Logitech mit KurssprungSchweizer Börse im Aufwind

Kursgewinne der schwergewichtigen Pharmawerte haben am Mittwoch die Schweizer Börse angeschoben.
25.01.2017 12:36
SIX-Schilder am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
SIX-Schilder am Gebäude der Schweizer Börse in Zürich.
Bild: c

Die aktionärsfreundlichen Ankündigungen von Novartis verliehen dem ganzen Sektor laut Händlern positive Impulse. Dazu kamen gute Firmenbereichte und starke Vorgaben von den US- und japanischen Aktienmärkten.

Der SMI stieg um 1,2 Prozent auf 8341 Zähler. Am Dienstag hatte der Leitindex 0,2 Prozent zugelegt.

Die Wall Street hatte am Vorabend ihre Gewinne nach Börsenschluss in Europa noch ausgebaut und der Aufwärtstrend hatte sich an der Tokioter Börse fortgesetzt.

Die Aktien von Novartis kletterten um zwei Prozent nach oben. Kurstreiber waren laut Händlern ein neues Aktienrückkaufprogramm und die Möglichkeit eines Börsengangs der Augenheilsparte Alcon. Die Zahlen seien in etwa wie erwartet gewesen. "Wie gewohnt gut und langweilig", sagte ein Händler. Der bereinigte Betriebsgewinn sank um sechs Prozent auf 13,0 Milliarden Dollar.

Im Sog von Novartis rückten auch die Genussscheine von Rivale Roche um 1,2 Prozent vor. Das Ergebnis von Roche wird kommende Woche erwartet. Den beiden Pharmatiteln war rund die Hälfte des Indexgewinns von rund 100 Punkten geschuldet.

Die Aktien des Übernahmeziels Actelion gewannen 0,9 Prozent. Damit machte der Biotechwert die Vortagesverluste teilweise wett.

Logitech mit Kurssprung

Den stärksten Anstieg verbuchten die am breiten Markt gehandelten Aktien von Logitech, die um gut 13 Prozent auf 28,40 Franken hochschossen. Zeitweise notierte der Kurs mit 29,50 Franken auf dem höchsten Stand seit 2008. Der Hersteller von Zusatzgeräten für Computer und Unterhaltungselektronik hat nach einem unerwartet starken Umsatz- und Gewinnanstieg im dritten Quartal seine Prognose angehoben. Dies sei das stärkste Quartal in der Firmengeschichte, hiess es in einem Kommentar der Bank Vontobel.

Lonza konnten die Tageshöchstkurse nicht halten und waren zuletzt noch um 0,6 Prozent fester. Der Pharmazulieferer steigerte seinen Betriebsgewinn (Kern-Ebit) im vergangenen Jahr um 24 Prozent auf 651 Millionen Franken - und damit stärker als von Analysten erwartet. Für das angelaufene Jahr 2017 erwartet der Pharmazulieferer - ohne Berücksichtigung der geplanten Übernahme von Capsugel - ein zweistelliges Ergebniswachstum.

Die Aktien von Barry Callebaut legten knapp ein Prozent zu. Der Schokoladenhersteller hat trotz des weltweit gedämpften Schokoladekonsums im ersten Geschäftsquartal 2016/2017 den Umsatz in Lokalwährungen um 3,2 Prozent auf 1,89 Milliarden Franken gesteigert. Die weiteren Aussichten beurteilt die Firma zuversichtlich. "Wir erwarten beim Volumenwachstum eine Beschleunigung im zweiten Halbjahr", sagte Konzernchef Antoine de Saint-Affrique. Der Start ins neue Geschäftsjahr sei etwas harzig verlaufen, hiess es in einem Kommentar der Zürcher Kantonalbank. Die Bank erwartet aber einen satten Anstieg von Ebit und Reingewinn.

Bankaktien gefragt

Die Aktien der Banken tendierten deutlich höher. Bei den Grossbanken waren die Papiere der Credit Suisse um 2,5 Prozent höher und UBS stiegen um 1,5 Prozent. UBS informiert am Freitag über das vergangene Jahr.

Die Versicherungsaktien zogen ebenfalls an, blieben aber mit einem Kusplus von rund einem Prozent hinter den Banken zurück. Einzig Zurich fielen mit einem Plus von 2,3 Prozent auf. Exane BNP stufte den Titel auf "Outperform" von "Marketperform" hoch.

Die Aktien des Uhrenkonzerns Swatch rückten mit dem Rückenwind einer Kaufempfehlung um 2,6 Prozent auf 355,60 Franken vor. Die Deutsche Bank hat den Titel mit einem Kursziel von 415 Franken auf "Buy" von "Hold" hochgestuft. Die Anteile von Konkurrent Richemont zogen um 1,7 Prozent an. Impulse für die Luxusgüterhersteller sind am Donnerstag zu erwarten, wenn die Uhrenexporte für Dezember veröffentlicht werden.

Die Papiere von ABB waren um 2,1 Prozent im Plus. RBC stufte den Titel zudem auf "Outperform" von "Sector perform" hoch.

Die Aktien von Aryzta setzten die Talfahrt fort. Der Backwarenhersteller hatte am Vortag eine Gewinnwarnung ausgesprochen und Analysten haben danach ihre Kursziele und Empfehlungen nach unten revidiert. Der Titel, der am Dienstag um fast einen Drittel eingebrochen war, sank um weitere 2,5 Prozent.

(Reuters)