SMI im PlusActelion treibt Schweizer Börse mit Kurssprung hoch

Kursgewinne der Pharmawerte haben am Donnerstag der Schweizer Börse Auftrieb verliehen. Massgeblich geschuldet war der Anstieg dem Kurssprung der Actelion-Aktien von mehr als einem Fünftel.
26.01.2017 13:07
Sonnige Aussichten für die Anleger: Der SMI steigt.

Der US-Konzern Johnson & Johnson will das Biotechnologieunternehmen aus Allschwil für 30 Milliarden Dollar übernehmen. Zusätzlich sorgte der Kursrekord an der Wall Street für gute Stimmung unter den Anlegern.

Der SMI legte 0,8 Prozent auf 8453 Punkte zu. Am Mittwoch hatte der SMI 1,7 Prozent gewonnen. Von den 65 Zählern, um die der Leitindex stieg, waren mehr als 40 Zähler Actelion geschuldet.

Am Mittwoch war der amerikanische Leitindex Dow Jones erstmals über die 20.000-Punkte-Marke gesprungen und hatte 0,8 Prozent im Plus bei 20.068,51 Zählern geschlossen.

Der Pharma- und Konsumgüterriese Johnson & Johnson will für Actelion 280 Franken in bar je Aktie auf den Tisch legen. Die Offerte entspricht einer Prämie von 23 Prozent im Vergleich zum letzten Börsenkurs. Der Titel gewann am Donnerstag 20 Prozent auf 275 Franken.

Zusätzlich profitierte der Markt von Käufen in den beiden Pharmaschwergewichten Novartis und Roche, die um 1,4 respektive ein Prozent höher gehandelt wurden. Händler sprachen bei Novartis von Anschlusskäufen. Novartis hatte am Vortag nach einem wie erwarteten Geschäftsabschluss 2016 die Anleger mit einer höheren Dividende und einem Aktienrückkaufprogramm erfreut. Roche wird seinen Jahresbericht kommende Woche vorlegen.

Die Anteile von Basilea rückten 2,6 Prozent vor. "Basilea zählt wie Actelion zu den Firmen, um die sich seit Jahren Übernahmespekulationen ranken", sagte ein Händler.

Nestle gibt nach

Die Aktien von Nestle büssten ein Prozent ein. Händler verwiesen auf Konkurrent Unilever, der beim Umsatz die Erwartungen der Analysten verfehlt und sich zurückhaltend zu 2017 geäussert hatte.

Unterschiedlich reagierten die Aktien der Luxusgüterhersteller auf den neuerlichen Rückgang der Uhrenexporte. Die Titel der breit aufgestellten Richemont schwächten sich ein halbes Prozent ab. Die Aktien der auf Uhren fokussierten Swatch Gruppe legten dagegen um 0,2 Prozent zu. Die Uhrenexporte im Dezember gingen zwar erneut zurück. Aber der Rückgang verlangsamte sich. Die Uhrenexporte gingen im Dezember gegenüber dem Vorjahresmonat nominal um 4,6 Prozent auf 1,66 Milliarden Franken zurück.

"Der Rückgang war das ganze Jahr über markant, aber die Talsohle dürfte überwunden sein", hiess es in einer Mitteilung des Verbands der Schweizerischen Uhrenindustrie. Die vorliegenden Daten deuteten darauf hin, dass sich das Ergebnis 2017 stabilisieren werde.

Die Aktien der zyklischen Firmen tendierten meist freundlich. ABB, Clariant, Lonza und Oerlikon legten zu. LafargeHolcim konsolidierten den Vortagesgewinn.

Die Anteile der Banken setzten den Aufwärtstrend fort. UBS legten am Tag vor dem Jahresabschluss ein Prozent zu. Credit Suisse rückten um 0,8 Prozent vor und Julius Bär waren um 1,4 Prozent im Plus.

Am breiten Markt legten die Aktien von Meyer Burger um vier Prozent zu. Der Solarzulieferer hat von zwei asiatischen Kunden Ausrüstungsaufträge im Wert von rund 18 Millionen Franken erhalten. "Das Geschäft zieht an", sagte ein Händler.

Starrag legten zehn Prozent zu. Der Maschinenbauer hat 2016 einen rekordhohen Auftragseingang verbucht.

Die Aktien von Sunrise legten vier Prozent zu. Der von Sunrise erwogene Teilverkauf der Telecom-Towers könnte der Firma rund 500 Millionen Franken einbringen und den Weg für eine Sonderausschüttung an die Aktionäre ebnen, erklärten Analysten.

Gewinnmitnahmen belasteten die Aktien von Hochdorf. Der Milchverarbeiter, dessen Aktien sich 2016 fast verdoppelt hatten, hat für das Vorjahr einen Umsatz wie im Vorjahr von rund 550 Millionen Franken verbucht. 

(Reuters)