Schweizer Börse - SMI leichter - Nebenwerte im Fokus

Die Schweizer Börse hat am Dienstag leicht nachgegeben. Vor der mit Spannung erwarteten US-Zinsentscheidung und den Parlamentswahlen in den Niederlanden hielten sich die Anleger zurück.
14.03.2017 13:06
Die Notenbank Fed in den USA: Alle Augen richten sich nach Washington.
Die Notenbank Fed in den USA: Alle Augen richten sich nach Washington.
Bild: Bloomberg

"Wir warten weiter", sagte ein Händler. Zudem seien auch die Vorgaben aus den USA und aus Japan wenig richtungsweisend gewesen. Der SMI notierte zur Mittagszeit mit 8678 Punkten um 0,1 Prozent leichter. Am Montag war der Leitindex um 0,15 Prozent gestiegen.

Die US-Notenbank Fed veröffentlicht die Zinsentscheidung am Mittwochabend. Eine Zinserhöhung wird allgemein erwartet. Mehr Überraschungspotenzial hätten die Wahlen in Holland, die ebenfalls am Mittwoch stattfinden. Viele schliessen einen Sieg des Rechtspopulisten Geert Wilders nicht aus. Inwiefern der Konflikt mit der Türkei die Wahlen beeinflussen wird, gilt als offen. Zudem kann die britische Premierministerin Theresa May in Brüssel jederzeit den Austritt ihres Landes aus der EU beantragen. Unter- und Oberhaus hatten am Montagabend die letzten Hürden aus dem Weg geräumt. Allerdings wird der Schritt erst für Ende des Monats erwartet.

Geberit im Fokus

Im Fokus der Anleger standen die Aktien der Firmen, die ihre Bilanz vorgelegt haben. Die Aktie des Sanitärtechnikkonzerns Geberit verlor 1,6 Prozent. Geberit steigerte zwar den Gewinn stärker als erwartet um 18,4 Prozent auf 584 Millionen Franken und will die Dividende kräftig auf zehn von 8,40 Franken erhöhen. "Das Haar in der Suppe ist die Ebitda-Marge und nach dem starken Kursanstieg werden eben Gewinne eingefahren", sagte ein Händler. Die Marge liege leicht unter den Erwartungen, hiess es bei der Bank Vontobel. Dafür komme das Aktienrückkaufprogramm über 450 Millionen Franken ein Jahr früher als erwartet. Die ZKB beurteilte die Zahlen angesichts der hohen Bewertung und trotz des Aktienrückkaufprogramms als negativ.

Die Aktien von Galenica verloren drei Prozent. "Umsatz und Betriebsgewinn liegen unter den Prognosen", sagte ein Händler. Der Gesundheitskonzern macht Ernst mit der Aufspaltung. Ein Mehrheitsanteil des Apothekengeschäfts Galenica Sante kommt voraussichtlich im zweiten Quartal 2017 als selbständiges Unternehmen an die Schweizer Börse. Die Erlöse aus dem geplanten IPO sollen in das zweite Standbein des Konzerns, das Pharmageschäft Vifor Pharma, fliessen.

Am breiten Markt fielen die Aktien von Rieter mit einem Kurssprung von mehr als fünf Prozent auf. Inficon und Huber + Suhner legten nach der Bilanzvorlage rund ein Prozent zu.

Die Aktien von Aryzta sanken bei grossen Umsätzen knapp ein Prozent. Die ZKB stufte den Tiefkühlbackwarenkonzern nach der Bilanzvorlage am Vortag neu auf "Untergewichten" von "Marktgewichten" herab.

Die Aktien von GAM Holding fielen um zwei Prozent. Kepler Cheuvreux hat das Rating auf Hold von Buy gesenkt.

Die arg gebeutelten Aktien von Leonteq schnellten um acht Prozent nach oben. Massive Deckungskäufe hoben die Aktien an, hiess es. Händler erwähnten zudem einen grösseren Käufer im Markt, der sich mit den Papieren der Derivatboutique eindecke.

Bei den mehrheitlich schwächeren Standardwerten verbuchten die Anteile des Versicherers Zurich, des Lebensmittelmultis Nestle, des Pharmariesen Roche und des Elektrotechnikkonzerns ABB leichte Kursanstiege. Auf der anderen Seite schwächten sich neben Geberit die Papiere der Grossbanken UBS und Credit Suisse und der Versicherer Swiss Re und Swiss Life um mehr als ein halbes Prozent ab. Auch der Zementkonzern LafargeHolcim und der Aromen- und Riechstoffhersteller Givaudan bröckelten ab.

Die Anteile der Luxusgüterhersteller Richemont und Swatch ermässigten sich um 0,4 Prozent. Positive Äusserungen von Swatch-Chef Nick Hayek zum laufenden Geschäftsjahr konnten laut Händlern den beiden Aktien keinen Auftrieb verleihen.

Novartis ermässigten sich um 0,3 Prozent. Der Pharmakonzern hat von der US-Gesundheitsbehörde FDA eine Genehmigung für sein in der Entwicklung befindliches Brustkrebsmittel Kisqali bekommen. Die Zulassung gelte für Kisqali als Primärbehandlung für einen bestimmten Brustkrebs-Typ in Verbindung mit einem weiteren Medikament.

(Reuters)