Erneut Proteste nach Gewalt in Bagdad

In der irakischen Hauptstadt Bagdad ist es am Montagnachmittag erneut zu Demonstrationen gekommen. Die Demonstranten in dem überwiegend schiitisch geprägten Stadtteil Sadr City forderten neue Jobs.
07.10.2019 21:56

Sie kritisierten zudem den Tod von mehreren Demonstranten in der vorangegangenen Nacht, wie Augenzeugen berichteten. Die Sicherheitskräfte versuchten, die Demonstrationen zu begrenzen.

In der Nacht zu Montag war es in dem Stadtteil im Nordosten von Bagdad zu Ausschreitungen gekommen. Irakische Sicherheitskräfte eröffneten das Feuer auf Demonstranten. Dabei wurden nach Angaben von Ärzten und Sicherheitskräften mindestens 13 Menschen getötet. Iraks Regierungschef Adel Abdel Mahdi zog daraufhin am Montag die Armee aus dem Stadtteil ab und ersetzte sie durch Polizisten.

Der irakische Präsident Barham Salih verurteilte die Angriffe auf Demonstranten und Medien. Er rief die Sicherheitskräfte in einer am Montag ausgestrahlten Fernsehansprache auf, die Rechte aller Iraker zu wahren. Das Parlament forderte er auf, Reformen auf den Weg zu bringen. So solle unter anderem das Wahlrecht geändert werden. Auch bei den Ministerposten müsse es Wechsel geben.

Seit einer Woche kommt es im Irak zu Massenprotesten gegen Korruption und Misswirtschaft. Nach offiziellen Angaben starben dabei mehr als 110 Menschen, mehr 6100 wurden verletzt.

(SDA)