IS feiert Attentäter von New York als "Soldaten des Kalifats"

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat die tödliche Attacke eines 29-Jährigen auf Radfahrer und Fussgänger in New York für sich beansprucht. Zudem feierte sie den Attentäter als "Soldaten des Kalifats".
03.11.2017 06:44

Das berichtete die auf Überwachung von Islamisten-Seiten spezialisierte Site Intelligence Group in der Nacht zum Freitag. Der aus Usbekistan stammende Mann war an Halloween mit einem Kleinlaster in Manhattan in Radfahrer und Fussgänger gerast und hatte dabei acht Menschen getötet und elf weitere verletzt.

Der 29-Jährige ist inzwischen bereits vor Gericht erschienen, ihm wird Unterstützung einer Terrororganisation angelastet. Dem Mann werden Unterstützung der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) sowie tödliche Gewalt und Zerstörung mit einem Fahrzeug vorgeworfen, sagte Staatsanwalt Joon Kim. Im Fall einer Verurteilung kann dem 29-Jährigen die Todesstrafe oder lebenslange Haft drohen, sagte Kim. In einem Tweet hatte US-Präsident Donald Trump für den Mann die Todesstrafe gefordert.

Nach Darstellung von Staatsanwalt Kim soll der aus Usbekistan stammende Mann gestanden haben, die Attacke seit zwei Monaten geplant zu haben. Gut eine Woche vor der tödlichen Fahrt vom Dienstag, bei der er Fahrradfahrer und Fussgänger auf einem Radweg im Süden Manhattans mit einem Kleinlaster rammte und überfuhr, habe er auch geübt. "Er hat gestanden, dass er am 22. Oktober einen Truck mietete, um die Kurven zu üben, die er an der Attacke an Halloween nehmen würde", sagte Kim. Gerichtsunterlagen zufolge wählte der Mann speziell Halloween, weil er an diesem Tag auf volle Strassen hoffte, und war anschliessend auch stolz auf seine Attacke.

Der Attentäter habe auch zugegeben, dass er sich von IS-Videos zu dem Anschlag habe inspirieren lassen, sagte Kim. In einer Tüte am Tatort hätten Ermittler Handys entdeckt, auf denen Tausende Fotos im Zusammenhang mit dem IS gespeichert waren.

Zudem fanden Ermittler darauf rund 90 Videos, die IS-Kämpfer zeigen, wie sie Gefangene mit Panzern überfahren, sie köpfen und ihnen ins Gesicht schiessen. Am Tatort seien auch auf Arabisch verfasste Notizen gefunden worden, die an den IS erinnerten. Gerichtsdokumenten zufolge habe der Attentäter sogar darum gebeten, in seinem Zimmer im Spital eine IS-Flagge aufhängen zu dürfen.

US-Präsident Trump machte den IS bereits kurz nach der Terrorattacke für die Tat verantwortlich und verschärfte Sicherheitsüberprüfungen. Der Täter lebt seit 2010 legal und mit Arbeitsgenehmigung in den Vereinigten Staaten.

(SDA)