest, dass sich die Schweizer Jugendlichen in zwei Lager teilen lassen: Eine wachsende Gruppe von Jungen, die sich mehrmals täglich informieren und eine zweite Gruppe, die dies selten bis nie tut.

Gratiszeitungen sind nach wie vor das am häufigsten konsumierte Mediengut, allerdings mit sinkender Tendenz. Die gedruckten Titel bekommen Konkurrenz durch News-Seiten und News-Apps - im Fall von Titeln wie "20 Minuten" und "Blick am Abend" aus dem gleichen Haus - sowie Facebook.

Am meisten Vertrauen schenken die Jungen nach wie vor den traditionellen Medien: SRF, "Neue Zürcher Zeitung" und "Tages-Anzeiger". Am anderen Ende der Rangliste stehen rein digitale Kanäle: YouTube, Facebook und Twitter.

(SDA)