Ökonom warnt - Bondmarkt unterschätzt Fed-Wetten für März

Mohamed El-Erian, Chef-Volkswirtschaftsberater der Allianz SE, warnt Händler, die Möglichkeit einer US-Zinserhöhung im März nicht zu leichtfertig abzutun.
26.02.2017 07:38
Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank.
Janet Yellen, Präsidentin der US-Notenbank.
Bild: Bloomberg

In Anbetracht des Protokolls der FOMC-Sitzung der Federal Reserve vom 1. Februar und jüngster Konjunkturdaten erscheine die vom Markt implizierte Wahrscheinlichkeit eines Zinsschritts im März zu niedrig, tweetete der 60-Jährige am Mittwoch. Nach seiner Einschätzung ist eine Chance von 50 Prozent bis 60 Prozent angemessener.

Terminkontrakte signalisieren indes laut Bloomberg-Daten eine Wahrscheinlichkeit von nur etwa 34 Prozent, womit Händler deutlich weniger zuversichtlich sind, dass die Fed am 15. März die Zinsen um 25 Basispunkte anheben wird. Es wäre die dritte Zinserhöhung seit Dezember 2015. Händler sind nicht zuletzt deswegen zurückhaltender, die nächste Zinserhöhung einzupreisen, weil sich das Lohnwachstum abgeschwächt hat.

El-Erian, auch ein Kolumnist für Bloomberg View, verweist zur Unterstützung seiner Ansicht auf die jüngsten Konjunkturindikatoren. Und damit steht er nicht allein. Auch Rick Rieder, Chief Investment Officer im Bereich Global Fixed-Income bei BlackRock , hatte früher in diesem Monat die Chancen für eine Zinserhöhung im März näher bei 50 Prozent gesehen.

Schlüsseldaten

Die US-Arbeitslosenquote liegt seit neun Monaten unter fünf Prozent und der Anstieg der neuen Stellen von 227.000 im Januar war der grösste in vier Monaten. Jedoch sind die durchschnittlichen Stundenlöhne gegenüber dem Vorjahr nur um 2,5 Prozent gestiegen - die geringste Erhöhung seit August.

Einige Händler warten wohl auch auf Details zu den haushaltspolitischen Anreizen der Trump-Regierung und deren potenziellen Auswirkungen. So sind für Omair Sharif, Volkswirt bei der Société Générale SA, die Inflationszahlen Schlüsseldaten, die es vor der März-Sitzung zu beobachten gelte, wie er in einer Mitteilung für Kunden nach der Protokoll-Veröffentlichung schrieb. Dieses habe "keine Dringlichkeit signalisiert, die Zinsen zu erhöhen."

Für El-Erian hingegen ist der Arbeitsmarktbericht für Februar, der am 10. März veröffentlicht wird, entscheidend.

Dieser Arbeitsmarktbericht, und insbesondere das Lohnwachstum, werden eine "beträchtliche Auswirkung" auf das Denken der Fed bei der März-Sitzung haben - "so oder so", äusserte El-Erian in einem zweiten Tweet.

(Bloomberg)