Farc-Rebellen in Kolumbien geben mehr als die Hälfte der Waffen ab

Die Farc-Rebellen in Kolumbien haben nach eigenen Angaben mehr als 60 Prozent ihrer Waffen an UNO-Vertreter übergeben. Die Entwaffnung schreite "sehr schnell" voran, erklärte Präsident Juan Manuel Santos am Dienstag im Ort La Elvira im Norden Kolumbiens.
14.06.2017 03:35

Die restlichen Waffen sollen bis zum 20. Juni in den 26 sogenannten Entwaffnungszonen im ganzen Land übergeben werden.

"Das ist ein historischer Tag", sagte Santos. Das Ende des bewaffneten Konflikts sei wie eine Kathedrale, die man Stein für Stein aufbauen müsse. In einem offiziellen Akt wurden in einer der Entwaffnungszonen, wo sich die Kämpfer seit Anfang des Jahres gesammelt haben, weitere 2000 Waffen an Vertreter der Vereinten Nationen übergeben, die gemeinsam mit dem kolumbianischen Militär den Prozess überwachen.

Der nach Kolumbien gereiste frühere uruguayische Staatschef José Mujica betonte an der Veranstaltung: "Kolumbien ist ein historisches Laboratorium - wir dürfen nicht scheitern." Er appellierte an das Volk, trotz der vielen Verbrechen den Guerilleros zu helfen.

Die Entwaffnung der Farc-Guerilla ist Teil des historischen Friedensabkommens vom vergangenen Jahr. Die nach vierjährigen Verhandlungen besiegelte Vereinbarung beendete den jahrzehntelangen Konflikt zwischen den linksgerichteten Revolutionären Streitkräften Kolumbiens (Farc) und der kolumbianischen Regierung.

Die rund 7000 entwaffneten Farc-Kämpfer sollen gemäss des Friedensabkommens in das zivile Leben zurückkehren. Nach dem ursprünglichen Zeitplan sollten sie ihre Waffen bereits bis zum 1. Mai in UNO-Containern entsorgen. Nach Angaben der UNO kam es jedoch zu Verzögerungen bei der Ankunft der Rebellen in den Entwaffnungszonen.

Mit dem im November unterzeichneten Friedensabkommen wurde der seit 1964 andauernde Konflikt zwischen der Armee und der Farc, anderen linksgerichteten Guerillagruppen und rechten Paramilitärs beigelegt, in dem mehr als 260'000 Menschen getötet wurden. Etwa sieben Millionen Menschen wurden zur Flucht gezwungen, mehr als 60'000 werden vermisst.

Für seine Aussöhnungspolitik hatte der kolumbianische Präsident Santos im vergangenen Jahr den Friedensnobelpreis erhalten.

(SDA)