Erste Massnahmen der USA gegen Verdächtige im Fall Khashoggi

Die USA haben erste Strafmassnahmen gegen saudische Verdächtige im Fall des gewaltsamen Todes des Journalisten Jamal Khashoggi eingeleitet. Dies gab US-Aussenminister Mike Pompeo am Dienstag in Washington bekannt.
24.10.2018 00:06

Er sagte, die USA hätten Verdächtige in den Geheimdiensten, vom Königshof, aus dem saudischen Aussenministerium und aus anderen saudischen Ministerien identifiziert. "Wir ergreifen angemessene Massnahmen, die den Entzug von Visa beinhalten."

Pompeo fügte hinzu: "Diese Strafen werden nicht das letzte Wort in der Angelegenheit sein." Der Aussenminister machte allerdings keine Angaben dazu, wie viele und welche Personen betroffen sind.

US-Präsident Donald Trump sagte zudem im Weissen Haus mit Blick auf die von Saudi-Arabien lange geleugnete Tötung Khashoggis vor drei Wochen in Istanbul: "Sie hatten ein sehr schlechtes Konzept. Es wurde schlecht ausgeführt und die Vertuschung war eine der schlechtesten Vorgehensweisen in der Geschichte von Vertuschungen." Trump liess allerdings offen, wer für die Tat verantwortlich ist. "Ich denke, wer auch immer sich diese Idee ausgedacht hat, steckt in grossen Schwierigkeiten."

Trump fügte hinzu, über mögliche Strafmassnahmen werde er mit dem Kongress beraten - und zwar mit Angehörigen seiner Republikaner ebenso wie mit den oppositionellen Demokraten. Er hoffe auf überparteiliche Empfehlungen, sagte der Präsident.

Das saudische Königshaus hat erklärt, dass Khashoggi am 2. Oktober im Konsulat in Istanbul bei einem Faustkampf ums Leben gekommen ist. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan sprach dagegen von einem "barbarischen geplanten Mord" an dem Regimekritiker. Pompeo war wegen des Falls vergangene Woche nach Saudi-Arabien und in die Türkei gereist.

(SDA)