Europol-Chef fürchtet weitere Anschläge von Islamisten

Die europäische Polizeibehörde Europol warnt vor neuen Terroranschlägen in Europa. "Die Terrorgefahr in Europa ist die höchste, die wir seit einer Generation hatten", sagte Europol-Chef Rob Wainwright der "Neuen Osnabrücker Zeitung" vom Dienstag.
27.06.2017 06:15

Die Anschlagsgefahr sei die höchste der vergangenen 20 Jahre. Und sie steige auch noch. Europol habe Hinweise darauf. Allein im vergangenen Jahr seien 718 Menschen wegen Verbindungen zu Dschihadisten festgenommen worden. "Das war ein extremer Anstieg und zeigt, wie sehr sich Teile der islamistischen Gemeinschaft radikalisiert haben."

Nach Einschätzung Wainwrights ist das Treffen der G20-Staats- und Regierungschefs Anfang Juli in Hamburg "natürlich ein potenzielles Ziel für Terroristen wie jedes andere wichtige öffentliche Event".

Der Europol-Direktor forderte mit Blick auf die Anschläge in Brüssel, Paris und London schnelle Anti-Terrorkräfte in jedem europäischen Land. In London habe die Polizei Anfang Juni innerhalb von acht Minuten nach dem ersten Anruf den Attentäter getötet. "Das ist der Standard, den wir überall haben sollten."

Fahnder müssten zudem mehr Möglichkeiten bekommen, die Online-Kommunikation von Terrorverdächtigen wie Messenger-Nachrichten zu überwachen: "Weil Kommunikationskanäle ins Internet abgewandert sind, hat die Polizei einen grossen Teil ihrer Möglichkeiten, Terroristen zu überwachen, verloren. Das muss sich ändern", sagte der Chef der Behörde in Den Haag.

(SDA)