Drei Israelis von palästinensischem Angreifer erschossen

Der blutige Konflikt zwischen Israelis und Palästinensern fordert erneut Opfer. Nach Wochen relativer Ruhe kommt es zu einem tödlichen Anschlag im Westjordanland.
26.09.2017 10:12

Ein palästinensischer Attentäter hat drei Israelis im besetzten Westjordanland erschossen. Der Mann habe das Feuer auf Wachleute am Eingang einer Siedlung nahe Jerusalem eröffnet. Wie die Polizei mitteilte, näherte sich der Angreifer gemeinsam mit palästinensischen Arbeitern dem Hintereingang der jüdischen Siedlung Har Adar.

Dann habe er seine Waffe gezogen und auf die dort postierten Wachleute geschossen. Drei Israelis habe er getötet und einen weiteren durch Schüsse schwer verletzt. Sicherheitskräfte hätten daraufhin auf den Angreifer geschossen und diesen getötet.

Israels Staatspräsident Reuven Rivlin verurteilte den Anschlag. "Der grausame Terrorangriff zeigt einmal mehr die tägliche Front, an der unsere Sicherheitskräfte in der wichtigsten Mission stehen - die Sicherheit der Bürger Israels zu schützen und zu verteidigen", schrieb Rivlin auf Twitter.

Der 37-jährige Angreifer stammte aus dem palästinensischen Nachbarort Beit Surik und habe eine Arbeitserlaubnis gehabt, wie eine Polizeisprecherin sagte.

Die Armee riegelte anschliessend das Dorf des Angreifers und die Umgebung ab. Palästinenser dürften nach Sicherheitskontrollen und nur aus humanitären Gründen den Bereich verlassen oder betreten, sagte eine Sprecherin.

Die jüdische Siedlung Har Adar befindet sich am Rande des Westjordanlandes, nordöstlich von Jerusalem. Israel hat im Sechs-Tage-Krieg 1967 das Westjordanland erobert und kontrolliert es seither weitgehend. Mittlerweile leben dort rund 420'000 israelische Siedler und 2,9 Millionen Palästinenser.

Der UNO-Sicherheitsrat hatte im Dezember einen vollständigen Siedlungsstopp Israels gefordert. Israelische Siedlungen seien ein grosses Hindernis für einen gerechten, umfassenden und dauerhaften Frieden, heisst es in der UNO-Resolution.

Seit Beginn einer Gewaltwelle vor rund zwei Jahren sind bei ähnlichen Attacken mehr als 40 Israelis getötet worden und rund 300 Palästinenser. Die meisten Palästinenser kamen bei ihren eigenen Anschlägen ums Leben.

Als Auslöser der Gewaltwelle galt ein Streit um Nutzungs- und Besuchsrechte auf dem Juden wie Muslimen heiligen Tempelberg (Al-Haram al-Scharif). Inzwischen hat die Gewalt aber eine Eigendynamik entwickelt.

Israels stellvertretende Aussenministerin Zipi Chotoveli sagte am Dienstag: "Der schreckliche Terroranschlag bei Har Adar an diesem Morgen ist die Willkommensnachricht, die die Palästinenser für den amerikanischen Gesandten Jason Greenblatt vorbereitet haben." Greenblatt ist der Nahost-Unterhändler von US-Präsident Donald Trump und wird laut dem israelischen Radio in der kommenden Woche im Heiligen Land erwartet.

Trump will einen neuen Friedensprozess zwischen Israelis und Palästinensern anstossen. "Die amerikanischen Bemühungen müssen sich zunächst darauf konzentrieren, den mörderischen palästinensischen Terrorismus zu stoppen", sagte Chotoveli. Es mache keinen Sinn, mit jemandem zu verhandeln, der Terror fördere.

(SDA)