Doris Leuthard läutet Baustart der Limmattalbahn ein

Im September 2019 soll mit der Verlängerung der Zürcher Tramlinie 2 die erste Etappe der Limmattalbahn den Betrieb aufnehmen: Am Montag ist in Schlieren ZH nach sechs Jahren Planung und Vorbereitung der Spatenstich für das 755-Millionen-Projekt erfolgt.
28.08.2017 13:22

Von einem "Vorzeigeprojekt" sprach Bundespräsidentin und Verkehrsministerin Doris Leuthard (CVP) am Montag auf dem Schlieremer Stadtplatz. Die Limmattalbahn werde Gemeinden und Agglomerationen über kantonale Grenzen hinweg verbinden.

Die Zürcher Volkswirtschaftsdirektorin Carmen Walker Späh (FDP) wies auf den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Nutzen des Generationenprojekts hin.

Es werde aber nicht bloss eine Stadtbahn gebaut, die Verkehrssituation im Limmattal soll grundlegend angepasst werden, sagte die Regierungsrätin. Das ausgewogene Gesamtkonzept enthalte auch Massnahmen für den Langsamverkehr und den Strassenverkehr.

Laut dem Aargauer Verkehrsminister Stephan Attiger (FDP) hilft die Limmattalbahn, das stark wachsende Limmattal zu erschliessen und das grosse Potenzial dieses kantonsübergreifenden Raumes sinnvoll zu nützen.

Der Spatenstich vor 150 geladenen Gästen wurde in Form eines grossen Dominospiels inszeniert. Die 27 Steine symbolisierten die geplanten Haltestellen. Die Stadt- und Gemeindepräsidenten der sechs Standortgemeinden erhielten ihren Haltestellen-Dominostein als Andenken.

Die erste Etappe der Limmattalbahn soll nach den Sommerferien 2019 erstellt sein: Dann wird das Zweier-Tram nicht mehr am Farbhof in Zürich-Altstetten enden, sondern bis ins Schlieremer Zentrum verlängert verkehren.

In der zweiten Etappe wird einerseits die Anbindung vom Farbhof an den Bahnhof Altstetten gebaut, andererseits folgt die längere Strecke von Schlieren über Dietikon ZH und Spreitenbach AG nach Killwangen AG.

Die Limmattalbahn wird dann im Endausbau, der auf Dezember 2022 vorgesehen ist, auf 13,4 Kilometern 27 Haltestellen bedienen. Sie erschliesst unter anderem das Spital Limmattal, die Kantonsschule Limmattal in Urdorf ZH sowie die Entwicklungsgebiete und Einkaufszentren in Spreitenbach.

Die Limmattalbahn wird zu gut einem Drittel vom Bund finanziert. Die restlichen Kosten des 755-Millionen-Projektes tragen die Kantone Zürich (drei Viertel) und Aargau (ein Viertel).

Gegen den Bau der zweiten Etappe ist von lokalen Gegnern des Bauprojekts Ende Juli beim Zürcher Regierungsrat eine Initiative mit dem Titel "Stoppt die Limmattalbahn - ab Schlieren" eingereicht worden.

Im Kanton Zürich war der Plan einer neuen Stadtbahn in der Boomregion Limmattal im November 2015 auf Zustimmung gestossen. Der Kredit wurde mit einem Ja-Stimmenanteil von 64 Prozent genehmigt. Im betroffenen Bezirk Dietikon fand die Vorlage aber mit einem Ja-Stimmenanteil von 46 Prozent keine Mehrheit.

Zu zeitlichen Verzögerungen soll die Stopp-Initiative gemäss den Limmattalbahnverantwortlichen aber nicht führen. Die Planungs- und Vorbereitungsarbeiten werden unverändert fortgeführt. Der Baustart ist für Herbst 2019 geplant.

(SDA)