Unternehmensergebnisse im Fokus - Schweizer Anleger halten sich zurück

Die Schweizer Börse hat sich am Dienstag leicht abgeschwächt. Der Markt habe eine Verschnaufpause verdient, sagten Händler. «Die Luft ist langsam etwas dünn geworden.»
07.03.2017 12:24
Die Schweizer Börse tritt an Ort.

Dass der Markt weiterhin in guter Verfassung sei, zeige sich darin, dass ein Kursrückgang jeweils rasch durch Käufe aufgefangen werde. "Die Liquidität ist vorhanden. Die Anleger warten nur auf eine günstigere Gelegenheit, um einsteigen zu können", sagte ein anderer Börsianer.

Der SMI notierte mit 8659 Punkten geringfügig tiefer. Am Montag hatte sich der Leitindex um 0,1 Prozent ermässigt.

Obwohl Ökonomen mehrheitlich mit einer Zinserhöhung durch die US-Notenbank kommende Woche rechnen, verhielten sich die Anleger vorsichtig. "Wir wollen erst die Veröffentlichung des US-Arbeitsmarktberichtes am Freitag abwarten", sagte ein Händler. Die Arbeitsmarktzahlen seien für die Entscheidung der Fed-Chefin Janet Yellen für oder gegen eine Zinserhöhung ausschlaggebend. Die Fed veröffentlicht den Zinsentscheid am 15. März.

Unternehmensergebnisse

Bis dahin richteten die Anleger ihr Interesse vor allem auf die Firmen, die ihre Ergebnisse vorlegten, sagten Händler. Die Papiere von Lindt & Sprüngli gerieten nach Vorlage der Bilanz 2016 nur vorübergehend unter Druck. Der Hersteller von Edelschokolade hat 2016 den Gewinn um 10,2 Prozent auf 419,8 Millionen Franken gesteigert und die Analystenerwartungen damit nur knapp erfüllt. Im laufenden Jahr soll der Umsatz in ähnlichem Tempo wie 2016 zulegen. Lindt & Sprüngli strebt mittelfristig weiterhin ein organisches Wachstum zwischen sechs und acht Prozent an.

Die Aktien von Also, Logitech und Forbo waren bei den Anlegern hoch im Kurs. Die IT-Distributionsfirma baut ihre Zusammenarbeit mit dem deutschen Media Markt-Konzern aus. Also stiegen um 5,5 Prozent.

Der Computerzubehör-Hersteller Logitech hat anlässlich eines Investorenanlasses ein neues Aktienrückkaufprogramm im Volumen von 250 Millionen Dollar angekündigt. Zudem stellte die Computerperipherie-Firma für das Geschäftsjahr 2018 ein operatives Ergebnis von 250 Millionen bis 260 Millionen Dollar in Aussicht. Der Titel gewann 1,2 Prozent.

Forbo legte ein gutes Ergebnis vor und wartete mit einer Dividendenerhöhung und einem Aktienrückkaufprogramm auf. Forbo schossen um 5,3 Prozent in die Höhe.

Eine Dividendenkürzung und ein schwächer als erwartetes Ergebnis machten den Aktien von Bucher kurzzeitig zu schaffen. Der Kurs des Landmaschinenherstellers löste sich aber rasch von den Tiefstwerten und notierte zuletzt noch mit 0,3 Prozent im Minus.

Auch von den PSP-Anteilen trennten sich die Anleger. Ein geringer als erwarteter Gewinn und verhaltene Aussichten drückten den Kurs der Immobilienfirma um 3,2 Prozent.

Bei den Standardwerten erwiesen sich die schwergewichtigen Nestle-Aktien mit plus 0,7 Prozent als starke Stütze.

Dei beiden Pharmatitel Novartis und Roche sanken mehr als ein halbes Prozent.

UBS schwächer

Ein Prozent schwächer waren die Aktien der Grossbank UBS. Credit Suisse waren unverändert. Händler sprachen von einer Konsolidierung der jüngsten Gewinne. Weltweit haben die Finanztitel von den Vorhaben des US-Präsidenten Donald Trump profitiert, die Regulierung drastisch zurückzufahren. Die Aussicht auf höhere Zinsen zumindest in den USA half dem Sektor zusätzlich.

Die Anteile von GAM rückten um weitere 2,6 Prozent vor. Der aktivistische Investor RBR fordert bei GAM einem Insider zufolge einen neuen Konzernchef. Der Hedgefonds mache Alexander Friedman für die Probleme bei dem Fondshaus mitverantwortlich, sagte eine mit der Sache vertraute Person.

Uneinheitlich bei meist geringen Kursausschlägen zeigten sich die Versicherungsaktien.

Bei den Papieren zyklischer Firmen setzte sich im Verlauf ein leicht positiver Trend durch. SGS, ABB, Adecco, Geberit und Clariant zogen an. Die Swatch-Aktien setzten den Erholungstrend fort. 

(Reuters)