Kampf um schwache WährungenZentralbanken führen «kalten Währungskrieg»

Verdeckte Massnahmen zur Währungsabwertung: Die Federal Reserve und die Bank of England sollen die beiden jüngsten Teilnehmer am neuen «kalten Währungskrieg» sein.
11.02.2017 07:02
Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Fed.
Janet Yellen, Chefin der US-Notenbank Fed.

So lautet zumindest die Formulierung des einflussreichen Vermögensverwalters Pimco.

Während die Zentralbanken der Eurozone, Japans und Chinas im zweiten Halbjahr 2016 alle zu verdeckten Massnahmen zur Währungsabwertung gegriffen haben, schlägt die Fed nun zurück, mit dem Versuch einer zurückhaltenden Zinserwartung, sagt Joachim Fels, Pimcos Berater für globale Ökonomie. Und fügt hinzu, dass in Grossbritannien die BoE-Verantwortlichen versuchen, das Pfund durch eine Reduzierung der Prognose auf eine inflationsstabile Arbeitslosenquote (NAIRU) zu schwächen.

"Kalte Kriege werden nicht auf dem offenen Schlachtfeld ausgetragen, sondern mit verdeckten Aktionen und Worten", sagt Fels in seinem Bericht. "Die Fed vermied in ihrer Mitteilung im Anschluss an die FOMC-Sitzung, die ohnehin schon niedrigen Erwartungen an eine Zinserhöhung im März durch zu hawkische Äusserungen zu erhöhen", sagte er.

Der Bloomberg Dollar Spot Index fiel am 1. Februar, dem Tag nach der Politikankündigung der Fed auf ein 11-Wochen-Tief, während das Pfund nach der BoE-Entscheidung um ein Prozent nachgab.

Trump-Regierung bekämpft starken Dollar

Die neue US-Regierung von Präsident Donald Trump ist weniger geneigt, eine Stärke des Dollar zu tolerieren und "eher bereit zum Einsatz der Nuklearwaffe" Protektionismus, sagte Fels. Vorerst werden Europa, Japan und China sowie andere Exportnationen eine Aufwertung der eigenen Währung zulassen, um eine Eskalation mit den USA zu vermeiden, sagte er.

Dennoch bezeichnete Bundesbank Präsident Jens Weidmann in einer Rede die Vorwürfe von Trumps oberstem Aussenhandelsberater, dass Deutschland die Währungsmärkte manipuliere, als besorgniserregend. Peter Navarro, der Vorsitzendes des White House National Trade Council, sagte der Financial Times, dass Deutschlands massiver Überschuss ein Resultat einer "deutlich unterbewerteten" Währung sei.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble reagierten ebenfalls auf die US-Behauptung und argumentierten, dass der Wechselkurs von der Politik der Europäischen Zentralbank beeinflusst werde und diese werde von ihr unabhängig festgelegt - ein Punkt, den auch Weidmann wiederholte.

(Bloomberg)