Finanzielle Schieflage bei Darwin Airline verschlimmert

Die Darwin Airline hat wegen finanziellen Problemen in Lugano die Nachlassstundung beantragt. Die planmässigen Flüge führt die Airline derzeit weiter, wie Lugano Airport am Montag mitteilte.
27.11.2017 17:07

Letzte Woche gab die Regionalfluggesellschaft, die Ende Juli von der slowenischen Airline Adria Airways gekauft worden war, bekannt, dass sie ihre Aktivitäten an der Tessiner Basis Ende Jahr einstellt.

Wegen dem starken Wettbewerb nach dem Konkurs von Air Berlin war die Suche nach neuen Einnahmen bisher erfolglos, wie die Darwin Airline gleichentags mitteilte. Deshalb habe das Flugunternehmen die Nachlassstundung beantragt.

Ziel sei es, die Flüge vorerst weiterzuführen sowie künftig als Anbieter von Piloten und Besatzung aufzutreten. Ebenfalls sieht Darwin Airlines vor, Unterhaltsservices für die eigene Airline und Dritte durchzuführen, wie es weiter heisst. Insgesamt benötige Darwin Airlines dafür 100 bis 120 Angestellte.

Der Flughafen Lugano sucht derzeit nach Alternativen, die die Flugverbindung Lugano-Genf in Zukunft sicherstellt. Im Fokus stünden Swiss und Skywork, aber auch Darwin Airlines werde nicht ganz abgeschrieben, teilte Lugano Airport mit.

Mitte Oktober hatte Adria Airways auch eine Restrukturierung angekündigt, bei der etwa fünfzehn Stellen gestrichen werden sollten. Laut dem Adria-Airways-Chef wäre eine hohe Investition von einer Million Franken in das Reservationssystem nötig gewesen, um die Flüge über den 31. Dezember hinaus fortzuführen.

Adria Airways, die nationale Fluggesellschaft von Slowenien, gehört dem in Luxemburg ansässigen Private-Equity-Fonds 4K Invest. Adria Airways hat ihren Hauptsitz in Ljubljana und fliegt 19 Destinationen in West- und Südosteuropa an.

Die einzige Konkurrentin in Lugano, die Swiss, teilte letzte Woche mit, kein Interesse an den Slots von Adria Airways zu haben

Darwin Airline war 2003 auf Betreiben von Unternehmern aus dem Tessin gegründet worden. Primäres Ziel war es, das Tessin und seine Wirtschaft mit den Finanzzentren und wichtigen Flughäfen in Zürich und Genf zu verbinden. Ende Juli hatten die bisherigen Aktionäre, darunter auch der strategische Partner Etihad, Darwin Airline an Adria Airways verkauft.

(SDA)