US-LeitzinsenFed-Chefin Yellen signalisiert baldige Zinserhöhung in USA

US-Notenbankchefin Janet Yellen hat die Finanzmärkte mit deutlichen Worten auf bald steigende Zinsen eingestimmt.
14.02.2017 16:45
«Unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern»: US-Notenbankchefin Janet Yellen plädiert für eine baldige Zinserhöhung.
«Unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern»: US-Notenbankchefin Janet Yellen plädiert für eine baldige Zinserhöhung.

Ein solcher Schritt nach oben sei unter gewissen Bedingungen auf einer der nächsten Sitzungen "wahrscheinlich angebracht", sagte Yellen am Dienstag vor dem Bankenausschuss des Senats. Dazu müssten sich der Arbeitsmarkt und die Inflation im Einklang mit den Erwartungen der Zentralbank Fed entwickeln. Es sei aus ihrer Sicht unklug, die Straffung zu lange hinauszuzögern.

Die nächste Fed-Sitzung steht im März an. Viele Experten erwarten aber, dass die Notenbank bis Juni mit einer Erhöhung wartet - wenn sich die Auswirkungen der Haushaltspolitik des neuen US-Präsidenten Donald Trump auf die Wirtschaft besser abschätzen lassen.

Erste Rede vor neuem Kongress

Die Wall Street reagierte mit Kursverlusten auf die Aussicht steigender Zinsen. Yellens Rede vor dem Ausschuss war ihr erster Auftritt vor dem Kongress seit dem Amtsantritt Trumps. Eine Reuters-Umfrage unter 58 Ökonomen ergab, dass die Experten eine Erhöhung im Frühjahr und eine weitere im Winter erwarten. Zum Jahresende dürfte der Leitzins dann in einer Spanne zwischen 1,0 und 1,25 Prozent liegen. Die Fed hatte ihn Ende 2016 auf das aktuelle Niveau von 0,5 bis 0,75 Prozent angehoben.

Angesichts der rund laufenden Wirtschaft hatte die Zentralbank damals drei Erhöhungen für 2017 in Aussicht gestellt. Viele Investoren erwarten, dass die bereits rund laufende Konjunktur durch die Politik Trumps zusätzlich befeuert wird. Er plant radikale Steuersenkungen und Investitionen in Billionenhöhe.

Lacker für schnellere Angebung

Die mit diesen Vorhaben verbundene Unsicherheit macht es laut dem US-Währungshüter Jeffrey Lacker erforderlich, dass die Zinsen schneller steigen als an den Märkten derzeit allgemein erwartet wird. Es gebe gute Argumente für eine Erhöhung bereits im März. Zudem könnten mehr als drei Schritte in diesem Jahr nötig werden, betonte der Vertreter einer straffen geldpolitischen Linie.

(Reuters)